Das leckere Saborita-Olivenöl aus Spanien ist wieder bei uns eingetroffen. Die verpackungssparenden 5 Liter-Kanister sind besonders praktisch für WGs, Voküs oder Gastronomie. Der Preis liegt bei 58 Euro. Die Finca Saboritas ist ein kleinbäuerlicher Betrieb. Die hundertjährigen Oliven werden in einer natürlichen, traditionellen Anbauweise verarbeitet, um diese besondere Olive zu erhalten. Ihr Geschmack gibt der Finca seit mehreren Generationen ihren Namen. Die Finca liegt am Rand des Parque Natural de la Sierra Calderona, in mehr als 500m Höhe. Die Oliven der Sorte Serrana de Espadán sind bekannt für ihren ausgezeichneten fruchtigen Geschmack, mild und süß, ohne Bitterkeit und mit nur wenig Säure. Die Oliven werden zu ihrer optimalen Reifezeit geerntet und ausschließlich unter schonenden Verarbeitungsbedingungen gepresst, um deren außergewöhnlichen Saft zu gewinnen.
Geschrieben in News von Café Libertad

Der Kampf als Frauen, die wir sind

Dienstag, 2. Juni 2015

Zapatista Feminism

Seit der Ankunft der Konquistadoren erlitten wir die traurige Situation der Frauen. Sie raubten uns unser Land, nahmen uns unsere Sprache, unsere Kultur. Da begann die Herrschaft des Kazikentums, der Großgrundbesitzer, da begannen die dreifache Ausbeutung, die Demütigung, Diskriminierung, die Marginalisierung, die Misshandlung und Ungleichheit.

Weil die verfluchten Patrones uns behandelten als wären wir ihr Besitz. Sie befahlen uns jegliche Arbeit auf der Hacienda zu machen, egal ob wir Kinder, Ehemänner hatten oder krank waren. Man fragte uns nicht, ob wir krank seien. Wenn wir nicht zur Arbeit kamen, befahl der Patrón seinem Jungen oder dem Sklaven, Mais vor der Küche zu lassen, damit wir die Tortillas für sie machen sollten.

So verging eine lange Zeit, in der wir solcherart im Haus des Patrón arbeiteten. Wir mahlten das Salz, weil das Salz war nicht so wie heute, so feinkörnig, sondern das Salz, das man damals verwendete, waren große Kugeln und die Frauen mussten es mahlen. Und sie mahlten das Salz für das Vieh und mussten zur Zeit der Kaffeeernte die Kaffeebohnen schälen. Wenn die Frau um 6:00 morgens mit der Arbeit begann, arbeitete sie bis 17:00 nachmittags. Während des Tages musste sie fertig werden mit den Säcken an Kaffee, die sie zu schälen hatte.

So arbeiteten die Frauen. So arbeiteten die Frauen unter Misshandlung, das Wasser tragend und das Elend; das heißt, dass man sie elendiglich bezahlte; man gab ihnen eine kleine Handvoll Salz oder gemahlenen Kaffee. Das war die Bezahlung, die sie den Frauen gaben.

Und so vergingen die Jahre, in denen die Frauen litten; und wenn wir, wir Frauen, wenn manchmal unsere Kinder weinten und wir sie dann stillten, dann schrien sie uns an, machten sich über uns lustig, beleidigten uns körperlich, dass wir nichts wüssten, dass wir unnütz sind, ein Ärgernis für sie. Sie respektierten uns nicht und benutzten uns als wären wir ein Objekt.

Sie machten all das, was ihnen die Lust nach einer Frau eingab; sie suchten sich hübsche Frauen oder hübsche Mädchen als ihre Geliebten aus, und hinterließen überall Kinder; es war ihnen egal, ob die Frauen litten, man behandelte sie – mit ihren Kindern, die ohne Vater aufwuchsen – als ob sie Tiere wären.

Sie verkauften uns als wären wir eine Ware, alles das zur Zeit des Acasillamiento; für uns Frauen gab es niemals ein Ausruhen.

Ich werde jetzt ein wenig über Acasillamiento sprechen. Acasillamiento bedeutet: Sie kamen auf einer Hacienda oder einem Rancho an; sie kamen mit Familie und blieben dort und arbeiteten für den Patrón. Die Männer pflanzten den Kaffee, säuberten die Kaffeepflanzungen, ernteten den Kaffee, säuberten die Weiden, säten Zacate (Anm.: eine Futterpflanze); alles das, das Maisfeld zu bearbeiten, die Bohnenfelder, all dies war für den Patrón. So arbeiteten die Männer.

Aber abgesehen davon gibt es eine andere Sache, von der ich Ihnen erzählen kann. Abgesehen vom Acasillamiento gab es, was wir Diener, Knecht oder Versklavte nennen. Natürlich waren immer Frauen und Männer auf der Hacienda, aber diese Männer und Frauen, die Versklavte oder Diener waren und dort auf der Hacienda blieben, waren manchmal Männer und Frauen, die keine Familie hatten.

Die Familie war lediglich zum Arbeiten auf diese Hacienda gekommen; jedoch manchmal erkrankte der Vater, die Mutter, und starb; und es blieben die Kinder als Waisen zurück; und der Patrón nahm diese Kinder und sie wuchsen dort auf der Hacienda auf. Es ist nicht so, dass er sie als Adoptivkind annahm, sondern als Versklavte. Und was machten diese Kinder? Diese Kinder wuchsen auf und er gab ihnen diese Arbeit. Wenn er ein Haustier hatte – er hatte seine Haustiere: den Hund, den Affen, oder irgendein anderes Tier – gab er es seinem Diener zum Hüten, der passte darauf auf. Wo der Affe hin ging, da musste der Diener, der Knecht hin gehen, dort musste er auf ihn aufpassen, ihn baden, er musste dort sauber machen, wo das Tier schlief. So war das.

Später dann, wenn der Patrón ein Fest gab, kamen wie früher die Pfarrer auf die großen Haciendas, wenn der Patrón seine Kinder taufen ließ oder Geburtstag war, oder seine Töchter heirateten, die Trauung machten die Pfarrer. Später dann gaben sie Feste und sagten den Dienern, dass sie die Tür hüten sollten, während sie feierten, mit ihren Paten und Kumpels, mit ihren Freunden zusammen feierten, während der Diener, die Tür hütete und nicht einmal einen Hund einließ, dort wo sie feierten. Den ganzen Tag musste er da sein, solange das Fest des Patrón dauerte.

Und die Versklavten, das waren die Frauen, die das Essen zubereiteten, die Teller abwuschen, auf den Sohn des Patrón aufpassten oder auf die Kinder seiner Freunde.

So lebten die Leute auf den Haciendas, nicht weil man ihnen das Essen gegeben hätte, was auf dem Fest gegessen wurde, nein, sie tranken den Pozol (Anm.: Getränk aus gemahlenem Mais und Wasser), wenn es Pozol gab, oder aßen Bohnen, wenn es Bohnen gab; nur das aßen die Leute, während der Patrón gutes Essen aß – jedoch zusammen mit seinen Freunden.

Später dann, wenn der Patrón in eine Stadt wollte, in eine Stadt, die sechs Tage Fußweg von der Hacienda entfernt lag, war es der Knecht, der ging; oder die Patrones hatten Kinder, und manchmal hatten diese eine Behinderung, der Knecht musste den Sohn des Patrón in die Stadt tragen. Und wenn die Patrona auf die Hacienda zurückkehren wollte, musste wiederum der Knecht dorthin laufen und den Sohn tragend zurückbringen.

Wenn der Kaffee geerntet wurde, und alles andere, was auf der Hacienda zu ernten war, war es der Diener, der Knecht, der sich um die weiblichen Maultiere, die männlichen Maultiere kümmern musste. Ich weiß nicht, ob Sie sich mit Pferden auskennen; sie mussten das Pferd des Patrón satteln und absatteln, das Vieh melken, die Lasten in die Stadt bringen, wo der Patrón lebte. Wenn der Patrón in Comitán lebte, mussten sie gehen und die Lasten in Comitán abladen; die Hacienda verlassend mussten sie gehen, weil man sagte, dass sie Maultiertreiber seien. Und so litten viele Männer und versklavte Frauen zu dieser Zeit.

Und wenn es dort auf der Hacienda Obstbäume gab, und sie kletterten auf einen, um zu pflücken, sagte man ihnen, dass man sie nicht pflücken lässt, sie wieder herunter steigen müssen, gepeitscht mit einem Chicote (Anm.: Tauende). Ich weiß nicht, ob Sie das kennen, das ist eine Peitsche; sie schlugen sie. Man konnte nicht Obst pflücken ohne Erlaubnis des Patrón; denn alles, was geerntet wurde, wurde in die Stadt gebracht. So litten die Männer und Frauen.

Nach so viel Leiden der Frauen und nach der Ausbeutung im Acasillamiento merkten die Männer, wie ihre Frauen misshandelt wurden. Einige dachten, es ist besser die Hacienda des Acasillamiento zu verlassen. Einer nach dem anderen ging weg und flüchtete sich in die Berge; weil es blieben die Hügel übrig; das heißt, die Patrones beanspruchten nicht das Land auf den Anhöhen, sondern dieses blieb übrig; und dorthin flüchteten sie. Da sie dachten, dass es besser ist, wegzugehen, damit die Frauen nicht weiterhin zu leiden haben auf der Hacienda.

Bereits danach als einige schon in den Bergen waren und viel Zeit vergangen war, da merkten sie, dass es besser ist, sich zusammen zu tun und eine Gemeinschaft zu bilden; und so kehrten sie in die Berge zurück. Sie taten sich zusammen, sprachen mit einander und gründeten eine Gemeinde, wo sie leben konnten. Derart schufen sie eine Gemeinschaft.

Jedoch als sie bereits in den Gemeinden lebten – wie der Patrón transportierte hier der Acasillado eine andere Idee mit sich. Da die Männer mit dem Patrón verkehrt hatten, so schienen auch sie angefüllt mit schlechten Ideen und wendeten diese innerhalb des Hauses an als kleiner Patrón, als Patroncito des Hauses. Es ist nicht wahr, dass die Frauen befreit wurden, sondern es waren die Männer, die zum Patroncito des Hauses wurden.

