Das Bio-Olivenöl von "Gemeinsam auf Kreta" und das Solidaritäts-Olivenöl für das Getriebe der Bewegung sind eingetroffen. Aufgrund aktueller Streiks hatte sich der Import etwas verzögert. Beide Öle sind sehr hochwertig, "Gemeinsam auf Kreta" ist Bio zertifiziert und das Solidaritätsolivenöl von becollective hat einen Aufschlag für soziale Bewegungen und selbstbestimmte Projekte in Griechenland. Einen Eindruck von der Ernte des Solidaritätsolivenöls erhaltet ihr hier:
Geschrieben in News von Café Libertad
Co­mu­ni­ca­do des Ejido San Se­bas­tián Bach­ajón über die Er­mor­dung des Compañero Juan Car­los Gómez Sil­va­no

Ejido San Se­bas­tián Bach­ajón
An­ge­hö­ri­ge der Sechs­ten De­kla­ra­ti­on des La­kan­don­si­chen Ur­wal­des
Ch­ia­pas, Me­xi­ko
23. März 2014

An die Compañer@​s & An­ge­hö­ri­gen der Sechs­ten De­kla­ra­ti­on des La­kan­do­ni­schen Ur­walds
An die Mas­sen-​ und al­ter­na­ti­ven Kom­mu­ni­ka­ti­ons­me­di­en
An die Räte der Guten Re­gie­rung
An die EZLN
An den Na­tio­na­len Indígena­kon­gress
An das Red con­tra la Re­pre­sión y por la So­li­da­ri­dad
An das Mo­v­imi­en­to de Jus­ti­cia por el Bar­rio de Nueva York
An die Ver­tei­di­ger*innen der Men­schen­rech­te na­tio­nal und in­ter­na­tio­nal
An das me­xi­ka­ni­sche Volk und die Welt

Compañeros und Compañeras im Kamp­fe, am Frei­tag den 21. März 2014, un­ge­fähr 9 Uhr mor­gens wurde unser Compañero Juan Car­los Gómez Sil­va­no in einen Hin­ter­halt mit mehr als 20 Schüs­sen aus einer groß­ka­lib­ri­gen Waffe grau­sam um­ge­bracht, wäh­rend er sei­nen Trans­por­ter auf Höhe der Kreu­zung von San José Cha­pa­puy­il in Rich­tung der au­to­no­men Ge­mein­de Vir­gen de Do­lo­res, wel­che Jahre 2010 von un­se­rer Or­ga­ni­sa­ti­on ge­grün­det wurde, steu­er­te.

Im Mo­ment sei­ner Er­mor­dung, war Juan Car­los 22 Jahre alt, hatte das Amt des Re­gio­nal­ko­or­di­na­tors der Sechs­ten De­kla­ra­ti­on des La­kan­do­ni­schen Ur­walds im Ejido San Se­bas­tián Bach­ajón inne und war Vater eines sechs Mo­na­te alten Babys.

Als die Po­li­zei des Land­krei­ses Chilón und des Bun­des­staa­tes den Ort des Ge­sche­hens er­reich­ten be­gan­nen sie Fotos und Vi­de­os des Kör­pers un­se­res Compañeros zu ma­chen ohne Re­spekt für den Ver­stor­be­nen und seine Fa­mi­lie. Die Staats­an­walt­schaft in Chilón sagte, dass sie den Leich­nahm un­se­res Compañeros mit­nimmt um eine Aut­op­sie durch­zu­füh­ren, aber das lie­ßen wir nicht zu, weil es unser Brauch ist, nah­men wir ihn mit in die Ge­mein­de Vir­gen de Do­lo­res um ein Gebet für ihn ab­zu­hal­ten.

