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Der Faire Handel unter der Lupe

Grenzen des fairen Handels

Einführung: Im Dschungel der Label

In Deutschland gibt es rund 1000 Label, die den Verbraucher*innen versichern sollen, das Produkt sei „nachhaltig“ und zu „fairen“ Bedingungen oder besonders umweltschonend hergestellt worden. Label sind „Allgemeine Bezeichnung(en) für Wort- oder Bildzeichen auf den Produkten“ [1], die nicht unbedingt gesetzlich überprüft werden. Was sich hinter den Auslobungen verbirgt, ist zumeist unklar, da die Begriffe „fair“ oder „nachhaltig“ nicht rechtlich geschützt sind.

Einen sehr guten Überblick über die verschiedenen Anforderungen und Umsetzungen im Namen des fairen Handels bietet Ökotest (2012/8). Hier wird z.B. deutlich, dass die Produzent*innen von Chiquita-Bananen mit einer Auszeichnung eines Rainforest Alliance Labels weder einen Mindestpreis für die Bananen noch eine Vorfinanzierung erhalten, die in der Fair-Trade-Branche üblich sind[2]. Auch die Biobananen der Handelskette "Teegut" mit dem "Fairbindet"-Label ermöglichen den Produzent*innen nur "prinzipiell" eine Vorfinanzierung und auch einen Mindestpreis erhalten sie nicht "als Prinzip"[3]. Unbefriedigend ist ebenso, zu erfahren, dass das zusätzlich eingenommene Geld für die verhältnismäßig teurere Milch von Edeka mit der Aufschrift „Unsere Heimat – Fair Handeln" und „40 Cent je Liter für unsere Milchbauern" auf Nachfragen von Ökotest nicht an die Bauern geleitet wurde[4]. Diese Beispiele ließen sich fortführen. Zusammengefasst ist das zentrale Problem, dass es keine Mindestanforderungen und Zertifizierungsstandards für die Selbstlabel gibt, sie werden nach gusto für das eigene Produkt angelegt. Jede Marke kann sich nennen, wie sie will und kann sich ein Label für Nachhaltigkeit und Fairness geben - unabhängig davon, ob sie dies dann auch umsetzt. Klar ist, dass die Gewinnspanne mit einem gelabelten Produkt wächst[5].

Jedoch sind nicht alle Label nur ein Marketing-Gag, hinter bestimmten Bio-Siegeln und Fair Trade-Auszeichnungen stehen feste Standards und Kontrollmechanismen.

Fair Trade- Auszeichnungen

Die wichtigsten und bekanntesten Auszeichnungen sind das World Fair Trade Organization Label und das Fairtrade- Siegel. Obwohl die dahinterstehenden Organisationen unterschiedliche Wege im fairen Handel einschlagen, berufen sie sich auf eine gemeinsame Definition des fairen Handels und sie organisieren sich gemeinsam im Forum Fairer Handel, beispielsweise für die Bildungsarbeit und die Ausweitung des fairen Handels.

Definition fairer Handel

"Der Faire Handel ist eine Handelspartnerschaft, die auf Dialog, Transparenz und Respekt beruht und nach mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel strebt. Durch bessere Handelsbedingungen und die Sicherung sozialer Rechte für benachteiligte Produzent*innen und Arbeiter*innen – insbesondere in den Ländern des Südens – leistet der Faire Handel einen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung. Fair-Handels-Organisationen engagieren sich (gemeinsam mit Verbraucher*innen) für die Unterstützung der Produzent*innen, die Bewusstseinsbildung sowie die Kampagnenarbeit zur Veränderung der Regeln und der Praxis des konventionellen Welthandels."[6]

Obwohl auf den ersten Blick zwischen diesen Initiativen Einigkeit zu herrschen scheint, knüpfen sie an sehr unterschiedliche Traditionen und Marktmechanismen an. Hier lohnt ein Blick in die Vergangenheit.

Die historischen Wurzeln des fairen Handels

Zu Beginn der 1970er Jahre entstanden aus Protesten gegen wachsende Ungerechtigkeiten im Welthandel kirchlich organisierte Eine- oder Dritte-Welt-Läden. In verschiedenen Ländern begannen kleine Zusammenschlüsse, den direkten Handel von Lebensmitteln zu organisieren und diese auf Märkten oder in Kirchengemeinden zu vertreiben. Produkte wie Bananen oder Tee wurden von Kooperativen aus Ländern des globalen Südens bezogen, mit denen die Handelnden persönlich im Kontakt standen. Über die Jahre verfestigten sich die Kontakte, Know-how wurde durch Besuche bei den Kooperativen ausgetauscht, individuell die Preise verhandelt und langfristige Handelsbeziehungen geschmiedet. Die fast ausschließlich unentgeltlich arbeitenden Händler*innen hatten zum Ziel, mittels des Verkaufs von Produkten über den ausbeuterischen Handel mit den Ländern des globalen Südens aufzuklären und den konventionellen Handel grundsätzlich zu verändern bzw. abzuschaffen.

Ende der 70er Jahre begannen sich auch politische Gruppen aus der internationalistischen Solidaritätsarbeit zunehmend im Kaffeehandel zu betätigen: Erstmalig wurde 1980 nicaraguanischer Kaffee in Deutschland verkauft, um mit dessen Erlösen die Kleinbäuer*innen zu unterstützen, die gegen die Somoza-Diktatur (Sturz 1979) kämpften. Die u.a. über GEPA und Ökotopia vertriebene so genannte „Sandino-Dröhnung“ wurde vor allem aus Solidarität getrunken.