Und wieder einmal blieben die Frauen im Haus als wäre es ein Gefängnis, damit sie wieder einmal nicht das Haus verlassen sollten, blieben sie wieder einmal dort eingeschlossen.

Schon als Mädchen geboren, sind wir nicht willkommen in dieser Welt; weil wir Frauen sind, weil ein Mädchen geboren wird. Das heißt, dass man uns nicht liebt. Aber wenn ein Knabe geboren wird, feiern immer noch die Männer; froh sind sie, weil sie Männer sind. Das heißt, einen schlechten Brauch der Patrones weiter zu tragen. Derart war es eine lange Zeit. Damals wenn Frauen geboren wurden, galten sie als unnütz; wenn Jungen geboren wurden, diese konnten alle Arbeiten machen.

Doch das Gute, was sie machten, war, dass sie nicht aufgaben, ihre Gemeinschaft zu bilden. Sie fingen an ihre Gemeinde-Repräsentanten zu ernennen, Versammlungen zu machen; sie lebten, feierten zusammen. Das Gute war, dass sie diese Idee nicht losließen; sie verließen sie nicht, sondern kamen immer wieder darauf zurück. Die Patrones und die Conquista wollten ihre Kultur zum Verschwinden bringen; jedoch täuschten sie sich darin, einfach so eine Gemeinschaft schaffen zu können.

Auch die Männer – weil es ist der Mann, der im Haus befiehlt, und die Frauen sind diejenigen, die dem gehorchen, was der Mann sagt. Und wenn er dir sagt, du wirst heiraten, dann wirst du heiraten. Das heißt, du wirst nicht gefragt, ob du den Mann heiraten willst, der um dich anhält. Weil der Vater nahm bereits den Schnaps, das heißt, er nahm den Schnaps schon vorher an, und zwingt dich den Mann zu heiraten, den du nicht liebst.

So litten wir dieses Mal durch die Ehemänner, weil sie uns sagten, dass die Frauen nur für die Küche taugen, lediglich dazu nutze sind, den Ehemann zu bedienen, die Kinder zu hüten. Und die Männer natürlich nie die Kinder umarmten; das heißt, sie unterstützten die Frauen nicht, sondern sie machten dir ein Kind und was kümmerte sie, wie du dein Kind aufziehst. Und wie – ich werde jetzt von der Realität sprechen, so wie sie viele Jahre war – und wie manchmal wir Frauen sagten: Jedes Jahr wird ein Baby geboren, jedes eineinhalb Jahr wird ein Kind geboren, das heißt, wie kleine Staturen wachsen die Kinder auf; in ein bis eineinhalb Jahren, schon ist das nächste da; so wie kleine Leitersprossen wachsen die Kinder heran. Aber dem Vater ist es egal, ob die Frau leidet, denn die Frau muss das Brennholz tragen, das Maisfeld bestellen, muss das Haus sauber machen, muss fegen, die Tiere versorgen, die Kleider waschen. Die Frauen müssen das Kind versorgen, es windeln, all das; all das ist Arbeit der Frauen.

Und deshalb sagen wir Frauen, dass wir die dreifache Ausbeutung der Frau erleiden, weil: Die Frau muss um 3:00 oder 4:00 morgens in der Küche sein, es hängt davon ab, wann die Männer zur Arbeit gehen. Die Frauen müssen frühzeitig aufstehen, um den Pozol zu machen, den Kaffee, das Frühstück für den Mann. Der Mann geht zur Arbeit, kommt am Nachmittag zurück und möchte, dass sein Wasser her getragen wurde, dass Wasser zum Baden da ist. Der Mann badet sich, verlässt das Haus, um spazieren zu gehen, zu spielen, und die Frau verbleibt wieder einmal den ganzen Tag im Haus; bis hin zum Abend, bis zu dieser Stunde, hat die Frau noch nicht geschlafen, bis sie dann um 20:00 schlafen geht.

Und solcherart erleiden wir viel. Es ist dem Mann egal, ob du krank bist, wie du dich fühlst, er fragt dich nicht. So ist das. So lebten sie in Wirklichkeit, so lebten die Frauen; wir lügen nicht, denn so haben sie gelebt.

Damals wenn du in eine Kirche gingst oder in ein zeremonielles Zentrum, wo sie ein Fest machten, dorthin gingen auch die Frauen manchmal – jedoch mit gebeugtem Kopf. Das heißt, du durftest nicht den Kopf heben, du musstest gebeugt laufen, nicht zur Seite schauen, den Kopf bedeckt mit dem Rebozo (Anm.: Tuch, Tragetuch), so, auf solche Weise, dass dein Gesichtchen dort so verblieb.

So verging viel Zeit, in der der Mann diese schlechten Ideen mit sich schleppte, diese schlechten Lehren. So war das, Compañeros. Als ob wir nichts wären. Als ob nur die Männer Autoritäten sein könnten, nur sie auf die Straße gehen könnten, nur sie teilnehmen könnten.

Es gab keine Schule. In einigen Gemeinden gab es dann Schulen, aber auch da gingen wir nicht in die Schule, weil wir Frauen sind. Sie ließen uns nicht zur Schule gehen. Wenn wir zur Schule gingen, sagten sie, dass wir nur dorthin gehen würden, um einen Ehemann zu suchen, dass es besser wäre, die Küchenarbeit zu lernen, weil natürlich würden wir einen Ehemann haben und alles lernen müssen, wie der Ehemann zu bedienen sei.

Und wenn er uns schlug, wenn uns unser Ehemann beleidigte, konnten wir nicht Einspruch erheben. Und wenn wir Hilfe suchten bei anderen Institutionen der schlechten Regierung, – sie sind die Schlimmsten, weil sie die Männer unterstützen, den Männern mehr Recht geben. Und wir blieben still, gedemütigt, beschämt eine Frau zu sein.

Wir hatten kein Recht, an den Versammlungen teilzunehmen. Sie sagten uns, dass wir eine »Dumme Trine« sind, unnütz, dass wir zu nichts taugen. Sie ließen uns im Haus zurück. Wir hatten nicht die Freiheit.

Es gab keine Gesundheitsversorgung, obwohl es Kliniken gab, Hospitäler der schlechten Regierung. Das heißt, dass sie uns nicht versorgten, weil wir nicht spanisch sprechen konnten; und manches Mal kehrten wir zurück und viele Frauen und Kinder starben an heilbaren Krankheiten. Weil natürlich sind wir nichts für sie, diskriminieren sie uns, weil wir Indígenas sind; sie sagen zu uns, dass wir »feige Indios-Trampel« sind, dass wir die Kliniken, die Hospitäler nicht betreten können, weil sie uns nicht lassen, sie behandeln nur andere Leute – die, die Geld haben.

All das erlitten wir am eigenen Leib. Niemals hatten wir die Gelegenheit zu sagen, was wir viele Jahre gefühlt haben – wegen der Lehre durch die Konquistadoren und schlechten Regierungen.

Comandanta Miriam, 6. Mai 2015

Quelle
Geschrieben in News von Café Libertad
Guten Tag Compañeros, Compañeras.

Worüber ich sprechen werde - sprechen, nicht lesen – hat damit zu tun, wie die Wirtschaft aus der Sicht der Comunidades war bzw. ist, also über den Kapitalismus. Ich werde darüber sprechen, wie es vor 30 Jahren war, vor 20 Jahren und wie es in den letzten Jahren aussieht. Ich werde in drei Teilen sprechen: wie die Comunidades seit jeher leben, wie sie vor 30 Jahren lebten; wie leben jetzt die, die nicht wie die Zapatist*innen organisiert sind und zum Schluss wie wir Zapatistinnen und Zapatisten leben.

Das heißt nicht, dass wir nicht wissen, wie es in den früheren Jahrhunderten war, wir wissen es. Aber was wir hier betonen wollen sind die 30 Jahre seit 1983. Im Jahr 1983 als die Gruppe der Compañeros hierher kam, seit damals sind 30 Jahre vergangen.

Als die zapatistische Nationale Befreiungsarmee noch nicht gegründet war, damals waren wir, die Indigenen aus Chiapas für das kapitalistische System nicht existent, nicht als Menschen, nicht als humane Wesen. Nicht einmal Müll waren wir für sie. Und so ähnlich stellen wir uns vor, erging es den anderen indigenen Brüdern in den anderen Teilen unseres Landes. Und so ähnlich stellen wir uns vor, war es auch in allen Ländern, wo Indigene leben.

Wo wir leben, das heißt auf den Hochebenen, den Bergen, das sind ihre Reserven. Sie wissen nicht, ob dort Indigene leben, in der sogenannten Biosphäre der Montes Azules. Und so zählte niemand, wie viele Kinder geboren werden. Das heißt, der Kapitalismus weiß nichts, niemand macht die Zählung, denn wir existieren nicht für ihn.

Wie haben wir denn dann überlebt? Nun mit der Mutter Erde. Die Mutter Erde gab uns das Leben, auch wenn es keine Regierung gibt, keine Gouverneure oder Bürgermeister, die sich unserer erinnern. Wir sind vergessen. Nur was es da gab in unseren Dörfern, die besten Böden, da gibt es einige Männer, natürlich auch deren Frauen, die Gutsbesitzer, die Grundherren, die Großgrundbesitzer.

Sie besitzen Tausende von Hektar von der guten Erde, gutes Wasser, gute Flüsse. Deshalb haben sie uns von dort vertrieben, auf die Hochländer, denn für sie sind diese Berge wertlos, sie holen da nichts raus und dorthin haben sie uns vertrieben.

Wozu sind diese Tausende von Hektar der guten Erde, die ihnen gehören gut? Um darauf Tausende Stück Vieh zu weiden. Wie haben sie sich so viele Jahre dort halten können? Weil sie gute Revolverschützen haben, wir nennen diese die weißen Wachen, die es nicht zuließen, dass wir auf ihr Terrain kamen, den Boden der ihnen gehörte, wie sie behaupteten.

