Mexiko nach der WM
Indigene Kämpfe und Widerständigkeiten gegen Megaprojekte
24.10. 18 Uhr Fanräume im Millerntor
Veranstaltung und Solitresen
Die Realität Mexikos ist weit entfernt von dem Image, das die mexikanische Regierung und die Vermarktung des Landes als Urlaubsidylle über die Medien veröffentlichen. Mexiko leidet unter einer humanitären Krise mit über 130.000 Verschwundenen. Darunter Umweltaktivist*innen und Journalist*innen, viele davon Indigene. Eine Femizidrate von 10 ermordeten Frauen am Tag und einer Verwicklung von organisierter Kriminalität und Politik.
Trotz allem war Mexiko ein Standort für die Fußball WM 2026. Dafür hat die Regierung Obdachlose von der Straße vertrieben und versucht, Proteste gegen Korruption und die systematische Gewalt zu unterdrücken. Der WM Tross und ein großer Teil der internationalen Aufmerksamkeit sind inzwischen weitergezogen. Doch es ist wichtig, auch nach der WM die Augen vor der Situation in Mexiko nicht zu verschließen.
Im Rahmen einer Europareise empfangen wir daher Estella vom Indigenen Kongress Mexiko (CNI) und Vito von der Menschenrechtsorganisation FrayBa am 24.10.2026 am Millerntor in Hamburg.
Die Reise soll Öffentlichkeit über die Lage der indigenen Gemeinden in Mexiko herstellen, welche stark von Gewalt und Landraub durch Megaprojekte in ihren Territorien betroffen sind. Als Megaprojekte werden extrem große und teure Investitionsvorhaben bezeichnet, häufig aus dem Energie- oder Infrastruktursektor, die viele Hundert Millionen oder mehrere Milliarden Dollar kosten und langfristige Auswirkungen auf die Regionen haben.
Estella und Vito berichten von aktuellen Auseinandersetzungen und Angriffen auf indigene Gemeinden, aber auch darüber, wie sie sich selbst organisieren, um einem „Krieg niedriger Intensität“ gegen Indigene im Land einen Kampf für das Leben entgegenzustellen. Wir wollen dabei nicht nur auf die Menschenrechtssituation blicken und Solidarität zeigen, sondern die Gelegenheit nutzen, von ihren Praktiken zur Verteidigung von Territorien zu lernen.
In der globalisierten Welt sind vor dem Hintergrund des menschengemachten Klimawandels auch die Kämpfe gegen die Folgen des kapitalistischen Raubbaus verknüpft. Für uns schafft dies Möglichkeiten der Vernetzung, um Proteste und Mobilisierungen anders zu denken und z.B. Widerstand gegen Kohlekraftwerke in Deutschland mit lokalen Kämpfen von Indigenen gegen Tagebauminen auf anderen Kontinenten zu verbinden.
Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr mit einem kurzen Blick auf Proteste in Mexiko. Anschließend erzählen Estella und Vito über die aktuelle Situation und es besteht die Möglichkeit für eure Fragen. Zum Abschluss gibt es gepflegte Musik und eine Soli-Bar für die Unterstützung der Reise und indigene Gemeinden.
Fanprojekt St. Pauli Roar
In Zusammenarbeit mit Café Libertad Kollektiv und Fanräume St. Pauli