Etwas später wurde im Kontext des El Salvadorianischen Krieges "Kooperativen-Kaffee statt Bonzen-Kaffee" in Deutschland durch das Kaffeprojekt Café Cortadora vertrieben [7]. Im Fokus dieser Handelsbeziehungen stand insbesondere eine revolutionäre gesellschaftsverändernde Perspektive und die Fragestellung, wie arme, von Diktatur unterdrückte und militärisch bekämpfte Gruppen effektiv in ihrem Widerstand unterstützt werden können. Folglich ging mit dem Aufruf, bestimmten Kaffee zu kaufen, nicht selten auch direkte Unterstützung von Befreiungsbewegungen und sozialen Protesten einher. Es ging in dem Engagement um weit mehr als um die Gestaltung von Handelsbeziehungen, sondern um eine weltweite Vernetzung von politischen Akteur*innen und zum Teil sogar um die erhoffte Weltrevolution.

Dem Erfolg beider Bewegungen, der eher kirchlichen als auch der politisch-revolutionären aus der internationalen Solidaritätsarbeit (die nicht immer klar voneinander zu trennen sind), ist zu verdanken, dass immer mehr neue Endverbraucher*innen hinzukamen, sich die Welt-Läden verbreiteten (auch viele politisch-revolutionäre Gruppen verkauften ihren Kaffee über die sich etablierenden Welt-Läden) und sich lokale Initiativen zu Netzwerken zusammenschlossen. Die erhoffte Revolution blieb allerdings weitgehend aus, ebenso wie die Entstehung eines gerechten Welthandels.

Zeitgleich mit dem Niedergang sozialistischer Wirtschaftsmodelle begann der Siegeszug einer neoliberalen Globalisierung und eine zunehmend stärkere Entgrenzung der Märkte. Neue Regionalkonflikte und Kriege verschlechtern die globalen Lebensbedingen ebenso drastisch wie Folgen von Klimaveränderungen und der zunehmende Raubbau von natürlichen Ressourcen in immer abgelegeneren Gebieten der Welt. Auch letzte Nischen in Regenwäldern, indigenen Gemeinden oder urbanen Räumen werden dabei erschlossen und verwertbar gemacht.

Einführung von Siegeln und neue Absatzmärkte

Durch den Zusammenbruch des Kaffeeabkommens im Jahr 1989 stürzte der Weltmarktpreis für Kaffee in den 90er Jahren ins Bodenlose und die Produzent*innen strebten nach zusätzlichen Absatzmärkten[8]. Aus diesem Grund hat die GEPA erstmals ihren Vertrieb von fair gehandelten Produkten auf Supermärkte, Bio- und Naturkostläden sowie auf Großverbrauchende und den Versandhandel ausgeweitet.

Europaweit wurden national geltende Siegel geschaffen, um auch außerhalb der begrenzten Absatzmärkte der Weltläden die Produkte verkaufen zu können. In diesem Zuge wurde 1992 auch in Deutschland der Verein TransFair e.V. gegründet, der das TransFair-Siegel etablierte.

Mit wachsender Globalisierung und Netzwerkarbeit schlossen sich 1997 die nationalen Siegelorganisationen des globalen Nordens zu der gemeinsamen Dachorganisation Fairtrade Labelling Organizations International (FLO) mit Sitz in Bonn zusammen. Unter diesem Dach wurde das einheitliche, international erkennbare Fairtrade-Siegel geschaffen. Mit der Etablierung von Siegeln in den 90er Jahren und der Vereinheitlichung von Produktstandards begann zugleich die Zusammenarbeit mit konventionellen Handelsketten. Kritisiert wird daran, dass zunehmend der „bildungspolitische Anspruch zu Gunsten einer verstärken Fokussierung auf wirtschaftliche Aspekte“ [9] in den Hintergrund geriet.

Aktuelle Entwicklungen und steigende Umsätze 

Durch die Zusammenarbeit mit multinationalen Handelsketten wird der Umsatz von fair gelabelter Ware jährlich gesteigert. Der Geschäftsführer des Vereins TransFair e.V. berichtete, dass im Jahr 2016 der Umsatz mit Fairtrade-gesiegelten Produkten in Deutschland erstmals die Milliarde knackte[10]:


Abb. 1: „Gesamtumsatz des Fairen Handels in Deutschland 2007-2016“[11]

 

Der quantitative Erfolg und Einzug von „fairer Ware“ in den Mainstream trägt im gewissen Maße zu einem erhöhten gesellschaftlichen Problembewusstsein für ungleiche Handelsbedingungen und zu erweiterten Absatzmärkten für die Produzent*innen bei.

Der Preis für diese Entwicklung ist jedoch, dass die "fairen" Produkte neben den "unfairen" in den Supermarktregalen stehen. Dies hat zur Folge, dass die Produkte nicht nur preislich offensichtlich miteinander konkurrieren, sondern zudem die „Stellung des konventionellen Marktsystems legitimiert“[12] wurde. Denn eine entgegengesetzte Entwicklung und Infragestellung des konventionellen Handels durch Gegenorte wie die Weltläden, in denen das Miteinander den Handel bestimmen soll, wurde durch die Einreihung derselben Produkte in den Supermärkten zahnlos. Die Etablierung eines ganz anderen Handelssystems ist der Idee der individuellen Entscheidungsmöglichkeit zum Einkauf von Produkten gewichen.

