Valdeflores Olivenöl, Spanien

26,00 € *
Inhalt: 2000 ml
Artikel-Nr: 8530
Preis pro Liter: 13,00 € 

Natives Olivenöl extra, Kanister 2l
Solidarischer Anbau im Widerstand gegen Lithium-Tagebau
Hersteller: ACTYVA S. Coop, Cáceres/Spanien
Mindestens haltbar bis: 31/07/2020

 

Bio-Produkt nach
DE-ÖKO-039 GfRS

Das native Olivenöl extra stammt von Valdeflores (Cáceres, Extremadura, Spanien) aus einem 15 ha großen Hain mit Olivenbäumen, in dem vom Aussterben bedrohte schwarze Merino-Schafe weiden. Das Gebiet ist umkämpft und bedroht, da es durch die Errichtung einer eine Lithium-Tagebaumine zerstört werden soll.

Das Olivenöl aus dem Widerstand gegen Landenteignungen und den Betrieb der Mine wird von der Kooperative ACTYVA vertrieben, welche der anarchosyndikalistischen Basisgewerkschaft CNT nahesteht und mit gemeinschaftlichen Produktions- und Vertriebswegen experimentiert.

Gemeinschaftliche Produktion und solidarische Vertriebswege

ACTYVA ist eine gemeinnützige Genossenschaft, die sich auf gegenseitige Hilfe, soziale Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit konzentriert. Sie verfolgen einen landwirtschaftlichen Ansatz, der nach Grundsätzen der Agrarökologie und Ernährungssouveränität arbeitet. In Valdeflores stellen sie qualitativ hochwertige und erschwingliche Lebensmittel her und erhalten traditionelle Landschaften und Praktiken der Produktion.

Im Jahr 2010 hatte die CNT beschlossen, Agrarökologie und Direktvertriebsplattformen zu fördern. ACTYVA wurde 2014 von der CNT in Extremadura als gemeinnützige Kooperative gegründet. Heute decken mehr als 400 Mitglieder ein breites Spektrum an Notwendigkeiten des Zusammenlebens aus den Bereichen Ernährung, Bau und Bildung ab. Seit 2016 gibt es einen gemeinschaftlich genutzten 110 Hektar großen Hof, Valdeflores, in der Nähe von Cáceres  Zuvor hatten sie begonnen, verlassene Olivenhaine und Weiden in der gleichen Gegend zu bewirtschaften.

Globaler Raubbau und Landkämpfe

Das australische Bergbauunternehmen Infinity Lithium plant, den Berg (Montaña), der die Stadt Caceres umgibt, buchstäblich zu verschlucken. Das geplante Abbaugebiet liegt nur 2 km von der Altstadt entfernt und das gemeinschaftliche Anbaugebiet von Valdeflores wäre direkt von der Grube betroffen. Nach ersten Bauarbeiten haben Umweltaktivist*innen aus Caceres die Plattform (Salvemos la Montaña: Rettet den Berg) ins Leben gerufen, um den Plänen der Bergbaufirma Widerstand entgegenzusetzen.

Lithium spielt eine entscheidende Rolle bei der industriellen Herstellung von Batterien für Mobiltelefone oder Elektroautos. Große transnationale Konzerne haben seit einigen Jahren weltweit die Vorkommen im Visier. Im Interesse eines grünen Kapitalismus werden neue Märkte und Ressourcen erschlossen. Die Konflikte um Land haben in den letzten Jahren daher zugenommen und immer mehr naturbelassene Räume werden zerstört und verwertet. Dies betrifft Lithium ebenso wie andere Metalle oder nach wie vor den Kohletagebau zur Energiegewinnung für Fabriken in Industriegebieten und Einspeisung in Stromnetze.