Daher, wie sollen wir über die Ökonomie in den Comunidades sprechen, wenn wir dort vergessen wurden. Das einzige was geschah war die Ausbeutung auf ihrem Besitz, wo unsere Großväter und Urgroßväter arbeiten mußten. Was also passierte war, dass wir einfallsreich sein mussten, um zu leben oder um zu überleben auf unserer Mutter Erde, und wir mussten allen Bösartigkeiten, die der Großgrundbesitzer und der Gutsherr gegen uns anwendeten widerstehen.

Niemals wurde eine Straße gebaut, niemals gab es etwas das sich Spital oder Klinik nennt, ganz zu schweigen von einer Schule, der Bildung. Es gab niemals Gesundheitskampagnen, noch Programme, keine Stipendien, gar nichts, wir waren vergessen.

Und dann - wie wir es nennen, denn ich spreche im Namen aller Brüder und Compañeros, die wir jetzt organisiert sind, ich spreche nicht für mich allein - haben wir vor 20 Jahren die kapitalistische Ökonomie in den Comunidades gesehen, wie sie begannen, sich zu interessieren, nicht so sehr wegen der Comunidades sondern wo wir leben, wo wir lebten, denn es gibt ja auch bereits Brüder und Schwestern und Compañeros und Compañeras die tot sind.

Als erstes ist zu sagen, dass es ihnen nicht genügte, dass sie die besten Böden haben, die sie schon viele Jahre genützt hatten. Jetzt merken sie, dass auf den Bergen, den Höhen eine andere Ware für sie ist, und zwar die Naturvorkommen. Und da beginnen sie sich wieder zu organisieren um uns wieder zu vertreiben, von dort, wo sie uns hingetrieben hatten, jetzt wollen sie uns wieder von hier wegtreiben. Das heißt, sie wollen uns enteignen und vertreiben, weil sie diesen Reichtum für sich haben möchten.

Und dieser Reichtum, der sich hier vorfindet, den schützen wir so wie unsere Urgroßeltern das getan haben, das wollen sie alles mitnehmen, wegbringen, dieser Kapitalist und in wenigen Jahren werden sie alles zerstören, alles was seit Millionen Jahren in der Mutter Erde ruht.

Wie kann das sein? Ihr wisst es, ich wollte nur dran erinnern, wie der Betrug, die List funktionierten, welches das kapitalistische System einsetzte, das war nämlich damals, als sie den Artikel 27 änderten, damals wurde erlassen, dass die Ejidos privatisiert werden können, denn was sie wollen ist, dass jetzt die Mutter Erde verkauft werden kann oder verpachtet.

Ich muss Sie jetzt einladen, dass sie ein wenig Ihre Einbildungskraft einsetzten, denn wir sprechen von vor 20 Jahren, das heißt, als wir bereits in der Öffentlichkeit erschienen sind.

Also, als die Regierung merkte, wie es hier ist, da plötzlich - natürlich mit verschiedenen Vorwänden, einer davon lautete, dass die schlechte Regierung nun tatsächlich unsere Forderungen erfüllt – fangen sie an, Straßen zu bauen, aber nicht für das, was sie sagen, sondern wegen der Änderung des Artikel 27, nämlich um die Ejidos zu privatisieren. Und so nützen sie die Gelegenheit doppelt für sich aus, denn sie haben bereits mitbekommen, dass wir uns erhoben hatten, jetzt tun sie so, als ob sie unsere Forderungen erfüllen würden, bauen Straßen, Projekte werden begonnen, und ein Projekt, das eine Million oder zwei Millionen Pesos kostet, und davon gibt es dann hundert, zweihundert, ja vielleicht sogar dreihundert Projekte, da rollt ein wenig von diesem miserablen Geld, aber bis in die Comunidades kommt nichts, das bleibt an diesem Haufen der Regierenden picken, aber sie reden von den Projekten, davon erzählen sie uns.

Ich kann gar nicht alles erzählen, was die Compas und auch die Brüder erzählen, sie sagen, da gibt es Projekte die heißen ´Kleiner Fisch¨, weiß der Teufel was das ist, dieser kleine Fisch. Daher sage ich, dass sie viele Projekte aufteilen und wenig Geld gibt es.

Und es beginnt bereits mit einigen Schulen, einigen Krankenhäusern. Die Schüler können noch nicht mal lesen und da sagen sie schon, dass sie ein Stipendium bekommen. Und zu den Krankenhäusern da sagen sie, dass sie den Menschen die Volksversicherung geben, denn mit dieser E-Card wird man gut und richtig behandelt, und wenn die Menschen dann wirklich ins Spital kommen, dann müssen sie hören, dass kein Arzt oder keine Ärztin da ist, und wenn sie doch da sind, dann sagen sie, dass es keine Arzneimittel gibt, wenn aber doch der Arzt oder die Ärztin anwesend sind und es auch Medizin gibt, dann ist die sicher bereits abgelaufen. Aber nachdem wir nicht lesen können, ist da der Doktor oder die Doktorin, sie geben dir die abgelaufene Medizin, man nimmt sie, aber die lindert den Schmerz den du hast nicht. Der Witz ist, dass sie dir etwas geben, irgendein Medikament, und du weißt nicht mal, ob das wirklich das richtige für deine Krankheit ist.

Also wie ich Ihnen sagte, begannen sie viele Projekte und mit diesen Dingen von denen ich erzählte und so vergingen die Jahre. So machte die schlechte Regierung viele Projekte mit wenig Geld zum verteilen, und das dient dazu, dass die schlechte Regierung die Überwachung hat über die, die Zapatist*innen werden wollen. Ich glaube sie nennen das die Kampagne der Aufstandsbekämpfung oder den Krieg der niederen Intensität, ich weiß nicht, wie sie es nennen, aber es handelt sich um eine Überwachung, damit du nicht mehr kämpfst, jetzt werden wir alle deine Forderungen erfüllen, hier da hast du. Außerdem, falls du Zapatist*in wirst, schau her, da ist meine Armee, sie sind besser ausgerüstet, du kannst so nur den Tod finden. Daher ist das eine Kampagne um uns zu überwachen.

Ich erzähle das weil diese Comunidades, jene, die die Privatisierung des Ejidos zuließen, denn es gab solche, die es zuließen, die sind bereits so, man könnte sagen wie in den Städten, es gibt unter ihnen Vagabunden, sie gehen herum, haben keine Bleibe, sind Drogenabhängige vom Thinner und alle diese Dinge. Ebenso ist es in den Comunidades, weil sie ihren Boden verkauft haben, denn sie haben die Papiere erhalten, die Eigentümerurkunde, wie ein Ranchero, ein kleiner Ranchero, ein Kleinbesitzer, also sie erreichten dass es ihr Eigentum wurde und dann verkaufen sie und ihnen bleibt die Straße, sie haben kein Feld mehr um Mais und Bohnen zu säen.

Andere die die unterschiedlichsten Projektförderungen erhalten haben, denen werden jetzt Zinsen kassiert, wie das der Kapitalismus vorschreibt. Nur um einige Beispiele zu nennen, dort wo sich das Caracol La Realidad befindet, gibt es eine Comunidad namens Agua Perla, dort wo der Jataté Fluss ist. Dieses Dorf hat Projekte bekommen, und jetzt kam eine Gruppe wie sie sagen, wie wir sagen, caxlanes, Mestizen und die sagen: wisst ihr was Señores, hier ist was ihr schuldet, dieser Boden gehört nicht mehr euch und damit ihr seht und damit es keine Probleme gibt, sagen wir euch geht nach Escárcega –das heißt nach Campeche, ich glaube in Campeche liegt Escárcega–, oder geht nach Oaxaca, wo die Regierungen von Chiapas und von Oaxaca sich um die Las Chimalapas streiten.

Dort hin zu gehen, bieten sie diesen Parteianhängern an, ich muss wieder Parteianhänger sagen, denn früher waren es die PRI-Parteianhänger die uns belästigten, jetzt gehen alle Parteien auf uns los, daher nennen wir sie jetzt Parteianhänger.

Eine andere Comunidad in Roberto Barrios, namens Chulum Juárez, erhielten Projekte. Dasselbe, sie haben ihnen eine Straße angeboten und die Comunidad akzeptierte es, denn es ist eine Asphaltstraße und sie haben es so schnell gemacht, nur wenige Monate hat es gedauert, und sie ist gut gemacht. Als die Straße fertig war erhielten sie ihren domo, so ähnlich nennen sie die dünnen Blechlamellen und andere Dinge, da haben sie auf die Straßen der Comunidad Schotter gebracht, und nachdem alles da war und die Straße fertig, da kommen sie und sagen: wisst ihr was Señores, ihr müsst gehen, denn der Berg dort, der enthält Uran und die Regierung wird es herausholen und daher müsst ihr gehen, geht nach Oaxaca, wenn ihr gehen wollt, sonst müssen wir euch gewaltsam vertreiben.

Das ist es, was sie seit 20 Jahren vorbereiten, jetzt führen sie es aus. Noch dazu mit der Änderung der Gesetze, zu Gunsten des kapitalistischen Systems, haben sie es bereits erreicht, das sagen sie, das sagt das Papier. Was wir sagen ist folgendes: das Papier sagt, dass das bereits erlaubt ist, aber es fehlt noch, dass die Menschen mitmachen, ob die Menschen das wirklich zulassen, und es fehlt auch noch, dass wir Zapatist*innen da mitmachen.

Die Sachen, die ich euch erzähle, kommen daher, weil wir uns fragen, weil wir die vergangene Geschichte, unsere eigene, beobachten und wir sagen: Warum verändert sich der Kapitalismus sehr wohl, um immer mehr zu dominieren und um immer mehr zu haben, wo sie eh schon so viel haben? Warum verbleiben wir die Ausgebeuteten immer unverändert?

So fragen wir uns, denn die Brüder und Schwestern wie wir sie nennen, die Parteianhänger, da unterscheiden wir auch wen wir so nennen. Wir nennen sie Brüder und Schwestern die Parteianhänger*innen, jene die uns nichts tun. Aber zu den Paramilitärs, diesen Arschlöchern sagen wir nicht Brüder und Schwestern.