Gesellschaftspolitische Verantwortung für kapitalistische Ausbeutungsverhältnisse wird zu einer reinen Kaufentscheidung individualisiert, der Anspruch auf gerechte Löhne und ein menschenwürdiges Leben ins privatwirtschaftliche Feld der Wohltätigkeit verlagert. Produktionsbedingungen jenseits von Armut und Tyrannei werden zu einem vermarktbaren Qualitätsmerkmal, das seinen Preis hat, statt zur unumstößlichen Grundlage unserer Beziehungen.

Die verschiedenen Ansätze des fairen Handels – eine andere Handelsstruktur zu etablieren vs. der einzelnen Produktzertifizierung bei Nutzung des konventionellen Handels - werden bis heute durch die Unterschiede bei den Fair Trade- Auslobungen deutlich.

Das World Fair Trade Organization-Label (WFTO)

Die Standards und Kriterien werden von der World Fair Trade Organization mit Sitz in den Niederlanden gesetzt. Sie ist die internationale Dachorganisation für mehr als 400 Fair-Handels-Organisationen in rund 70 Ländern aller Kontinente. Sie ist zugleich ein globales Netzwerk, das sich aus allen Akteur*innen der Wertschöpfungskette zusammensetzt – von den Produzent*innen bis zu den Verbraucher*innen. [13]

Zertifizieren lassen können sich Produzent*innenorganisationen, Importeur*innen und Weltläden, es tragen also sowohl Unternehmen als auch Produkte das WFTO-Zeichen (z.B. El Puente und GEPA).[14]

In internen und externen Monitoring-Systemen werden die Mitglieder regelmäßig anhand zehn selbst gesetzter Prinzipien überprüft, die gemeinsam von Expert*innen aus dem globalen Norden und Süden aufgestellt wurden. Hierzu findet eine Selbsteinschätzung, ein Fachaustausch unter Kolleg*innen und ein Monitoring durch externe Inspektor*innen statt[15]. Besonders ist, dass die Mitglieds-Organisation als Ganzes geprüft und mit dem Siegel bestätigt wird, dass sie in ihrer gesamten Geschäftstätigkeit fair handelt[16]. Die Zertifizierung hat also die integrierte Handelskette im Blick (sprachlich wird dies als „Fair Trade“ in zwei Wörtern kenntlich gemacht).

Die 10 WFTO- Prinzipien:

„Die WFTO Mitglieder…

  • Schaffen Chancen für wirtschaftlich benachteiligte Produzent*innen,
  • setzen Transparenz und Verantwortlichkeit in ihrer Geschäftstätigkeit zum Wohle der Produzent/innen um,
  • schließen Gewinnmaximierung auf ihre Kosten aus; entsprechend verpflichten sie sich zur Vorfinanzierung falls gewünscht, langfristigen Handelsbeziehungen ec.
  • Bezahlen einen fairen Preis, der im Dialog ausgehandelt wurde und von den Produzent*innen als fair angesehen wird,
  • Schließen Zwangsarbeit aus und respektieren die UN-Konventionen zu den Rechten von Kindern,
  • Setzen sich für Gleichberechtigung von Mann und Frau, für Nicht-Diskriminierung und Versammlungsfreiheit ein,
  • Schaffen gesunde und sichere Arbeitsbedingungen,
  • Unterstützen Weiterbildungsmaßnahmen bei den Produzent/innen und der eigenen Belegschaft,
  • Werben für Fairen Handel und setzen sich auf politischer Ebene für mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel ein,
  • Unterstützen Maßnahmen des Ressourcen- und Umweltschutzes“ [17]

Wir finden die WFTO-Prinzipien richtig und unterstützen auch den Ansatz, die gesamte Handelskette in den Blick zu nehmen. Aus diesem Grund können über Café Libertad Kollektiv z.B. auch Produkte von El Puente, mit denen wir zusammenarbeiten, bezogen werden.

Das Fairtrade-Siegel

Der internationale Verbund Fairtrade Labelling Organizations International (FLO[18]) ist ein Zusammenschluss aus 23 Mitglieder-Organisationen, drei Produzent*innennetzwerken und 20 nationalen Fairtrade-Organisationen mit Sitz in Bonn[19]. Der Verbund entwickelt unter Berücksichtigung eines 50%igen Stimmenanteils von Produzent*innenorganisationen international gültige Fairtrade-Standards[20]. Die Standards umfassen die Bereiche „Soziales“, „Ökologisches“ und „Ökonomisches“ und werden für Kleinbäuer*innen, Plantagenarbeiter*innen und einzelne Produkte weiter spezifiziert[21]. Die Standards variieren also von Produkt zu Produkt.

Zudem ist es für die Unternehmen möglich, nicht nur Endprodukte zertifizieren zu lassen, sondern auch Einzelrohstoffe wie Zucker, die in einer Produktlinie verwendet werden können. Das Endprodukt trägt dann kein Produkt-Siegel, sondern ein Programm-Siegel.

Produzent*innen erhalten eine Zertifizierung durch die Einhaltung von Minimalanforderungen. Darüber hinaus wird ein Entwicklungsprozess für die kommenden Jahre erarbeitet, der die Erhöhung der Standards zum Ziel hat.