Seit­dem wir die Ge­mein­den Nah Choj und Vir­gen de Do­lo­res 2010 ge­grün­det haben, wurde un­se­re Or­ga­ni­sa­ti­on mehr­mals durch die Armee und die Lan­des­po­li­zei an­ge­grif­fen, mit Ver­trei­bung durch Pre­pres­si­on der­je­ni­gen be­droht, die sich Ein­gen­tü­mer nen­nen, dar­un­ter ein ehe­ma­li­ger Prä­si­dent des Land­krei­ses Chilón, die die Spal­tung und den Kauf des Be­wusst­seins ei­ni­ger ehe­ma­li­ger Compañeros mit ihren Bro­sa­men för­dern, wie sie es mit Car­men Agui­lar Gómez Pri­me­ro und sei­nem Sohn Car­men Agui­lar Gómez Se­gun­do ge­macht haben. Als sie sich an den Ge­ne­ral­se­kre­tär der Re­gie­rung Juan Sa­bi­nes Gu­er­re­ro, Noé Castañón León, ver­kauf­ten, or­ga­ni­sier­ten sie sich für die Räu­mung un­se­res Kas­sen­häus­chens am 2. Fe­bru­ar 2011 und ver­trie­ben uns von un­se­ren Län­de­rei­en in Kom­pli­zen­schaft mit dem ehe­ma­li­gen Eji­do­kom­mis­sar von San Se­bas­tián Bach­ajón, Fran­cis­co Guzmán Jiménez (alias El Go­y­ito).

Die schlech­te Re­gie­rung will uns völ­lig fer­tig ma­chen indem sie un­se­re Compañeros um­bringt, wie sie es mit Juan Vázquez Guzmán am 24. April 2013 ge­macht hat, mit ihren pa­ra­mi­li­tä­ri­schen Auf­trags­kil­lern die in völ­li­ger Straf­frei­heit, sei es bei Nacht oder bei Ta­ges­licht, in der Lage sind nie­der­träch­tig un­se­re Compañeros um­zu­brin­gen, wel­che dafür ar­bei­ten und kämp­fen eine Welt in die viele Wel­ten pas­sen zu kon­stru­ie­ren, und die tag­täg­lich den At­ta­cken des ka­pi­ta­lis­ti­schen Sys­tems Wi­der­stand leis­ten, das will, dass wir ver­schwin­den um un­se­re Mut­ter­er­de, das Was­ser, die Flüs­se, die Was­ser­fäl­le zu be­kom­men und alles was ihm nutzt um mehr Geld zu ma­chen, auf Kos­ten un­se­res Le­bens und Lei­dens.

Die wah­ren Ver­bre­cher, Mör­der und Kor­rup­te sind die Po­li­ti­ker die in ihren Re­gie­rungs­tüh­len sit­zen. Ob­wohl sie durch Be­trug und Stim­men­kauf auf ihre Pos­ten ge­kom­men sind, mei­nen sie die Be­sit­zer und Her­ren von dem, was in un­se­ren Län­de­rei­en exis­tiert, zu sein und wol­len sich jeden Tag rei­cher ma­chen, egal wie viele Indígenas sie töten müs­sen, um das zu er­rei­chen. Wie der Land­kreis­prä­si­dent von Chilón, Leonar­do Gui­rao Agui­lar, Par­tei­an­ge­hö­ri­ger der PVEM (Grüne Öko­lo­gi­sche Par­tei Me­xi­kos) und Autor der Ent­eig­nung un­se­rer Län­de­rei­en, da er die Waf­fen der be­waff­ne­ten Grup­pen, an­ge­führt durch Car­men Agui­lar Gómez Pri­me­ro, Juan Al­va­ro Gómez, Ma­nu­el Jiménez, fi­nan­ziert hat, die un­se­re Compañeros im Fe­bru­ar 2011 aus dem Kas­sen­häus­chen ver­tie­ben haben.

Un­se­re Or­ga­ni­sa­ti­on hat die Würde wei­ter­hin auf­recht zu kämp­fen und sein Volk zu ver­tei­di­gen und trotz­dem wir viele in­haf­tier­te und er­mor­de­te Compañeros hat­ten, haben wir keine Angst, denn wir sind auf dem Weg den un­se­re Groß­el­tern ver­folg­ten. Un­se­re Vor­fah­ren haben uns die Weis­heit ge­ge­ben, die Zei­chen des Le­bens und der Zeit zu lesen, die schlech­ten Re­gie­run­gen kom­men und gehen, aber die Völ­ker, die wir Wi­der­stand ge­leis­tet haben, sind hier und wer­den wei­ter kämp­fen, koste es was es wolle.