So ist das mit den Brüdern die Parteianhänger sind. Als wir ans Licht der Öffentlichkeit getreten sind – die Compañera Vilma hat bereits darüber gesprochen – haben wir Zapatisten gesagt, dass wir die Mutter Erde zurückgewonnen haben. Das ist so, wie wenn sie uns unsere Mutter genommen hätten und man suchen muss, wo sie ist, und wenn du sie findest, dann musst du sie zurückholen. Man kann dafür verschieden Worte verwenden. Der Punkt ist, komm Mutter, nicht wahr? Nicht unter uns streiten.

Ja da ist so etwas Ähnliches passiert, sie haben uns unsere Mutter genommen und wir haben begonnen, uns zu organisieren, denn das ist das erste. Zu aller Anfang muss man sich organisieren und das haben wir getan. Wir mussten uns organisieren, die Frauen und Männer um zurückzubekommen, da gibt es keine andere Art, wie man es nennen könnte.

Denn aus der Mutter Erde kommt alles, daher mussten wir die Mutter Erde zurückerobern und wir begannen, uns zu organisieren, wie wir sie bearbeiten werden. Dann vergingen die Jahre und die schlechte Regierung und die Eigentümer, die Großgrundbesitzer begannen zu sagen, dass wir die Zapatistinnen und Zapatisten daran schuld sind, dass diese Böden, Tausende von Hektar unproduktiv seien. Und wir Zapatistinnen und Zapatisten haben das akzeptiert, für die Großgrundbesitzer oder für den Kapitalismus sind diese Böden nicht produktiv, denn es werden nicht mehr Tausende und Abertausende Stück Rinder abtransportiert wie das die Großgrundbesitzer früher getan haben, jetzt gibt es Tausende und Tausende von Maiskolben, so wie diesen hier.

So winzig klein hat ihn uns zuerst die Mutter Erde gegeben, die uns die Großgrundbesitzer weggenommen hatten. Es stimmt nicht, dass wir sie ihnen wegnehmen, denn sie gehörte ja uns, aber sie haben sie so schlecht behandelt die Mutter Erde, dass die ersten Produkte die wir ernteten soo klein waren. Aber nachdem unsere Großeltern ja zu arbeiten verstehen, haben wir uns schön langsam wiedergefunden, auf und mit unserer Mutter Erde.

Diese wiedergewonnenen Böden bearbeiten wir in der Gemeinschaft. Wenn wir sagen in der Gemeinschaft, dann bedarf es viel Praxis, damit du da Dinge entdeckst. Zum Beispiel haben wir zu Beginn begonnen, die Erde im Kollektiv zu bearbeiten, alle zusammen, das heißt, niemand hatte sein eigenes Stück milpa (Feld), sondern alles zusammen und alle zusammen. Dann gab es da manchmal sehr viel Regen, sehr viel Trockenheit, ein Unwetter und da haben wir Ernten verloren. Alsdann sagten die Compañeros, so geht es nicht, es ist besser, wenn wir beginnen uns zu organisieren, wir müssen Übereinkommen treffen, wie viele Tage wir in der Gemeinschaft arbeiten und wie viele Tage für uns allein.

Und es waren vor allem die Compañeras, die uns auf diese Gedanken brachten. Denn sie sind es, die die Gewürze der Speisen anpflanzen, wir sagen dazu Schnittlauch, Zwiebel und andere Gewürze, die die Compañeras in der Küche verwenden. Und nachdem das im Kollektiv gebaut wird und die Compañeras ihre Töchter und ihre Söhne auf das Feld schicken um das zu holen, dann mal einer oder eine alles mitnimmt dann bleibt nichts für die anderen, denn da gab es noch keine Übereinkommen darüber.

Dann haben wir das als ein Problem gesehen und da haben dann die Compas viele Sachen entdeckt. Denn da will einer Maiskolben und nachdem es allen gehört, wenn jemand alles nimmt, dann stimmt das nicht, aber das geschieht deshalb, weil es noch kein Übereinkommen gibt. Was daher dann die Compas machen ist eine Übereinkunft, so viele Tage werden wir die Gemeinschaftsarbeit für alle machen und so viele Tage arbeiten wir für uns.

Und die gemeinschaftliche Arbeit macht man auf dem Niveau des Dorfes, das heißt lokal, kommunal. Dann auf Niveau regional, so nennen wir es. Von Region sprechen wir, wo bereits 40, 50 oder 60 Dörfer zusammen gehören, das nennen wir Region. Und dann folgt die gemeinschaftliche Arbeit auf dem Niveau des Gemeindebezirkes, wenn wir vom Niveau Gemeindebezirk sprechen, dann sind da manchmal 3, 4 oder 5 Regionen beisammen und das ist dann bereits der autonome rebellische zapatistische Gemeindebezirk. Und wenn wir von der gemeinschaftlichen Arbeit der Zone sprechen, dann sind das alle Gemeindebezirke, die sich in einer Zone befinden, wie zum Beispiel die Zone La Realidad oder die von Morelia oder von Garrucha, die fünf Zonen halt.

Daher, wenn man von Zonen spricht, dann sind das schon Hunderte und Aberhunderte von Dörfern, wenn man von Gemeindebezirk spricht, sind das Dörfer in zweistelligen Ziffern. So wird die gemeinschaftliche Arbeit gemacht, und diese gemeinschaftliche Arbeit wenden wir nicht nur auf der Mutter Erde an.

Ich erinnere nur daran, wie der dahingeschiedene Sup Marcos seinerzeit gesagt hat, als sie uns verurteilten, wie wir uns als Antikapitalisten bezeichnen können, wenn wir aber Coca Cola trinken. Ich weiß nicht, ob sich irgendjemand der hier ist, daran erinnert. Wie soll ich euch das erklären. Es ist so, dass sie uns idealisieren, sie glauben, alles was wir sagen wird auch so ausgeführt. Nein Compañeros und Compañeras, Brüder und Schwestern, das ist nicht immer leicht. Was aber Sache ist, ist die, dass wir organisiert sind.

Ich werde ein deutlicheres Beispiel erzählen. Ich erinnere mich, wie eine Compañera aus der Stadt sehr böse war, weil sie sah, dass ein zapatistischer Compa seine Compañera anschrie, denn er war nämlich betrunken, besoffen, angetrunken. Da sagten wir zur Compañera: beruhige dich Compañera, denn diese Compañera wird zur Autorität gehen und ihre Klage vorbringen, morgen, übermoren, dann wird dieser Compa bestraft werden. Aber du denkst wenn wir sagen ´sauber´, dann ist alles sauber und wenn wir sagen ´schwarz´, dann ist alles schwarz. Nein, das ist idealisieren. Aber dagegen ist es so, dass die Compañera Klage erheben wird und dann kommt die Sanktion.

Der Punkt ist, organisiert sein. Denn früher war es so, da gab es unzählige Fälle von misshandelten Frauen, und dieses Problems nahm sich weder der Syndikus, noch der Gemeinderat oder der Bürgermeister an, im Gegenteil, der Syndikus, der Gemeinderat, der Bürgermeister die waren oft noch schlimmer, wie werden solche dann das Problem lösen.

Gut also wir sprechen von der kollektiven Arbeit. Wie gesagt, auch andere Arbeiten werden gemeinschaftlich ausgeführt, zum Beispiel im Verkauf dessen, was ich euch gerade erklärt habe, nicht weil wir es gerne tun. Denn für uns Zapatistinnen und Zapatisten ist es so, damit der Kapitalismus aufhört, müssen wir ihn zerstören. Und ein Weg zur Zerstörung ist der, ihm die Produktionsmittel zu nehmen, indem wir sie uns aneignen und wir selbst sie verwalten. Wenn wir dann die Dinge verkaufen, zum Beispiel das hier, das ist Erde, aber das dort, was ist das? Dort die Blumen? Sind die schon vom Kapitalismus produziert oder nicht? Diese Brillen die Sie aufhaben? Und das dort? Alles was Sie an sich tragen?

Aber wir verstehen es, und das ist eine Art, am Kapitalismus zu kratzen. Wenn wir sowieso seinen Gewinn vermindern werden, das ist wahr. Das ist keine Lüge, wir verstehen es. Wir erinnern uns, denn wir kommunizieren alles gegenseitig, denn eine Sache ist es, etwas zu sagen, eine andere, etwas zu tun. Zum Beispiel, erinnere ich mich an viele NGOs die hier sagten, wir erlauben nicht dass hier ein Chedrahui – Supermarkt herkommt und wir werden dort nichts einkaufen. Nicht einmal zwei Wochen sind vergangen. Daher wiederhole ich, es ist eine Sache etwas zu sagen und eine andere, etwas zu tun.

Gut nun, jetzt werde ich anfangen, Dinge zu erzählen die wir langsam entdeckten, was die kollektive Arbeit ist und dass es da verschiedene Dinge gibt, nicht nur die Arbeit mit der Mutter Erde. Wir begannen das über den Widerstand zu sehen, wir begannen das zu entdecken.

Wir begannen den Widerstand, die Compañeros und Compañeras in unseren Dörfern. Jetzt werde ich erzählen, wie dieser Gedanke des Widerstandes entstanden ist. Nun, in jenen Zeiten als wir uns erhoben haben hat die Regierung, die schlechte Regierung begonnen, Spione, Langohren, ich weiß nicht, wie man das sonst noch nennt, zu verwenden. Also sie brauchten jemand, der hörte und sah, was die Zapatisten tun, wie sie sich bewegen. Und da haben die Compañeras und Compañeros bemerkt, dass die Lehrer und Lehrerinnen solche Spione, Langohren sind. Und sie verjagten sie.

Damit entsteht aber ein Problem, jetzt haben wir keinen Lehrer, keine Lehrerin mehr. Gut, wir mussten uns etwas einfallen lassen, wir mussten etwas tun, wir mussten etwas schaffen. Und da, wie ich schon sagte, begann die Regierung Anstalten zu zeigen, dass sie viele Projekte machen werden. Wie wenn sie neidig wären. Wir haben sofort verstanden, wenn sie das geben was sie geben ist es deshalb, weil die Regierung nicht will, dass jemand Zapatist wird, das heißt, sie geben unseretwillen. Aha so ist das haben wir gesagt.