Folgende Kriterien umfassen das Fairtrade-Siegel:

  • Die Zahlung eines kostendeckenden Preises und eines Bio-Aufpreises bei Bio-Produkten, [aktuell 1,40$ pro Pound (knapp 500g) + 0,30$ Bio-Aufschlag[22]]
  • Die Zahlung einer zusätzlichen Fairtrade-Prämie für Entwicklungsmaßnahmen, [+ 0,20$]
  • Die Bereitstellung von Vorfinanzierungsmöglichkeiten,
  • Langfristige Handelsbeziehungen,
  • Maßnahmen zu Mengenausgleich und physischer Rückverfolgbarkeit, [Es sollen nicht mehr Produkte mit dem Fairtrade-Siegel verkauft werden, als für diese zertifizierte Rohstoffe zur Verfügung gestellt wurden. Zudem soll eine Rückverfolgung der Lieferkette möglich sein, also das zertifiziert angebaute Produkt soll bei den Konsument*innen landen.]
  • Physische Rückverfolgbarkeit und mögliche Aufhebung bei Kakao, Zucker, Tee und Fruchtsäften, [hiermit wird die Aufhebung des vorangestellten Kriteriums eingeführt: Bei Kakao, Zucker, Tee und Säften wird durch die Verarbeitung in großen Werken davon ausgegangen, dass die Fairtrade-zertifizierten Produkte mit unzertifizierten Rohstoffen vermengt oder vertauscht werden.]
  • 100-Prozentregel und Mindestanforderung bei Mischprodukten[23] [Dies besagt, dass alles, was fair in dem Produkt verarbeitet werden kann, auch aus fairer Produktion stammen muss „all that can be fair must be fair“. Wasser ist beispielsweise ausgenommen.]

Überprüft werden die Standards durch die unabhängige Zertifizierungsgesellschaft FLO-CERT GmbH. Die Überprüfung findet in angekündigten und unangekündigten Audits durch ortsansässige Inspektor*innen statt.

Für die Kosten der Zertifizierung müssen Produzent*innen als auch Im- und Exporteur*innen selbst aufkommen. Möchte ein Unternehmen Produkte mit dem Fairtrade-Siegel verkaufen, zahlt es dafür Lizenzgebühren an den nationalen Ableger von FLO - in Deutschland an TransFair e.V. Die Verkäufer*innen sind von einer Kontrolle ihrer sonstigen Handelspraktiken und Arbeitsbedingungen ausgenommen.

TransFair e.V. repräsentiert in Deutschland Fairtrade und neben dem Verkauf des Siegels macht der gemeinnützige Verein Öffentlichkeits-, Marketing-, Lobby- und Kampagnenarbeit. Deutlich wird die Aufgabenverteilung der drei Akteure FLO, FLO-CERT und TransFair e.V. anhand der folgenden Abbildung.

 

 

Abb. 2: „Fairtrade Netzwerk im Überblick“ [24]

Kritikpunkte

Es gibt verschiedene Kritikpunkte an dem FlO-CERT-Siegel. Diese seien kurz benannt, um im Folgenden konkreter darauf einzugehen:

1. Die Kosten für die Zertifizierung tragen die Bäuer*innen
2. Es gibt keine Abnahmegarantie
3. Koloniale Kontinuitäten und Greenwashing
4. Die Siegelstandards werden zugunsten der Profitmaximierung aufgeweicht
5. Der größte Teil der Gelder bleibt im globalen Norden

1. Die Kosten für die Zertifizierung tragen die Bäuer*innen

Die Zertifizierungskosten und bürokratischen Hürden für die Zertifizierung sind sehr hoch. Wollen sich Bäuer*innen als fair zertifizieren lassen, müssen sie erstmal die pauschale Anmeldegebühr von 550 Euro bezahlen – unabhängig vom Ausgang des Verfahrens. Diese finanzielle Hürde sorgt dafür, dass die Ärmsten kein Zertifikat bekommen, da sie sich den Antrag auf einen besseren Lohn nicht leisten können.

Doch die Kosten für die Produzent*innen fangen erst richtig an, da die Bäuer*innen für jedes Kilo Kaffee abermals aus Zertifizierungsgründen zahlen müssen. Ein Rechenbeispiel: 60 Kleinbäuer*innen, die individuell Kaffee produzieren, wollen gemeinschaftlich Faitrade-Kaffee verkaufen. Sie besitzen sechs Felder, auf denen zwischen drei und sechs Mitarbeiter*innen arbeiten (insg. 29, darunter zumeist Familienmitglieder). Es gibt keine weiteren Subunternehmer*innen o.ä. Die Gebühren für ihren Kaffee betragen für das erste Jahr 4000 Euro[25]! Für jedes weitere Jahr fallen abermals Kosten an. Es kann sich kaum eine wirklich arme bäuerliche Familie einen „fairen Preis“ erkaufen und das Konzept beißt sich somit selbst in den Schwanz. Folglich partizipieren immer mehr Großgrund- und Plantagenbesitzer*innen bei Fairtrade. Wenig verwundert, dass zahlreiche (wissenschaftliche) Studien die Wirksamkeit von Fairtrade im Sinne einer Armutsbekämpfung verneinen[26].

2. Es gibt keine Abnahmegarantie

Wie bereits deutlich wurde, sind die Zertifizierungskosten für die Produzent*innen immens. Zudem gibt es keine Abnahmegarantie für die Rohstoffe, es wird im Schnitt nur 1/3 als fair verkauft[27]. Es werden zwar von seiten der FLO-Standards langfristige Handelsbeziehungen gefordert, doch sind Produzent*innen und Verkäufer*innen durch die Zwischenhändler*innen voneinander entkoppelt. Das Unternehmen kauft vermittelt über Händler*innen, statt mit den Produzent*innen im direkten Kontakt zu stehen. Hierdurch sind die Handelsbeziehungen lockerer, wirklich langfristige Handelsbeziehungen mit gegenseitigem Austausch sind selten. Hiervon profitiert jedoch insbesondere der Zwischenhandel.