Eines Tages sagte unser Compañero Juan Vázquez Guzmán, dass unser Kampf für das Leben un­se­res Volkes ist weil wir blei­ben wol­len wer wir sind. Kurz vor dem Jah­res­tag der Er­mor­dung von Juan Vázquez Guzmán, schick­te die schlech­te Re­gie­rung ihre Mör­der um un­se­re Ge­mein­de Vir­gen de Do­lo­res zu stö­ren, die mit viel Ar­beit und Op­fern ge­bo­ren wurde, aber nun ge­dei­hen die Mais­fel­der und Früch­te der guten Mut­ter­er­de um un­se­re Kin­der zu er­näh­ren. Der Compañero Juan Car­los Gómez Sil­va­no ist Teil der Grün­dung und des Auf­baus der Au­to­no­mie in der Ge­mein­de Vir­gen de Do­lo­res, seine Teil­ha­be und Ar­beit für die Or­ga­ni­sa­ti­on und die Ge­mein­de wird nie ver­ges­sen wer­den, denn wir tra­gen sie in un­se­ren Her­zen.

Ma­nu­el Ve­las­co Co­el­lo und En­ri­que Peña Nieto irren sich, wenn sie den­ken, dass sie uns mit Ge­walt und Re­pres­si­on fer­tig ma­chen kön­nen. Un­se­re Or­ga­ni­sa­ti­on ist be­reit Wi­der­stand zu leis­ten und den Auf­bau der Au­to­no­mie fort­zu­füh­ren, das, was im Ge­setz und den Taten für die in­di­ge­nen Ge­mein­den ver­wei­gert wor­den ist.

Wir be­grü­ßen alle Ges­ten der So­li­da­ri­tät und Un­ter­stüt­zung un­se­res Kamp­fes, von na­tio­na­len und in­ter­na­tio­na­len Or­ga­ni­sa­tio­nen. Wir, die Män­ner und Frau­en von San Se­bas­tián Bach­ajón, wol­len euch sagen, dass wir auch auf­merk­sam sind gegnüber euren Wort und Kampf. Von un­se­rer Geo­gra­fie aus, haben wir, in So­li­da­ri­tät mit euch, un­se­re Faust er­ho­ben.

Emp­fangt eine kämp­fe­ri­sche Um­ar­mung aus der Nörd­li­chen Zone von Ch­ia­pas.
Nie wie­der ein Me­xi­ko ohne uns.

Hoch­ach­tungs­voll

!Land und Frei­heit!
!Es lebe Za­pa­ta!
!Bis zum Sieg, immer!
!Frei­heit den po­li­ti­schen Ge­fan­ge­nen!
!Es lebe Juan Vázquez Guzmán, der Kampf in Bach­ajón geht wei­ter!
!Es lebe Juan Car­los Gómez Sil­va­no, der Kampf in Bach­ajón geht wei­ter!
!Nein zum Raub der in­di­ge­nen Ter­ri­to­ri­en!


De­n­un­cia im Ori­gi­nal: http://​enlacezapatista.​ezln.​org.​mx/​2014/​03/​25/​en-ejido-san-sebastian-bachajon-aderentes-a-la-sexta-declaracion-de-la-selva-lacandona-chiapas-mexico-a-23-de-marzo-de-2014/​
Geschrieben in News von Café Libertad
Café Libertad Kollektiv existiert ab diesem Jahr nicht nur seit mittlerweile 15 Jahren in wechselnder Beteiligung, sondern arbeitet seit Februar 2014 erneut in einer neuen Zusammensetzung mit neuen Mitgliedern.Vorausgegangen war ein Konflikt innerhalb des Kollektivs um die Perspektive und Ausrichtung solidarischen Handels und der Genossenschaft. Café Libertad versteht sich auch in Zukunft als politisches Kollektiv.