Da war es dann, wo die Compañeras begannen, nein zu sagen, denn im Jahr 1994 sind aufständische Compañeros, Milizianos gestorben. Diese Compañeras begannen zu sagen: wir gingen damals in Waffen und unsere Compañeros sind gestorben. Wie werden wir dann jetzt ihre Reste annehmen, Almosen annehmen, Brosamen annehmen, die die schlechte Regierung verteilt. Was sie damit vorhaben ist, uns zu kaufen, so wie sie die kaufen, die keine Zapatisten sind, damit sie nicht Zapatisten werden.

Und dieser Gedanke wurde produziert und reproduziert, dass es dasselbe ist wie kämpfen, das Nichtannehmen – so haben wir begonnen – nichts von der schlechten Regierung anzunehmen. Etwas später haben wir dann entdeckt, dass das nicht nur ein Nicht-Annehmen ist. Das sage ich euch nur deshalb, weil wir damals gesehen haben, dass sie den Parteianhängern viele Projekte gaben und das war dann der Moment als wir Zapatistinnen und Zapatisten sagten, dass wir die Mutter Erde bearbeiten müssen. Und als wir das sagten, sagten die Compañeras und Compañeros: ja, denn als unsere Großeltern und Urgroßeltern lebten war das ja auch so. Oder hat unseren Großeltern jemand Bohnen, Reis, Öl und Milch geschenkt? Nein, ganz im Gegenteil, alle die Arbeitskraft unserer Großeltern kam dem Patron, dem Arbeitgeber zugute. Und jetzt, warum wird dir die Regierung jetzt ein Kilo von Minsa, Maseca und Bohnen geben? Außerdem ist das genverseucht, wie sie das nennen, und Chemie, nicht mal die Milch ist echt.

Ja das war dann, als wir sagten, dass wir die Mutter Erde bearbeiten müssen. Dann, in dem Masse, wie wir diesem Widerstand mehr Kraft widmeten, hatten dann die Compas, die das verstanden haben, bald Bohnen, Mais, Kaffee, Schweine, Truthähne, Haustiere. Und dann haben die, die Parteianhänger sind Wellblech, Zement, Baustäbe und alle diese Dinge bekommen. Da sie aber die Erde nicht bearbeiten und die Compas dagegen wohl und wenn diese dann Wellblech usw. brauchen dann verkaufen sie. Die Compas kaufen es ihnen dann ab, denn sie haben das Geld, weil sie ja die Erde bearbeiten.

Als die Compas das merkten, diese Sache, die wir entdeckten, ihr dürft nicht vergessen, sie sind reine Praktiker die Indigenen, also wir. Wenn wir sehen, dass es so funktioniert, dann sagen wir hier, ¨die Sache ist haben sie versaut¨, dann machen wir es alle so, denn wir haben gesehen, dass es funktioniert und dann bearbeiten unsere Compas mit noch größerer Freude die Felder.

Und da beginnt die Regierung zu sagen, dass sie so viele Projekte geben, sie sehen die Wellbleche, die roten, denn es sind lauter rote Wellbleche, und ja, auch die Compas geben sie oben drauf, den Himmel nennen sie es, das rote. Und die Regierung sagt, dort ist es, alle diese Dächer sind von Projekten aber das ist nicht wahr, das sind die Häuser unserer Compas, die dieses Wellblech kaufen. Und die Regierung hat es bemerkt, jetzt kontrollieren sie es, jeder muss beweisen, dass er ein Haus baut, und die Parteianhänger haben dasselbe gemacht, denn die Parteien geben auch die Hausprojekte und auch sie fordern den Beweis, dass der Empfänger ein Haus baut, denn sonst geht das Material zu den Zapatistas, so sagen sie.

Andererseits, wenn wir aus den zapatistischen Comunidades sehen, wie es den Brüdern die Parteianhänger sind geht, ehrlich gesagt, Compañeros und Compañeras, Brüder und Schwestern, es ist traurig zu sehen, wie sie leben. Es ist bitter mit anzusehen, wie es ihnen geht. Denn viele ihrer Jugendlichen, Männer und Frauen, die wir gekannt haben, sind nicht mehr hier, sie folgten dem amerikanischen Traum, auf der Suche nach dem grünen Geld, den Dollar. Und viele sind nicht mehr zurückgekehrt. Andere, die zurückgekehrt sind, sind total verändert, andere, die zurückgekehrt sind, geht es schlecht, sie sind drogensüchtig, rauchen Marihuana. Und die die nicht Marihuana rauchen, haben ihre Kultur verändert, sie sagen, dass sie den Pozol nicht mehr mögen, noch schlimmer, sie sagen, dass sie den nicht mehr kennen.

So kommt der Sohn oder die Tochter zurück und kommt in das Haus seines/ihres Vaters und seiner/ihrer Mutter. Und Vater und Mutter sind unverändert, denn die Regierung hat sie daran gewöhnt, dass sie mit gekreuzten Armen warten, sie haben es bereits im Kopf programmiert, dass sie hie und da etwas erhalten werden, das heißt dann ¨Oportunidades¨, ich glaube, jetzt nennen sie das ´Prospera´. Das heißt, die Brüder die Parteianhänger sind, wurden, wie soll ich sagen, zu nutzlosen Menschen gemacht, denn sie bearbeiten die Erde nicht mehr. Ich glaube, das Wort das sie dafür verwenden lautet unterwürfig, ich glaube, so heißt das.

In der Zeit der Sklaverei da merkst du wenigstens, wer dein Patron, dein Herr ist, wer dich versklavt. Aber in diesem Fall nicht, denn er manipuliert dich, er gewöhnt dich an etwas, er programmiert deinen Chip, das heißt, deinen Kopf, dein Hirn. Dann verstehst du nichts mehr und außerdem siehst du nicht, wie das Gesicht des Peña Nieto oder des Velasco aussieht, noch das des anderen, jenes halt, der dich begaunern wird.

Warum machen sie das? Weil das die andere Seite der Art ist, wie sie erreichen, was sie erreichen möchten, das heißt, die Mutter Erde, um ihren Reichtum auszupressen. Sie verwenden nicht nur einen Weg, mit dem sie versuchen uns mit Gewalt die Mutter Erde abspenstig zu machen. Was sie nicht wollen ist, dass Armee und Polizei kommen und morden, aber der Tag wird kommen, wenn das Volk es nicht mehr erlaubt. Was sie im Moment machen, das ist das Vergeben von Projekten, dann gewöhnst du dich daran, sie programmieren dich so, dass du dich daran gewöhnst, die Erde nicht zu bearbeiten und wenn du daran gewöhnt bist, dann kommt es noch schlimmer, wenn du das Papier, das heißt das Dokument hast, dass du der Grundbesitzer bist, dann verkaufst du.

Damit sie die Erde bekommen, das ist das, was mit den Brüdern Parteianhängern geschieht. Das ist es, was der Kapitalismus erreichen will, das was in der Mutter Erde ist.

Wenn wir sagen, dass es in den Comunidades der Parteianhänger sehr traurig aussieht, möchte ich dazu ein Beispiel nennen. Und hoffentlich sind diese Brüder und Schwestern hier, damit sie das hier sehen, sie bestätigen was wir sagen. Es gibt eine Comunidad dort in der Zone von La Realidad, ich glaube sie heißt Miguel Hidalgo, in der Nähe des Dorfes Nuevo Momón. Diese Brüder waren bis vor wenigen Monaten Angehörige der CIOAC-Histórica. Sie waren mit dem einverstanden, was mit unserem Compañero Maestro Galeano gemacht wurde. Wochen nachdem sie das mit dem Compa Maestro Galeano gemacht hatten, waren dies Brüder dann bereits Ex - Cioaquistas. Obwohl sie früher bei der CIOAC waren, wollen sie das jetzt nicht mehr sein. Sie selbst haben das entschieden, wegen politischer, parteipolitischer Differenzen, ideologischer Differenzen in den Projekten. Und dann haben diese Brüder gedacht, dass es besser ist, sich zurückzuziehen, denn wir wollen uns nicht gegenseitig ermorden. Und so gingen sie auf einen Grund, der seit 1994 wiedergewonnen ist, dorthin sind diese Brüder geflüchtet, weil sie mit Gewalt aus ihrer Comunidad vertrieben wurden.

Es gibt also keine Rücksicht mehr. Die Anführer der Sozialorganisationen sind dafür oft verantwortlich. Sie lassen es zu, sie verkaufen sich, und daher ist es nötig, dass sich die Männer und Frauen dieser Organisation auch organisieren.

Daher sagen wir, so wie es ist, ist es katastrophal. Wie die Regierung diese Comunidades der Parteianhänger behandelt, das werde ich euch gleich erzählen. Es geschah vor ca. einem Monat oder vor eineinhalb Monaten. Da sagte die Regierung, dass sie das Sozialprojekt kürzen werden, denn in den Comunidades geben sie Stipendien, obwohl die Schüler weder lesen noch schreiben können. Jedem Schüler und jeder Schülerin gaben sie tausend oder tausendzweihundert Pesos. Die Eltern, die zum Beispiel vier Kinder in der Schule haben, erhalten so ihre fünftausend Pesos und sie waren bereits daran gewöhnt die Väter und Mütter, das zu bekommen.

Vor ca. 1 Monat oder eineinhalb Monaten war es nun so, dass die, die 4 Kinder in der Schule haben und ihr Stipendium bekommen, die bekommen jetzt 800 Pesos für alle vier und daher sagen sie, sie haben uns beschissen. Ja klar Brüder, sie haben euch beschissen. Was sollen wir euch sagen? Und dann, denn das ist die Art der Indigenen, wie wenn es ein Handy wäre, schnell kommunizieren sie unter sich. Wenn jemand verschwunden ist, ist die Comunidad sofort darüber unterrichtet, wenn jemand krank ist, dann wissen das ganz ganz schnell alle. Also wie gesagt, das funktioniert wie ein Telefon, die Information erfolgt ganz schnell.