Die ungewisse Abnahmemenge hat zweierlei zur Folge: Einmal ist es schlimmstenfalls möglich, dass eine Produzent*innenorganisation ihr Produkt für viel Geld zertifizieren lässt. diese Investition aber umsonst getätigt hat, da kein*e Zwischenhändler*in die Ware für den Aufpreis kauft. Das kann sie in den Ruin treiben.

Zweitens geht wohl der Trend seitens der Produzent*innen dahin, sich einen überlebenssichernden Lohn durch die Auswahl der verkauften Qualität zu sichern: Qualitativ wenig hochwertiger Kaffee wird als fair zertifiziert und verkauft (um wenigstens den Mindestlohn zu erhalten) und der qualitativ hochwertigere Kaffee wird zu einem besseren Preis auf dem freien Markt verkauft. Dies macht aus Produzent*innen-Perspektive absolut Sinn, geht aber zu Lasten der Qualität von Fairtrade.

3. Koloniale Kontinuitäten und Greenwashing

Über die Festlegung von ethischen Kriterien und Kontrollstrukturen gegenüber Produzent*innen des globalen Südens durch Akteur*innen des globalen Nordens werden koloniale Kontinuitäten reproduziert: Im Zielland des Konsums werden die Regeln aufgestellt, die in den Ländern, in denen produziert wird, eingehalten werden müssen. Die Produzent*innen müssen sich an sämtliche Standards halten, um auf ein „kostendeckendes“ Einkommen hoffen zu können. Hier wird der Problemfokus auf die sogenannten "unterentwickelten" Länder offenbar: Kontrolleur*innen überprüfen, ob die schwer arbeitenden Bäuer*innen auch einen Anspruch auf Kostendeckung haben – ganz so, als läge das Problem der niedrigen Entlohnung bei den Bäuer*innen!

Zugleich gibt es keinerlei Fairness-Kontrollen für die Unternehmen im globalen Norden, die Fairtrade vertreiben. So erlangte Lidl 2012 den 2. Platz des "Fairtrade- Awards" von TransFair e.V. und 2016 wurde die Supermarktkette sogar Gewinnerin des Preises. Lidl ist einer der größten Discounter-Konzerne weltweit und das Schwarzbuch Lidl gibt ausführlich über schlechte Arbeitsbedingungen Auskunft. Darüber hinaus steht Lidl insgesamt dafür in der Kritik, durch seine generelle Preispolitik dafür zu sorgen, dass „bäuerliche Landwirtschaft im Norden wie im Süden keine Chance mehr hat“[28].

Einzelne Produkte mit dem "Fairtrade-Siegel" einzuführen, verbessert das Marktimage. TransFair e.V. stellt sich durch die Vergabe des Awards an Lidl unserer Meinung nach in den Dienst von Greenwashing – schafft also ohne hinreichende Grundlage das Image eines verantwortungsbewussten Unternehmens[29]. Dies bietet ein Einfallstor für weitere multinationale Konzerne oder Supermarktketten, die durch „faire“ Waren ihr Markenimage aufpolieren wollen. Es ist ein offenes Geheimnis, dass das Labeln von Produkten als Türöffner für den Verkauf genutzt wird: Entwickelt ein Unternehmen eine kleine Produktlinie mit einem Label, das beispielsweise faire Arbeitsbedingungen bestätigt, erhöhen sich die Verkaufszahlen. Verantwortungsbewusste Konsument*innen beziehen nun die etwas teureren, gelabelten Produkte und kaufen zudem auch jene Produkte des Unternehmens ohne Label, da das Vertrauen in die Marke generell gewachsen ist. Schlussendlich wird durch die Einführung eines Labels das Markenimage verbessert, der Verkauf gesteigert und die Konsument*innen haben ein gutes Gewissen. Der Begriff, der dies auf den Punkt bringt, ist "Greenwashing" – ein Unternehmen wäscht sich ökologisch und sozial „grün“, also rein, ohne seine ausbeuterischen Praktiken grundlegend zu verändern.[30]

4. Siegelstandards werden teilweise zugunsten der Profitmaximierung aufgeweicht

Mindestpreise: Eigentlich geht man als Käufer*in von Fairtrade-Produkten davon aus, dass vor allem die Produzent*innen von den höheren Verkaufspreisen profitieren – und dies durch Mindestpreise auch überwacht wird. Leider ist dies nicht der Fall: 1. der FLO-Standard sichert nur zu, dass „kostendeckende“ Preise gezahlt werden, also dass die Erzeuger*innen des Produktes lediglich kein Minusgeschäft machen. Dies als „fair“ zu bezeichnen, ist fast zynisch. 2. Gibt es nicht für alle Produkte Mindestpreise – ausgenommen sind z.B. Rohrohrzucker und Gewürze. Dies wird wie folgt begründet: „Der Verzicht auf einen Fairtrade-Mindestpreis dient letztendlich dazu, dass so viele Bauern und Bäuerinnen wie möglich am Fairen Handel teilhaben und neue Produkte aus unterschiedlichen Ländern Fairtrade-zertifiziert werden können.“ [31] Dies bedeutet im Klartext, dass es mehr Zertifizierungen gibt, wenn die selbst gesetzten Standards unterboten werden. Hierdurch tragen immer mehr Produkte das Siegel – aber ganz sicher profitieren davon nicht die Produzent*innen!