Der Konflikt entstand für alle überraschend im November 2013, als ein langjähriges Mitglied im Rahmen eines Kollektivtreffens seine mündliche Kündigung zum 31. Januar 2014 aussprach. Gleichzeitig wurde von diesem angekündigt, zukünftig an keinen Arbeitsbesprechungen und Plena mehr teilzunehmen, sowie eigene Genossenschaftsanteile und auch Darlehen von anderen Personen an die Genossenschaft Café Libertad von mehr als 100 000.- Euro zum 30.6.2014 kündigen zu lassen. Bereits zwei Wochen später wurde auf eigenen Wunsch und ohne geregelte Arbeitsübergabe der Resturlaub angetreten.

Für das Café Libertad Kollektiv entstand durch die Art und Weise der Kündigung und den aus unserer Sicht unsolidarischen Umgang gegenüber den Kolleg_innen und der Genossenschaft, eine schwierige Situation. Verschärft wurde die Situation durch einen kurzfristigen Liquiditätsengpass aufgrund anstehender Vorauszahlungen für Kooperativen. Zudem wurde das notwendige gegenseitige Vertrauen, welches die Basis und Grundlage der Zusammenarbeit in einem Kollektiv bildet, erschüttert. Darüber hinaus wurde offenbar, dass verschiedene Arbeitsprozesse in der Vergangenheit leider intransparent geblieben sind und sich darüber Hierarchien im Betrieb entwickelt hatten.

Um dieser Situation zu begegnen wurde eine externe Buchhaltung beauftragt und nach neuen Darlehen gesucht. Außerdem wurde eine Diskussion über die Perspektive vom Café Libertad Kollektiv im solidarischen Handel begonnen. Hierbei offenbarten sich unterschiedliche Zielsetzungen im verbleibenden Kollektiv. Während vier der Kollektivmitglieder Café Libertad als politisches, bewegungsnahes Projekt erhalten wollten, sprachen sich zwei der Mitglieder für eine ökonomischere Orientierung aus.

In der Folge entwickelten sich zwei Gruppen, die mit jeweils eigenem Konzept den Betrieb weiterführen wollten. In mehreren Kollektivtreffen wurde daraufhin im Diskussionsprozess festgestellt, dass sich keine Seite mit der jeweils anderen eine weitere Zusammenarbeit und die Aufnahme von neuen Darlehen zur Finanzierung der anstehenden Importe vorstellen konnte. Das Kollektiv-Mitglied, welches bereits gekündigt hatte, erklärte in diesem Verlauf seine vorherige mündliche Kündigung als juristisch nicht bindend und zog diese zurück.

Zur Klärung der inzwischen völlig verfahrenen Situation wurde schließlich eine außerordentliche Vollversammlung der Genossenschaft zum 23.12.2013 einberufen. Dies beinhaltete in der Konsequenz sowohl die Aufnahme neuer Kollektivmitglieder, um den Fortbestand vom Café Libertad Kollektiv zu gewährleisten, als auch die Kündigung einer der Gruppen zur Beilegung des unauflösbaren Konfliktes. Auf der Vollversammlung wurde durch die Mehrheit der Mitglieder die Fortführung von Café Libertad als bewegungsnahes, politisches Kollektiv im solidarischen Handel beschlossen.

Wir halten diesen Umgang für sinnvoll und den einzig richtigen, basisdemokratischen Umgang in einer solchen Konfliktsituation. Das Gegenteil würde bedeuten, das nicht die Mehrheit der Beschäftigten und Genossenschaftsmitglieder, sondern die Mehrheit der aktuellen Kapitalanteile über die Zukunft von kollektiven Betrieben und Genossenschaften entscheiden. Wir bedanken uns bei allen die uns in dieser schwierigen Situation unterstützt und ihre Hilfe zugesagt haben.