Gut, wir mit den Compas aus den Dörfern, mit den Basisgruppen, wir machen Besprechungen, wo wir erklären, dass es ganz schlimm kommen wird und nicht nur für uns Indigene allein, sondern in ganz Mexiko, am Land und in der Stadt, und nicht nur in Mexiko. Und dann ist es so, dass wir Zapatisten Verwandte haben, die keine Zapatisten sind. Es gibt welche, die sind gut, die Verwandten meine ich und es gibt solche, die mit uns nichts zu tun haben wollen. Und sie sind es, die miteinander sprechen, die Basisgruppen also, denn sie wissen, wer versteht, jene, die nicht gegen uns sind und denen erzählen sie über die Situation. Und das geht um wie ein Lauffeuer, dass es ganz schlimm kommen wird, und dann beginnen auch sie zu erzählen. Dass bereits die Frau Magister sowieso gekommen ist, der Herr Magister XY, sie haben uns bereits die Rechnung präsentiert. Da kommt dann die Information heraus.

Das ist der Teil, den wir gestern verlesen haben, dass sie uns fragen, was sie machen sollen. Und was wir sagen lautet: organisiert euch Brüder.

Aber was machen wir in dieser Organisation? Denkt nach darüber.

Aber wie sollen wir es anstellen um nachzudenken? Wie du lebst und so weiter.

Und das andere was wir im Leben der Parteianhänger sehen ist, dass Kinder, die Buben, die Mädchen nicht daran schuld sind. Abgesehen davon, dass die Regierung schlecht orientiert, sind die Kinder verwahrlost. Wer weiß, was mit ihnen eines Tages passieren wird? Oder werden sie aufwachen, wenn sie merken, was los ist, aber dafür – so glauben wir - müssen noch viele Dinge geschehen. Sie werden Diebe werden, Banditen, sie werden Mais und Bohnen klauen, alles, denn so sind sie drauf, schlimmer als Drogenabhängige. Es gibt Comunidades, die sind wirklich Marihuana-Raucher, ehrlich, ich lüge nicht. Daher sage ich, dass dort die Kinder, die Mädchen und Buben so sind, wie wenn sie verlassene Hühner wären.

Das was ich euch erzähle ist das, was wir erleben, wo wir leben. Ihr wisst, wie man bei euch lebt. Das einzige was wir sagen ist, dass es notwendig ist, in der Praxis anzuwenden, was wir im Kopf ausdenken, sonst werden wir nur reden und reden und reden. Es ist vielleicht kein gutes Beispiel wenn ich über die Gläubigen spreche. (Unhörbar) ist ihnen bereits entglitten, aus der Bibel, wie sie sagen, weil sie so viel lesen und lesen und lesen, und verstarb, und es heißt Gerechtigkeit, es heißt Freiheit, Schluss mit der Ungerechtigkeit, aber das sind nur Worte. Und die Politiker, die machen es ebenso.

Daher sagen wir ihnen nicht, Compañeros, Compañeras, Brüder, Schwestern, wir sagen nicht, dass sie sich bewaffnet erheben sollen, wir sagen auch nicht, dass sie dieses Beispiel nehmen sollen, oder jenes kopieren sollen. Nein. Jeder muss sein Territorium sehen, was man dort machen kann, aber es ist nötig, dass wir die Praxis angehen.

Wenn wir zum Beispiel diese Phrase sagen, dass das, was wir errichten wollen für Jahrhunderte oder für immer ist. Da sagen wir dann: wie werden wir das machen? Wenn die Kämpfer, die alten Zapatisten nicht ihre Kinder vorbereiten, das heißt, die neue Generation, jene die jetzt 19 oder 20 Jahre alt sind, dann kommt in 50 oder 60 Jahren der Enkel vom General Absalón Castellanos Domínguez, Ex-General, Ex–Gouverneur von Chiapas zurück und der wird wieder in den Comunidades befehlen, wenn sich diese Generation nicht vorbereitet. Und so muss diese Generation die nächste vorbereiten, damit das über die Jahrhunderte und für immer andauert, sonst wird daraus nichts.

Eine der Grundlagen des wirtschaftlichen Widerstands von uns Zapatistinnen und Zapatisten ist die Mutter Erde. Die Häuser die die schlechte Regierung schenkt haben wir nicht, auch keine Blocks, aber wir haben ein Gesundheitssystem, ein Schulsystem, wir sind damit beschäftigt, dass das Volk regiert und die Regierungen gehorchen.

Wenn ich darüber nachdenke, was ich euch sagen will, dann ist da eine Sache und zwar wie es uns wirtschaftlich geht und die andere, wie wir regieren. Es ist schwer für mich, das zu erklären, denn die Art und Weise, wie das die Compas machen, ist nicht nur eine einzige.

Beispiel: in einigen Kollektiven der Compas, wenn die Zeit des Verkaufs kommt, sei es der Mais, seien es die Bohnen oder die Rinder, dann machen es die Compas so, dass sie sich als Kollektiv organisieren und dann - sagen wir es so - tun sie so, als ob sie ein Coyote (Zwischenhändler) wären, um mit dem echten Coyote den Preis zu treiben. Zum Beispiel, wenn ich Zapatist bin und der Compa ist der Kaffeekäufer, oder der Viehkäufer oder Maiskäufer, dann ist, so glaube ich, jetzt der Kilopreis des Kaffees 23 Pesos. Ich als Zapatist erfrage, wie viel und wo der Coyote kauft, und wenn er um 40 Pesos verkauft und hier um 23 Pesos kauft, dann weiß ich, wie viel er verdient. Ich mache auch die Rechnung was der Transport kostet und wie viel ich den Preis erhöhen kann, wenn er 23 Pesos zahlt, dann muss ich 24 zahlen. Und so agieren die zapatistischen Compas und auch die Parteianhänger und so hat dann der Coyote keine Klienten mehr. Wenn der Coyote dann hört, dass ich 24 Pesos zahle und er 23, dann beginnt er wieder mit mir zu konkurrieren und er zahlt 24. Und da macht dann der Zapatist nochmals seine Rechnung, es geht noch und jetzt geht es auf 25 Pesos. Das ist die Konkurrenz im Stil Coyote zu Coyote. Habt ihr mich verstanden? Das ist der Kampf.

Gleichzeitig sagen die Parteianhänger: seht, die Zapatisten zahlen mehr, um einen Peso mehr. So ist das, so ist das Leben in den Comunidades. Daher sage ich, es gibt nicht nur eine Form, wie es gemacht wird, wir sind auf der Suche. Und das hat auch mit der Ökonomie einer autonomen Autorität zu tun.

Zum Beispiel: in der Autonomie funktionierte alles bestens bezüglich Gesundheitsversorgung, bezüglich Erziehung, bezüglich Agroökologie oder in den drei Bereichen, wie es die Compas nennen, das sind die Knochenheilung, die Geburtshilfe und die Heilpflanzen. Aber wenn es Projekte gab und Spenden von unseren solidarischen Compañeros und Compañeras kamen und wenn diese Spenden zurück gingen oder das Projekt der NGO endete, dann begann die Organisation der Konstruktion der Autonomie schwächer zu werden, das heißt im Bereich Gesundheit und Erziehung.

Und da haben wir wieder bemerkt, dass wir Fehler gemacht hatten, denn – um es irgendwie auszudrücken – wir geben nur gerne aus, sonst nichts, denn es ist nicht unser Schweiß, wie die Compas es ausdrücken. Denn wenn einer etwas mit dem eigenen Schweiß schafft, dann passt er gut darauf auf, dann vergeudet er nichts. Und so haben wir gemerkt, dass das nicht richtig war, dass wir das korrigieren mussten.

Als wir mit der Korrektur begonnen haben, tauchte ein anderes Problem auf. Viele der Dinge die wir machen, wie wir uns organisieren, glaubt nicht dass es deshalb ist, weil wir eine gute Phantasie haben, weil wir super sind oder was sonst noch. Nein Compañeros, Compañeras, Brüder und Schwestern. Im Laufe der Dinge schaffen wir, erfinden wir. Wie die Probleme auftauchen, so lösen wir sie, aber wir geben nur nicht auf. Das ist es, wir lassen es nicht sein, wir lösen das Problem, und der Vorteil ist der, dass wir selbst es lösen, wir hängen von keiner Instanz der Regierung ab. Wenn es uns schlecht geht, dann geht es uns allen schlecht. Wenn es uns gut geht, dann geht es uns allen gut.

Wie ich euch gesagt habe, bei den Projekten, bei den Spenden, da mussten wir korrigieren, und als wir die Form fanden, wie wir das korrigieren, da hat denen, die das Projekt suchen, das nicht mehr gefallen. Denn wir sagten: wir werden reproduzieren müssen, man kann nicht nur ausgeben, wir müssen darüber nachdenken, was wir reproduzieren werden, damit eines Tages, wenn es keine Projekte, keine Spenden von Seiten unserer solidarischen Brüder und Schwestern, Compañeras und Compañeros mehr kommen, dann müssen wir wie früher widerstehen können.

Dort ist der Irrtum. Den Fehler, den wir im ökonomischen begangen haben erweckte in uns die Erinnerung an die vergangenen Zeiten im Untergrund, denn damals haben wir Kliniken im Untergrund gebaut, und wir konnten uns nicht einmal vorstellen, dass wir eines Tages Compañeros und Compañeras aus dem asiatischen Kontint kennenlernen würden, aus den fünf Kontinten kann man sagen, wir träumten nicht mal davon. Trotzdem, wir schafften es. Nicht dank der Solidarität sondern mit Schweiss. Da begannen wir, den Compañeros das zu erzählen, das wird wiederaufgenommen und wir begannen zu arbeiten, und so machen wir es jetzt.

Daher sagen wir, dass wir uns umerziehen, umorganisieren wegen des bevorstehenden Unheils. Tatsächlich, Compañeros und Compañeras, wir könnten euch so viele Dinge erzählen. Die Dinge sind nicht so einfach, aber nur dass ihr es wisst, der Punkt ist, dass wir nicht aufgeben.

Die kollektive Arbeit, über die ich euch erzählen werde, die machen wir seit zwei oder drei Monaten. Denn wir reorganisieren uns, wir sind dabei uns umzuerziehen und daher müssen wir hart an der Gemeinschaftsarbeit werken, damit wir etwas haben, womit wir uns bewegen können oder wie wir kämpfen können.

