Honduras, La Nahuaterique
Die Kooperative Combrifol
Die Kooperative hat etwa 300 Mitglieder. Ihre Tätigkeit erstreckt sich auf die Gemeinden Marcala, Santa Elena, Yarula und La Nahuaterique. Die in Combrifol organisierten Kaffeebäuer:innen gehören überwiegend der indigenen Bevölkerungsgruppe der Lenca an und leben in der Gegend um La Nahuaterique, im abgeschiedenen Grenzgebiet zu El Salvador, in extremer Armut.
Leben im Niemandsland
Jahrelange Grenzstreitigkeiten zwischen El Salvador und Honduras haben den Landstrich geprägt. Die Gemeinde La Nahuaterique entstand vor etwa einem Jahrhundert als Reaktion auf die Landknappheit in El Salvador. Dort kontrollierten reiche Großgrundbesitzer:innen den größten Teil des Landes, was Kleinbäuer:innen dazu veranlasste, in das unerschlossene und bislang undefinierte Grenzgebiet auszuweichen.
Die Migration und wechselseitige Besitzansprüche führten zu Konflikten zwischen Honduras und El Salvador, die 1969 in militärischen Auseinandersetzungen gipfelten. In den 1980er-Jahren erschütterte der Bürgerkrieg in El Salvador die Region. 1992 wurde La Nahuaterique schließlich auf Grundlage eines Beschlusses des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag dem honduranischen Staatsgebiet zugesprochen.
Bis heute wird die Region jedoch von der Regierung weitgehend vernachlässigt, und es gibt so gut wie keine öffentliche Infrastruktur. Ein Trinkwasser- oder ein durchgehendes Stromnetz ist nicht vorhanden. Arzt- oder Schulbesuche bedeuten oftmals weite Wege zu Fuß, während zugleich die wenigen unbefestigten Straßen im Winter und in der Regenzeit schnell unbefahrbar werden.
Ein genossenschaftlicher Rahmen als Ressource
Unter diesen Bedingungen bedeutet die Zugehörigkeit zur Kooperative für die Bäuer:innen nicht nur bessere Möglichkeiten zur Weiterverarbeitung des angebauten Kaffees und zu seinem Verkauf zu guten Preisen, um davon leben zu können. Sie bietet auch Zugang zu weiteren Ressourcen, die Subsistenz und Lebensbedingungen verbessern.
So fließen Erlöse aus dem Kaffeeverkauf über die Kooperative u.a. in den Infrastrukturbau, und Combrifol unterstützt ihre Mitglieder etwa durch Schulungsangebote zu Themen wie den Folgen des Klimawandels oder der Diversifizierung der Landwirtschaft.
Ebenso bietet die Kooperative einen Rahmen für die Selbstorganisierung und Selbstermächtigung von Frauen im Kampf gegen patriarchale Gewaltverhältnisse und für ihre Rechte. So gibt es eine starke Frauengruppe innerhalb der Kooperative und es werden gezielte Unterstützungsprogramme für alleinerziehende Mütter durchgeführt.