Café Libertad ist als Kollektivbetrieb und Genossenschaft nicht an einzelne Personen oder Privatbesitz gebunden und braucht auch kein Führungspersonal. Im Vordergrund steht für uns die politische Idee des solidarischen Handels als Alternative zum kapitalistischen Weltmarkt und die Unterstützung aufständischer, zapatistischer Gemeinden und widerständiger Kooperativen. Die direkte Solidarität mit sozialen Bewegungen und die Entwicklung widerständiger Netzwerke.
Café Libertad Kollektiv ist darüber hinaus kein Unternehmen zugunsten privatwirtschaftlicher Interessen, sondern ein Projekt, das Bestandteil und Ort politischer und sozialer Bewegungen ist.

Mit dieser Perspektive, neuen Mitgliedern und Darlehen, importieren wir in diesem Jahr bisher 7 Container Rohkaffee für ca. 600 000.- Euro aus Chiapas, Costa Rica und Honduras. Außerdem Olivenöl von griechischen Kollektiven zur Förderung selbstbestimmter Arbeit in Zeiten der Krise. Über den Solidaritätsfond Störtebeker unterstützen wir zudem Antifaschist_innen, Protestbewegungen und anarchistische Projekte in vielen Ländern und über den Fördertopf der Frauenkooperativen, feministische und queere Projekte.

Der Konflikt innerhalb des Kollektives war nicht der erste in der 15 jährigen Geschichte von Café Libertad und wird möglicherweise auch nicht der Letzte gewesen sein. Selbstorganisierte Arbeit, insbesondere im Kollektiv, ist innerhalb kapitalistischer Verhältnisse und Zwänge kein widerspruchsfreier oder befreiter Raum, sondern bildet immer auch Herrschaftsverhältnisse ab. Umso wichtiger ist uns Transparenz, ein gemeinsames Bedürfnis nach gleichberechtigten Strukturen, ein selbstkritischer Blick auf sich selbst und ein solidarischer Umgang untereinander, als Basis und Klammer der gemeinsamen Arbeit.

Diese Arbeit führen wir nun in neuer Zusammensetzung weiter und hoffen dabei auf eure Solidarität und Unterstützung im Sinne der beteiligten Kooperativen und widerständigen Gemeinden in Chiapas, der Frauenkooperative Aprolma und weiterer Projekte, die Kaffee für den täglichen Aufstand gegen die vermeintlichen Sachzwänge des Kapitalismus produzieren.

Meldet euch wenn, ihr weitere Fragen oder Anregungen habt. Wir halten euch über die weitere Entwicklung gerne auf dem Laufenden.

Café Libertad Kollektiv

Geschrieben in News von Café Libertad


Solidaritätstransparent aus Chiapas zu den Kämpfen von Refugees für Bleiberecht, Bewegungsfreiheit und gegen Gefahrengebiete.
Geschrieben in News von Café Libertad


Am 5.2.2014 haben uns zwei Frauen der Kooperative APROLMA (Asociación de productores Libres de Marcala) aus Honduras besucht. Die Kooperative hat sich letztes Jahr aus der Frauenkooperative COMUCAP gelöst. Hintergrund der Neugründung sind interne Konflikte innerhalb von COMUCAP, die mit den aktuellen politischen Prozessen in Honduras verknüpft sind. Der solidarisch gehandelte Bio-Kaffee und Espresso Las Chonas von Cafe Libertad wird ab Mitte des Jahres daher von der Frauenkooperative APROLMA stammen.

Die Kooperative COMUCAP entwickelte sich aus einem antipatriarchalen, politisch widerständigen Ansatz. Im Laufe der Jahre wuchs die Kooperative stark und veränderte damit auch ihre Zusammensetzung. Aus Sicht linker Frauen in der Kooperative wurde COMUCAP in der Folge mehr und mehr zu einem Sammelbecken von konservativen und regierungsnahen Kreisen. Diese Entwicklung und Konflikte innerhalb der Kooperative wurden befördert durch männliche Berater aus NGO-Organisationen wie Oxfam, welche statt systemkritischen Perspektiven eine ökonomische Ausrichtung in den Vordergrund stellten.