Besonders die Regierungen in den betroffenen Ländern des globalen Südens erlassen Gesetze, durch die die Rechte lokaler Gemeinden und der indigenen Bevölkerung zugunsten von Konzernen und Investoren beschnitten werden. Die Folge sind zunehmender Landraub, wachsende Korruption und politische Morde an kritischen Journalist*innen, Gemeindemitgliedern oder Umweltaktivist*innen.

Automobilindustrie und deutsche Interessen

Wie wenig der Kolonialismus in Bezug auf die Ausbeutung von Rohstoffen bis heute überwunden ist, und wie groß der Einfluss der deutschen Automobilindustrie ist, wird in einem begeisterten Artikel des Handelsblattes vom Dezember 2018 deutlich: „Im Salzsee Salar de Uyuni in Bolivien schlummern die größten Lithiumreserven der Welt – Rohstoff für die Batterien künftiger Elektroautos. Den Schatz soll ein deutsches Unternehmen heben.“

Ungeniert werden natürliche Orte und Lebensräume zu Schätzen, die es für deutsche Unternehmen zum Erhalt des wirtschaftlichen Weltmachtbestrebens zu heben gilt. Profitieren soll von dieser Entwicklung vor allem die deutsche Autoindustrie mit Konzernen wie VW und Audi im Hinblick auf die Eroberung von Marktanteilen in China.

Menschenrechtsverbrechen und organisierte Kriminalität

Ein Beispiel für die Zusammenhänge und Verflechtungen von Tagebauprojekten, Politik, Industrie und organisierter Kriminalität ist das Verschwinden und vermutliche Ermordung von Sergio Rivera Hernández im August 2018 in Südmexiko.

Er und weitere Aktivist*innen der kleinbäuerlichen Organisation Movimenta Agrario Indegina Zapatista (MAIZ) haben lokale Proteste und Widerstand in umliegenden Gemeinden gegen ein großes Wasserkraftwerk in der Sierra Negra, Puebla organisiert. Der gewonnene Strom ist nicht für die Gemeinden in der Region, sondern ausschließlich für das Bergbau-Unternehmen "Autlán"bestimmt.

Dieses fördert unter anderem das Metall Mangan zur Stahlhärtung und befördert so weitere Landkonflikte. Mangan findet in der umliegenden Autoindustrie Verwendung. Hier sind mit Volkswagen und Audi wiederum wichtige Werke der deutschen Autoindustrie angesiedelt. Mehrere Umweltaktivist*innen sind seitdem in Mexiko ermordet worden oder mussten das Land verlassen.

Ende Gelände

Ein Beispiel dafür, dass der Widerstand gegen Raubbau von Südamerika bis nach Europa reicht, sind die schwarzen Schafe von Valdeflores.

Egal ob im benachbarten Garzweiler (Hambi bleibt!) oder in Ländern wie Spanien, Mexiko oder Bolivien. Der Versuch, jeden Flecken Erde zu ökonomisch verwerten, ist Ausdruck einer hoffnungs- und glücklosen Hegemonie der kapitalistischen Globalisierung. Eine mögliche Stärke von sozialen Bewegungen liegt jedoch in der Gleichzeitigkeit von Kämpfen und im Bewusstsein lokaler Konflikte in unterschiedlichen Ländern.

Deshalb freuen wir uns ganz besonders, mit diesem qualitativ hochwertigen und fruchtige Olivenöl den Widerstand in Spanien zu unterstützen.

„Wenn du alleine gehst, wirst du schneller gehen, wenn du gemeinsam gehst, wirst du weiter gehen."
Afrikanisches Sprichwort auf der Internetseite von ACTYVA

Mehr Informationen:

Produktinformationen von ACTIVA

http://www.cooperactyva.org

Nährwerte pro 100 ml
Energie 3378 Kj /822 Kcal
Fett 91 g
davon gesättigte Fettsäuren  13,7 g
Kohlenhydrate 0 g
davon Zucker 0 g
Protein 0g

Inverkehrbringer:

ACTYVA S. Coop

Avda Hernán Cortés 46

10004 Cacéres

Spanien