Mischprodukte: Im Juli 2011 wurde der für das Siegel notwendige Mindestanteil an fair gehandelten Zutaten von 50 auf 20 Prozent gesenkt. Es müssen auch alle anderen Zutaten fair gehandelt sein, wenn sie als solche erhältlich sind [32]. Ohne die Senkung wären einige Fertigprodukte aus dem System gefallen, wie Drinks, Eiscreme oder Kekse. Das Forum Fairer Handel kommentiert dies wie folgt: „Es handelt sich um Produkte mit großem Interesse seitens der Anbieter und des Handels. Die 20%-Regel ist ein Entgegenkommen von FLO, solche Produktgruppen zu ermöglichen, um Produzenten entsprechende Märkte zu eröffnen.“[33]

Mengenausgleich: Nicht für alle Produkte gilt die physische Rückverfolgbarkeit. Dies bedeutet, es gibt ein System ähnlich wie beim Ökostrom: Kunden bezahlen für Ökostrom, bekommen aber einen Energiemix aus der Steckdose. So kann bei der Verarbeitung von z.B. Säften oder Schokolade nicht immer versichert werden, dass der Fairtrade-Rohstoff auch zu 100% im Endprodukt landet. Es wird aus Kostengründen nur sichergestellt, dass nicht mehr Fairtrade-Endprodukte verkauft werden als für ihre Produktion zur Verfügung gestellt wurden. Mit Pech wurden in der zertifizierten Fairtrade-Schokolade keine Fairtrade-Rohstoffe verarbeitet [34].

5. Der größte Teil der Gelder bleibt im globalen Norden

Bereits im Jahr 2013 wurden weltweit 5,5 Milliarden Euro für Fairtrade-Produkte ausgegeben[35]. Der Boom hält weiter an, die Milliardenmarke wurde durch den Verkauf zertifizierter Produkte in Deutschland bereits geknackt. Schaut man sich in Abbildung 3 das Fairtrade-Netzwerk noch einmal genau an, wird deutlich, dass die FLO-CERT GmbH eine zentrale Rolle im Zertifizierungssystem spielt: Sie zertifiziert die Produzent*innen, Exporteur*innen, Importeur*innen und Hersteller*innen – und alle einzelnen Akteur*innen müssen für die Zertifikate bezahlen. Es entsteht der Verdacht, es könne sich um ein lukratives Geschäft handeln, wenn so viele Akteur*innen zu Zahlungen verpflichtet werden. Dieser Verdacht erhärtet sich beim Blick auf die Unternehmensform: Die FLO-CERT ist als GmbH, also als Kapitalgesellschaft organisiert und damit nicht der Allgemeinheit gegenüber zu Einkommen und Ausgaben rechenschaftspflichtig (wie bspw. ein gemeinnütziger Verein).

Es kursierten vor mehreren Jahren Zahlen im Netz, dass die FLO-CERT GmbH im Jahr 2014 über 10 Millionen Euro Gewinn gemacht hätte. Aktuell ist beim besten Willen – auch nicht auf Anfrage (!) ein Geschäftsbericht oder eine Auskunft über Umsätze bzw. Gewinne zu bekommen. Dies lässt spekulieren, dass die positive Marktentwicklung von Fairtrade auch die Gewinne von FLO-CERT enorm steigern konnte. Jedoch lässt sich die Erfolgsgeschichte des Zertifizierungsunternehmens wohl schwer mit dem Marketing von Fairtrade vereinbaren, denn dies könnte Zweifel daran säen, dass das zusätzlich ausgegebene Geld der Käufer*innen auch wirklich bei den Produzent*innen landet – und nicht bei FLO-CERT mit Sitz in Bonn.

Es gibt weitere Hinweise darauf, dass auch bei Fairtrade (wie im herkömmlichen Handel) die größten Umsätze in den Zielländern des Produktes gemacht werden: „Christiane Manthey, die Lebensmittelexpertin der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, verweist zudem auf Studien, nach der der Großteil des Gewinns bei Herstellern und Handelsketten bleibt, nicht aber bei den Kleinbauern oder Landarbeitern.“[36]

Ein großer Anteil des höheren Kaufpreises für faire Produkte entsteht dabei nicht durch höhere Löhne für Erntehelfer*innen oder bessere Rohkaffeepreise für Kleinbäuer*innen, sondern durch Aufschläge für die Vermarktung der Produkte. Die Bereitschaft von Konsument*innen, für faire Produkte mehr zu bezahlen, fördert so teilweise vor allem die Entwicklung von Marken, die Werbe- und Verpackungsindustrie in Industrieländern statt die Entwicklung von Gemeinden und Kooperativen in den Produktionsländen.

Fazit und Positionierung: Weshalb Café Libertad Kollektiv keine Siegel nutzt.

Die Standards von fairen Siegeln lassen zu wünschen übrig und es werden Kompromisse auf Kosten der Produzent*innen geschlossen, um auf dem Markt und im Label-Wirrwarr konkurrenzfähig zu bleiben. Ein Großteil des Fair Trade- Umsatzes wird zudem mit Produkten gemacht, die in den Supermärkten verkauft werden – jenen Orten, die durch ihre Preispolitik die lokalen Märkte systematisch zerstören.

Ist bei der WFTO noch Standard, sich politisch für mehr Gerechtigkeit im Welthandel einzusetzen, gibt es diesen Anspruch bei Unternehmen, die das Fairtrade-Siegel verkaufen, nicht. Dies führt auch dazu, dass die Konsument*innen in den Supermärkten nicht aufgeklärt werden (wie es der bildungspolitische Anspruch z.B. in den Weltläden ist) und im Zweifelsfall auch nicht mehr zwischen den Labeln und Siegeln unterscheiden können. So wird scheinbar egal, ob bio- und fair gehandelte Produkte im Supermarkt oder in kleinen Bio- oder Weltläden gekauft werden. In der Folge müssen kleinere Läden vermehrt schließen, denn sie halten den Preisdruck mit den Discountern oft nicht stand[37]. Solidarischer Handel mit Kaffee ist aus unserer Perspektive nicht vereinbar mit Supermarktvertriebswegen.