Bei den Versammlungen der Compas, in den Dörfern, Regionen, Gemeindebezirken und Zonen kommt es vor, dass ein zapatistischer Compa sagt: Compañeros, Compañeras, ich werde bei der Gemeinschaftsarbeit nicht mitmachen, denn das bringt mir nichts, damit kann ich weder Salz noch Seife kaufen. Aber das heisst nicht, dass ich den Kampf nicht fortsetze, ich werde weiterhin Zapatist sein und wenn es nötig ist, einen Beitrag für den Kampf zu leisten, dann bin ich damit einverstanden zu unterstützen.

Darauf sagen die anderen Compas: du bist im Irrtum Compa, mit dem was du sagst. Du musst daran denken, wer du bist, ein Zapatist, denn hier diskutieren wir nicht nur über die Gemeinschaftsarbeit, hier diskutieren wir grundsätzlich ueber das Zapatist-Sein. Der Zapatist muss für alles bereit sein. Wenn du sagst, dass du nicht bei der Gemeinschaftsarbeit mitmachen willst, weil das drei, vier oder fünf Tage dauert, was wäre dann erst, wenn du dran kommst, autonome rebellische zapatistische Autorität zu sein. Das ist ein Dienst, der dauert 3 Jahre. Dagegen dauert die Gemeinschaftsarbeit nur drei, vier oder fünf Tage. Denk nach, was du gesagt hast.

Und in der Versammlung erhebt sich dann der Sohn dieses Compa und der sagt: so ist mein Vater. Mein Vater sagt – dieser Compa ist Gesundheitspromotor – dass ich nur den Namen nach Gesundheitspromotor sei, dass ich nicht mal weiss, wie man ein Aspirin verschreibt. Ja, das sagt mein Vater, denn er möchte, dass ich meine Stelle als Gesundheitspromotor aufgebe und dass ich zum studieren weggehe - das heisst weg von der autonomen Schule und dass der Compa irgendwo hingehen solle -. Weiters sagt der Compa Promotor: und immer wenn mein Vater krank wird, kommt er und verlangt von mir Tabletten.

Ich erzähle euch das alles Compas, damit ihr seht, dass der Punkt der ist, nicht aufzugeben, der Punkt ist, nicht nur etwas zu reden. Man muss Stellung beziehen, etwas tun, suchen, erfinden, schaffen. Das ist es.

Vielleicht habt ihr euch auch etwas vorgestellt, wenn wir sagen, dass wir die Mutter Erde bearbeiten. Ihr habt es vielleicht sogar gesehen, eure Beschützer und Beschützerinnen haben euch vielleicht hingeführt. Sagen sie nicht, sie bearbeiten die Erde,die Zapatisten? Sie wandern doch nicht aus die Zapatisten? Deshalb habe ich euch das Beispiel dieses Compas der Unterstützungsbasis erzählt, darüber, dass er keine Gemeinschaftsarbeit leisten will, da entstehen dann die Probleme. Einer selbst schliesst sich so aus, er weist sich selbst aus. Denn Zapatist sein heisst, dass du alles mitmachen musst und da gibt es welche, die nicht mehr wollen und dann gehen sie. Und die die gehen, die wollen nicht mehr am Kampf mitmachen, das heisst, sie haben die Organisation verlassen.

Daher zahlen wir, von dem wenigen das wir ökonomisch erwirtschaften keinen Strom, kein Wasser, keine Grundsteuer, nichts. Aber wir erhalten auch nichts vom System. Und wie ich schon sagte und nur um zu wiederholen, hier mit unserer kollektiven Arbeit in der Zone, der Region, dem Gemeindebezirk oder im Dorf, machen wir das mit dem Blick darauf, dass wir uns eventuell mobiliseren müssen um andere Brüder und Schwestern, Compañeras und Compañeros zu unterstützen. Niemals aber um von der Regierung zu verlangen, dass sie ihre Versprechungen erfüllt, dafür geben wir keinen Cent aus.

Und von dem was wir weiterhin erzählen werden, der Punkt wo wir sind, was wir machen wollen und wie wir denken, dass wir das tun werden ist der, dass es bereits die Compas sind, die Menschen, die Autorität sind, die befehlen, die entscheiden. Wir hängen nicht von der Regierung ab. Und diese unsere Art so zu sein, das werden wir weiterhin ausführen, kämpfend und wir werden dafür sterben, wenn es nötig ist, um das zu verteidigen, wo wir jetzt sind.

Subcomandante Insurgente Moisés

>a href=" http://enlacezapatista.ezln.org.mx/2015/05/04/economia-politica-desde-las-comunidades-i-subcomandante-insurgente-moises-4-de-mayo/">Quelle
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Neues vom Röster

Mittwoch, 27. Mai 2015

Der Röstkaffee Libertad ganze Bohne und gemahlen und die Espressi Durito und Rebeldia sind frisch vom Röster einetroffen. Unsere zapatistischen Sorten sind zur Überbrückung und aufgrund starker Ernteausfälle bei den zapatistischen Kooperativen vorübergehend ein Blend mit Rohkaffee der zapatistischen Kooperativen Yachil und Yochin aus Chiapas und Juantama aus Kolumbien. In der aktuellen Röstung ist einmalig auch Rohkaffee der Cooperativa Agraria Cafetalera aus Peru beigemengt. Sobald unsere Importe abgeschlossen sind informieren wir euch ausführlich über die neuen Preise und Kooperativen und die Entwicklung der zapatistischen Kaffeekooperativen.
Geschrieben in News von Café Libertad
Samstag, 04.04.2015
18:00 Uhr
Achtung: Nochmalige Raumänderung! Die Veranstaltung findet nun statt im Cafe Knallhart an der HWP


144 Jahre nach der Pariser Kommune rückt die Idee kommunalistischer Organisierung wieder stärker ins Interesse der Menschen in Europa, Nahost und Lateinamerika.

Seit der erfolgreichen Verteidigung Kobanês durch die Volksverteidigungskräfe YPG und YPJ ist die Praxis der Selbstverwaltung der kurdischen Kantone Rojavas mit ihrem Ansatz der Demokratischen Autonomie einer breiteren Öffentlichkeit bekannt geworden. Schon seit Jahren praktizieren die zapatistischen Gemeinden der EZLN die autonome Selbstverwaltung im Süden Mexikos nach einem ähnlichen Modell. Viele haben sich schon die Köpfe zerbrochen, wie diese Konzepte in unseren europäischen kapitalistischen Gesellschaften anwendbar sein könnten. Eine direkte Übertragung ist ausgeschlossen.

Im Zuge der griechischen Krise sind in Griechenland viele kollektive Strukturen entstanden, wie z.B. Kooperativen auf ökonomischem Gebiet oder politische Gruppen für Ökologie oder Migrant*innen-Rechte oder Antifa. Eine Gruppe von der Insel Kreta versucht nun regional diese Strukturen über eine Plattform zu verbinden und zu organisieren. Ihr Modell und ihre Erfahrungen und Perspektive bei der Organisierung wollen sie mit interessierten Leuten diskutieren und weiterentwickeln.

Auf der Konferenz "Demokratische Moderne herausfordern 2" (http://networkaq.net ) nehmen sie am Podium am Samstagvormittag teil. Am Nachmittag wollen sie Raum bieten, darüber weiterzudiskutieren

Café Libertad Kollektiv unterstüzt diese Veranstaltung und die Anreise der Referent*innen. Der Raum kann sich evtl. noch ändern, wird dann aber ausgehängt. Auf dem Kongress selbst sind wir am Freitag den 3. April am Kaffestand mit Kolleg*innen von El Rojito zu finden.
Geschrieben in News von Café Libertad
becollective, Gemeinsam auf Kreta

Solidarität mit politischen Bewegungen in Griechenland ließ sich bei den kraftvollen Demonstrationen gegen die Eröffnungsfeierlichkeiten der EZB in Frankfurt am 18. März demonstrieren. Auch wir waren mit einer kleinen Delegation bei diesem Fest des Protestes vor Ort. Wichtig ist aber auch die langfristige Unterstützung von Kooperativen, Formen der Selbstorganisierung und politischen Strukturen.

Becollective verbindet den Aufbau ökonomischer Alternativen und selbstbestimmter Arbeit dabei mit einem politischen Solidaritätsprojekt. Denn zwei Euro des kollektiv produzierten Olivenöls gehen zur Streikunterstützung in umkämpften Betrieben, an anarchistische Projekte, für Gefangene oder Proteste gegen die europäische Austeritäts- und Krisenpolitik.

Um die Einnahmen der Becollective Aktivist*innen in Griechenland zu verbessern und diesen ein besseres Leben in Zeiten der Krise zu ermöglichen, wurde die Menge des Solidaritäts-Olivenöl beim gleichen Verkaufspreis von 12. - Euro von 01 l auf 0,75 l gesenkt.

Beim Bio-Olivenöl der Kooperative „Gemeinsam auf Kreta“ sind u.a. höhere Transportkosten als bisher kalkuliert angefallen. Die Menge bleibt bei dieser Sorte beim gewohnten 1 l Kannister, der Preis steigt allerdings auf 13,50 Euro.

Beide Öle sind sehr hochwertig. Das Bio-Olivenöl hat eine kräftige, olivige Note, dass Solidaritäts-Öl ist etwas milder und eignet sich besonders für die Enfaltung von Kräutern. Wir stehen mit Aktivist*innen in Griechenland weiter in Kontakt und halten die Augen offen nach Produkten, um die Autonomie von Kollektiven und Kooperativen gegen die europäische Krisenpolitik zu stärken.

Café Libertad Kollektiv unterstützt zudem die Anreise von Genoss*innen aus Kreta zur Konferenz "Demokratische Moderne herausfordern 2" die vom 3.- 5. April im Audimax der Universität Hamburg stattfindet.

Im Zuge der griechischen Krise sind in Griechenland viele kollektive Strukturen entstanden. Eine Gruppe von der Insel Kreta versucht nun regional diese Strukturen über eine Plattform zu verbinden und zu organisieren. Ihr Modell und ihre Erfahrungen bei der Organisierung, wollen sie mit interessierten Leuten in Griechenland und Hamburg diskutieren und weiterentwickeln. Neben der Teilnahme an einem Podium am Samstagvormittag im Audimax, soll es die Möglichkeit zur weiteren Diskussion bei einer Extra-Gesprächsrunde geben, die voraussichtlich um 18 Uhr stattfindet.