Tatsächlich ließen sich Frauen der neuen Kooperativenleitung mit dem 2013 amtierenden Präsidenten Lobo fotographieren und dies veröffentlichten, obwohl er von den Putschisten eingesetzt wurde und für eine reaktionäre und diktatorische Politik verantwortlich war! Während seiner Regierungszeit hat sich die Menschenrechtslage in Honduras dramatisch verschlechtert, viele Tote sind zu beklagen, darunter Aktivist_innen, die sich gegen die Landnahme für Großprojekte engagierten.

Auch die neu gegründete Partei LIBRE, welche sich aus unterschiedlichen oppositionellen Protestgruppen gebildet hat, wurde im Vorfeld der Wahlen im November letzten Jahres systematisch verfolgt und viele ihrer Anhänger_innen ermordet. Nach der Wahl bleibt Honduras gespalten. Der sich durchsetzenden Regierungspartei wird Wahlbetrug vorgeworfen und der Kampf gegen Korruption und Menschenrechtsverletzungen geht weiter.

Die Konflikte bei COMUCAP spitzten sich im Herbst 2013 schließlich zu, als zwei konkurrierende Vorstände sich gleichzeitig als legitime Interessenvertretung der Kooperative betrachteten. Während Oxfam, andere NGO-Organisationen und die meisten Fair-Trade-Unternehmen den regierungsnahen Vorstand unterstützten, orientierte sich Cafe Libertad Kollektiv in dieser Situation direkt an den Interessen der Kleinbäuerinnen als Produzentinnengemeinschaft innerhalb von COMUCAP und sagte diesen weitere Unterstützung und die Abnahme von Roh-Kaffee zu.

Etwa 90% der Kaffee-Produzentinnen haben schließlich die neue Frauenkooperative APROLMA gebildet oder sind in diese übergetreten. Weitere Frauen sind hinzu gekommen. Sie verstehen sich als explizite Frauenkooperative in der alle zentralen Ämter von Frauen besetzt sind. Die Kooperative ist stark in der Opposition organisiert und hat sich unabhängig gemacht von den Anhängerinnen der Regierungspartei und Entwicklungshilfeorganisationen wie Oxfam, die aus ihrer Sicht immer stärker "eigene" Interessen vertreten und einen aktiven politischen Ansatz verneinen.

Als nicht leicht beschreiben sie ihren Neuanfang, da sich ihr neuer Name erst noch etablieren müsse und einige ehemalige Käufer_innen abgesprungen seien. Auch wird sich zeigen müssen, wie die Ernte in den kommenden Jahren ausfallen wird, da sich in Mittelamerika die Erkrankung von Kaffepflanzen durch "Roya" (Kafferost, ein Pilz) dramatisch ausweitet. Sie berichteten, dass ihre Pflanzungen bislang verschont blieben, da ihr kontrolliert biologischer Anbau die Pflanzen resistenter gegen die Krankheit macht. Jedoch haben die ersten Bäuer_innen der Region bereits ihre Anbauflächen verkaufen müssen, da ihr Land zu wenig zum Überleben abwirft.

Verschärft werden die Ernteeinbußen der Bäuer_innen durch den sinkenden Verkaufspreis für Kaffee auf dem Weltmarkt. Seit drei Jahren gehen die zu erzielenden Kaffeepreise für die Produzent_innen zurück, sodass nun die Existenzgrundlage vieler in aktuer Gefahr ist. Hierauf reagiert die Kooperative APROLMA mit einem Projekt, in dem das Wissen um den organischen Kaffeeanbau weitergegeben wird und beste Anbaumethoden erprobt werden, um die Existenzgrundlage der Bäuer_innen zu retten.

Wir wünschen der Frauen-Kooperative APROLMA viel Durchhaltevermögen und bestes gelingen in dieser politisch und ökonomisch schweren Zeit und freuen uns auf die Fortführung der solidarischen Zusammenarbeit zur Förderung feministischer Perspektiven!

Links zur politischen Situation in Honduras:
http://amerika21.de/2013/11/92919/menschenrechte-honduras
http://www.lateinamerika-nachrichten.de/index.php?/artikel/4584.html
http://amerika21.de/2013/11/94496/wahlbetrug-honduras
http://amerika21.de/2014/01/96645/proteste-kongressvorstand
Geschrieben in News von Café Libertad