Der aktuelle Entwicklungsstand des fairen Handels ist, dass sich die kapitalistischen Marktstrukturen auch hier durchsetzen und sich die jeweiligen Label- und Siegelinitiativen auf dem Markt behaupten müssen. Sie versuchen zwar teilweise durch unterschiedliche Schwerpunktsetzungen auf die Bedürfnisse und Anforderungen seitens Produzent*innen, Händler*innen und Konsument*innen einzugehen, scheuen sich aber vor einem konsequenten Bruch mit Akteur*innenen und Mechanismen des globalen und lokalen Handels.

Wie eingangs geschrieben, wirken kapitalistische Verwertungslogiken durchdringend und niemand von uns kann sich ihnen entziehen. Dies gilt entsprechend auch für den fairen Handel – trotz aller Ansätze, sich den herrschenden Strukturen entgegen zu stellen oder die schlimmsten Folgen von z.B. Preisdumping abzufedern.

Obwohl wir Kritik an Zertifizierungen wie dem FLO-Siegel üben, sehen wir das grundlegende Problem in den Strukturen: Globale kapitalistische Handels- und Marktstrukturen erzeugen Armut, wogegen auf der politischen Ebene etwas getan werden könnte (z.B. durch generell vorgeschriebene Mindestlöhne bei Importwaren und dem gesetzlichen Ausschluss ausbeuterischer Handelsbeziehungen).

Stattdessen wird es einzelnen NGOs und Initiativen überlassen, sich eigene Standards zu setzen, nach denen sie handeln wollen. Dabei müssen sie sich als Marken auf dem Markt behaupten und treten, wie im Dschungel von Labeln sichtbar, auch in Konkurrenz zueinander. Die Konkurrenz zu den herkömmlich gehandelten Produkten als auch zu der gelabelten Ware bewirkt eine Ausdifferenzierung der Siegel. Dies wird anhand der beiden eingeschlagenen Wege des fairen Handels sehr deutlich (WFTO-Zeichen: setzt auf integrierte Lieferkette und Qualität vs. FLO-Siegel: Produktzertifizierung und Quantität).

»Wohltätigkeit ist das Ersaufen des Rechts im Mistloch der Gnade«

Johann Heinrich Pestalozzi

Im Kampf um Absatzmärkte wird an das gute Gewissen der Konsument*innen appelliert und Slogans wie "Die Macht der Verbraucher" suggerieren, es könnten Märkte verändert werden durch den bewussten Einkauf der*s Einzelnen. Frei nach dem Motto: Eine gerechte, schöne Welt ist käuflich. Durch solches Marketing tragen einzelne Akteur*innen des fairen Handels zur Verschleierung der zugrundeliegenden Verhältnisse des globalisierten Kapitalismus bei.

Zudem wirkt es im Umkehrschluss ethisch verwerflich, zu arm zu sein, um die gesiegelten Produkte kaufen zu können oder ärmere Verbraucher*innen müssen sich entscheiden, an welcher Stelle sie es sich leisten möchten und können, den Produzent*innen einen "fairen" Lohn zukommen zu lassen. Die Entscheidung über Armut oder Reichtum liegt demnach allein bei ihrer Kaufentscheidung.

Dies halten wir für nicht haltbar und letztlich auch gegenüber den Verbraucher*innen vor dem Hintergrund von sozialpolitischen Fragen hier vor Ort für unangemessen. Es müssten stattdessen Regelwerke und globale Veränderungen etabliert werden, die nicht das Individuum allein in die Verantwortung nehmen für historisch gewachsene ausbeuterische Strukturen, sondern auf ein ganz anderes Ganzes und gänzlich andere Rahmenbedingen zielen.

Ohne weiterreichende politische Forderungen kann fairer Handel zu einem sozialverträglichen Legitimationsinstrument postkolonialer Handelsbeziehungen werden und trägt dann eher zum Fortbestand dieser Verhältnisse bei, statt zu deren Überwindung als gesellschaftliche Perspektive und Aufgabe beizutragen.

Café Libertad Kollektiv, als Akteurin des solidarischen Handels, ist vor diesem Hintergrund besonders wichtig, mit Kooperativen zusammen zu arbeiten, die in sozialen Bewegungen der Herkunftsregionen verankert sind und ein explizit politisches Selbstverständnis besitzen.

Auch eigenes gesellschaftliches Engagement und die finanzielle Unterstützung von emanzipatorischen Initiativen und antikapitalistischen Bewegungen durch Fördermittel sehen wir neben der langfristigen Zusammenarbeit mit jährlichen Preisverhandlungen auf Augenhöhe als essentiellen Bestandteil eines Selbstverständnisses, das auf die Veränderung gesamtgesellschaftlicher Prozesse und eine solidarische Ökonomie abzielt.

[1] https://utopia.de/0/ratgeber/welchem-guetesiegel-vertrauen-biosiegel-eg-oekoverordnung-label (27.1.2018). „Eine Untergruppe von Labeln bilden die wettbewerbsrechtlich geschützten Gütesiegel“ (ebd.)

[2] Ökotest Nr. 8 / August 2012: „Fairer Handel und Unfaire Geschäfte“, S. 24

[3] Ebd. S. 20

[4] Ebd.

[5] Umfassende Kritik zu Labeln und Siegeln siehe Kathrin Hartmann (2009): „Ende der Märchenstunde“

[6] https://www.forum-fairer-handel.de/fairer-handel/definition/ (28.01.2018)

[7] https://www.oeku-buero.de/info-blatt-50/articles/erfahrungen-der-kaffeekampagne-el-salvador.html (10.02.2018)

[8] Siehe „Preisschwankungen“

[9] Hornung et al: Wo Kritik war, ist Konsum. Das Problem mit Fair Trade. In: Kurswechsel 1/2011: 126-130, S. 126-7.

[10] https://www.fairtrade-deutschland.de/service/presse/details/12-milliarden-umsatz-mit-fairtrade-produkten-1951.html (27.01.2018)

[11] Forum Fairer Handel e.V. (2017): Aktuelle Entwicklungen im Fairen Handel, S. 4: https://www.faire-woche.de/fileadmin/user_upload/media/fairer_handel/zahlen_fakten/2017-07-20_aktuelle_entwicklungen_im_fh_2017.pdf (31.01.2018)

[12] Ebd., S. 127

 

[13] Vgl.sämtliche Infos https://wfto.com/about-us/about-wfto (27.01.2018) und Forum Fairer Handel e.V. (2015): „Monitoring und Zertifizierung im Fairen Handel“

[14] Ebd.

[15] Hierbei handelt es sich nicht um eine Zertifizierung auf gesetzlicher Grundlage, weshalb das WFTO-Zeichen als Label bezeichnet wird.

[16] http://www.forum-fairer-handel.de/de/rss-feed/rss/artikel/article/fair-nach-innen-und-aussen/ (27.01.2018)

[17] Forum Fairer Handel e.V. (2015): „Monitoring und Zertifizierung im Fairen Handel“, S. 14.

[18] In der Außendarstellung nennt sich der Verbund „Fairtrade International“, hat sich jedoch unter dem Namen „Fairtrade Labelling Organizations International“ (FLO) gegründet.

[19] https://www.fairtrade.net/about-fairtrade/fairtrade-system.html (28.01.2018).

[20] Forum Fairer Handel e.V. (2015): „Monitoring und Zertifizierung im Fairen Handel“, S. 10.

[21] https://www.fairtrade-deutschland.de/was-ist-fairtrade/fairtrade-standards.html (28.01.2018)

[22] https://www.fairtrade.net/standards/price-and-premium-info.html (11.02.2018)

[23] Forum Fairer Handel e.V. (2015): „Monitoring und Zertifizierung im Fairen Handel“, S. 10.

[24] http://www.fairtrade.de/cms/media/pdf/FAIRTRADE-Zertifizierungssystem_im_Detail.pdf (28.01.2018)

[25] https://www.flocert.net/solutions/fairtrade-resources/cost-calculator/ (14.01.2018). Mit dem online FLOCERT-Rechner sind sämtliche Konstellationen zu berechnen.

[26] U.a. Christopher Cramer: The Fair Trade, Employment and Poverty Reduction (FTEPR) http://ftepr.org/ am (14.01.2018) oder Benjamin Hornung, Andreas Meyerhöfer, Matthias Elsas: Wo Kritik war, ist Konsum. Das Problem mit Fair Trade. In: Kurswechsel 1/2011: 126-130. Siehe auch ORF Weltjournal-Doku (2012): https://www.youtube.com/watch?v=-514XPSLz58 (31.01.2018)

[27] Zeit Online: Das Geschäft mit dem schlechten Geschmack (2015). http://www.zeit.de/wirtschaft/2015-01/fairtrade-qualitaet (31.01.2018)

[28] Kommentar zur Verleihung des Fairtrade Award 2012: http://www.ewnw.de/sites/default/files/2012%20PM%20Transfair%20Awards%20Lidl.pdf (31.01.2018)

[29] Mit dieser Kritik stehen wir nicht alleine da: Ebenfalls empört hat sich beispielsweise das Eine Welt Netzwerk Hamburg e.V. zu dieser Vergabe geäußert: http://www.ewnw.de/fairtrade-award-lidl-ist-geschmacklos (31.01.2018)

[30] Umfassende Kritik zu Labeln und Siegeln siehe Kathrin Hartmann (2009): „Ende der Märchenstunde“

[31] https://www.fairtrade-deutschland.de/faq.html#c5155 (01.02.2018)

[32] https://utopia.de/siegel/fairtrade-siegel-bedeutung-kritik/ (01.02.2018)

[33] Forum Fairer Handel (2011): „Wesentliche Änderungen in den Fairtrade-Standards 2010/2011, https://www.forum-fairer-handel.de/fileadmin/user_upload/dateien/publikationen/materialien_des_ffh/wesentliche_aenderungen_in_den_fairtrade_standards_2010-11.pdf (01.02.2018)

[34] Ebd.

[35] https://www.fairtrade.net/fileadmin/user_upload/content/2009/resources/2013-14_AnnualReport_FairtradeIntl_web.pdf , S. 18 (11.02.2018)

[36] http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/fairer-handel-ist-ein-milliardenmarkt-geworden-13794971.html (11.02.2018)

[37] Vgl. Wegener & Becker (2010): „Rundum gut? Überblick und Bewertung der Zertifizierung von Sozialstandards, fairen Handelspraktiken und Regionalität im Biohandel und im fairen Handel.“ Hrg.: KATE e.V. und Copine eG

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