Wir halten euch auf dem Laufenden...

Solidarische Grüße
Cafe Libertad Kollektiv
Geschrieben in News von Café Libertad
La Realidad

Das Fray Bartolomé de Las Casas Human Rights Center (Frayba) in San Cristobal beklagt derzeit ein systematisches Eindringen der mexikanischen Armee in das Territorium des Caracols La Realidad.

Die militärischen Aktionen wurden durchgeführt von Konvois die aus Lastwagen, Jeeps und gepanzerten Jeeps bestanden, mit 4 bis 30 Militärangehörigen. Hinzu kamen Überflüge mit Flugzeugen und Hubschraubern, die Aufklärungsmissionen unternahmen und Angehörige von internationalen Beobachtungsbrigaden, Zapatistas und deren Gebäude filmten und fotografierten. Diese Art von Aktionen nimmt seit Juli 2014 an Umfang und Häufigkeit zu und wurde nun ausführlich dokumentiert.

Wir fordern die Autonomie der zapatistischen Gemeinden zu respektieren und ein Ende der militärischen Eskalation und Präsenz durch die Bundesregierung und mexikanische Armee.

Am 2. Mai 2014 gerieten Mitglieder des Central Independiente de Obreros Agrícolas y Campesinos Histórica (CIOAC-H), in einen Hinterhalt beim Besuch einer zapatistischen Unterstützungsbasis im Gebiet von La Realidad; Durch den Angriff einer bewaffneten Gruppe wurde José Luis Solis Lopez ermordet, "Maestro Galeano," und eine Autonome Klinik und Schule zerstört. Die lokale Polizei, Armee und Regierung ist in Mexiko beteiligt an Vertreibungen und Morden. Landesweit finden aktuell Proteste statt gegen die Praxis des verschwindenlassens und die Korruption von Behörden und Politik.

Solidarität mit den aufständischen, zapatistischen Gemeinden in Chiapas!

Dokumentation: http://radiozapatista.org
Geschrieben in News von Café Libertad

Aus dem besetzten Stadtteilzentrum Rote Flora in Hamburg wird zu einer großen Solidaritätskampagne aufgerufen, an der sich auch Café Libertad Kollektiv mit einem zeitlich begrenzten Solidaritätskaffee von zapatistischen und widerständigen Kooperativen beteiligt.

Im Sommer 2015 wird es eine große Sommerbaustelle mit 50 Wandergesell*innen und anderen Handwerker*innen geben. Geplant ist u.a. die Erneuerung des Anbaus, die Sanierung des Vordachs/Balkons, eine Sanierung der Dachanschlüsse und Fassadensanierung. Mit diesem Schritt soll nach der Verhinderung einer drohenden Räumung der Kampf für den Erhalt des Gebäudes nun auch auf anderer Ebene fortgeführt werden.

Den Solidaritätskaffee Störtebeker gibt es hierzu in einer ressourcenschonenden Großpackung für Voküs, Camps und Wohnprojekte mit einem Förderbeitrag von 2.- Euro pro kg für die Instandsetzung der Roten Flora.

Das Etikett ist eine historische Momentaufnahme während der Besetzung der Roten Flora vor 25 Jahren. Im Vordergrund ist der bekannte Hamburger Fotograf Erich Anders zu sehen. Dieser war von den 30iger bis in die sechziger Jahre hinein Hausfotograf im ehemaligen Flora-Theater. Er ist 1992 mit über 90 Jahren gestorben. Das Foto wurde uns solidarisch von Günter Zint / PANFOTO.de zur Verfügung gestellt, der mit Erich Anders eine Biografie schreiben wollte.

Die Störtebeker-Mischung für den Widerstand besteht aus Caracolillo-Bohnen der zapatistischen Kooperative Yachil in Chipas/Mexiko und Rohkaffee von CoopeAgri in Costa Rica. Durch die Großpackung spart ihr nicht nur Verpackungsmüll, sondern unterstützt aktiv den Kampf für den Erhalt der besetzten Roten Flora. Es gibt aber noch mehr Möglichkeiten die Baustelle zu unterstützen.

In einem Aufruf an die Bewegung formulieren die Aktivist_innen, dass die Finanzierung der Baustelle eine große Herausforderung darstellt, obwohl alle Beteiligten unbezahlt arbeiten. Insbesondere das Baumaterial wird aus eigener Kraft nicht zu finanzieren sein: „Wir bauen hier auf EUCH! Seid Multiplikatoren, organisiert Partys, macht Solitresen, spielt Konzerte, spendet und sammelt Spenden – werdet kreativ! Lasst uns die Sommerbaustelle möglich machen!" Café Libertad Kollektiv schließt sich dieser Aufforderung an und hat gemeinsam mit dem Solidaritätsprojekt St. Pauli Roar 1644.- Euro an Fördermitteln als Soforthilfe bereitgestellt.
Weitere Infos und vor allem die Möglichkeit zu eigenen Spenden für die Sommerbaustelle findet ihr hier:
http://florabaut.noblogs.org

Geschrieben in News von Café Libertad


Seit Januar 2012 versucht die Deutsche Menschenrechtskoordination Mexiko (MRK), ein geplantes Abkommen zur Polizeizusammenarbeit zwischen Deutschland und Mexiko zu verhindern. Dieses Abkommen dient der Imagepflege der mexikanischen Regierung. Trotz der dramatischen Vorfälle der letzten Wochen hält die deutsche Regierung an ihren Plänen fest. Die Beteiligung der Polizei am verschwinden der 43 Lehrerstudenten sind nur die Spitze des Eisberges. Das Abkommen ist nicht darauf ausgelegt, eine Polizei zu bändigen, die seit Jahrzehnten systematisch foltert, unschuldige Personen tötet, Frauen vergewaltigt und tausende Menschen spurlos verschwinden lässt, und an diesen Verbrechen sind Polizisten aller Ebenen beteiligt. Straflosigkeit für die Sicherheitskräfte ist ein Grundprinzip der mexikanischen Politik. Eine Zusammenarbeit der deutschen Polizei mit diesen Strukturen wäre eine Legitimation dieses Prinzips.
Deshalb Ihr NEIN zu diesem Abkommen unter: www.kein-polizeiabkommen.de
Geschrieben in News von Café Libertad
anarchistischer Bio Rotwein Terruño Libertario

Durch kleinbäuerlichen Anbau von Kirios de Adrada wird mit einem Weinberg und einer Weinkellerei in der Provinz Burgos ein ausgezeichneter ökologischer Wein in kollektivem Vertrieb produziert. Die Bezeichnung Terruño Libertario, anarchistischer Erdboden, trägt er aus gutem Grund: In den alten Weinbergen auf 1016 m Höhe, denen er entstammt, wachsen fast vergessene und verdrängte Rebsorten unter harten klimatischen Bedingungen auf rauem Boden, der traditionell mit dem Pferdepflug bearbeitet werden muss.

Der Vertrieb findet durch das europäische Netzwerk Edible Organic Europe und BBB-farming statt, dessen Aufbau Café Libertad Kollektiv mit dem Verkauf dieses Weines unterstützen will. Die ökologische Qualität des Weins wird von der regionalen Kontrollbehörde von Castilla y Leon bescheinigt.

Das Akronym BBB steht für die spanischen Wörter “bueno, bonito, barato” und diese bedeuten: gut, hübsch und billig. Produkte mit oder ohne Bio-Zertifikat sind einem vollständigen Qualitätssicherungssystem unterstellt, das auf einem Partizipativen Garantiesystem (PGS) beruht; an dem alle Glieder der Lebensmittelversorgungskette beteiligt sind.

Wo befindet sich BBB-farming?

Unsere Partner sind über ganz Spanien verteilt, jedoch befindet sich unser Hauptsitz in Extremadura, im Südwesten Spaniens. Unsere Region ist die Heimat der “dehesa” – ein teilweise bewaldetes Weideland - bekannt als das umfassendste ökologisch wertvolle Landwirtschaftssystem in Europa, wo die traditionelle Viehzucht und Landwirtschaft noch fortbestehen. In Extremadura hängen praktisch 10% des BIP und 15% der Erwerbsbevölkerung von der Landwirtschaft ab. Laut aktuellen Berichten ist die Wirtschaftstätigkeit der Städte in dieser spezifisch agroforstwirtschaftlichen Gegend um 8% niedriger als anderswo in Spanien. Tatsächlich ist Extremadura die letzte spanische Region, die auf Grund ihrer ökonomischen Unterentwicklung unter das Europäische Konvergenzziel fällt. Die Arbeitslosigkeit erreicht 32%, und jeder zweite Jugendliche sucht Arbeit.

Wie kam BBB-farming auf die Idee zu exportieren?

Selbstverständlich bevorzugen wir, gemäß unserem Anspruch auf Nachhaltigkeit, lokale Märkte und möglichst kurze und direkte Versorgungsketten. Manche Pflanzen können jedoch, zumindest während bestimmter Jahreszeiten, in Gegenden mit kälterem Klima nicht angebaut werden. Andererseits haben manche von unseren BBB-Landwirten eine Überschussproduktion, die von den lokalen Märkten nicht aufgekauft werden kann und die den saisonbedingten Bedarf der britischen oder deutschen Biokistensysteme befriedigen könnte.

Als Gonzalo Palomo das ACTYVA-Projekt auf der Oxford Real Farming Conference (London, 6.-7. Januar 2014) vortrug, wurde er von Hannah Claxton und anderen OrganicLea-Mitgliedern um weitere Informationen gebeten. Palomo besuchte danach ihren Hauptsitz in Waltham Forest, wo eine Debatte stattfand über die Möglichkeit, dass spanische landwirtschaftliche Genossenschaften ihre Überschussproduktion an Londoner Biokisten-Systeme verkaufen.

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Geschrieben in News von Café Libertad
Café Libertad Kollektiv unterstützt Geflüchtete und antirassistische Gruppen, die eine Talkshow und Diskussion im Rahmen eines "Schanzenfestsalons" am 28. September durchführen aus dem Störtebekerfond und dem Queer-Feministischen Fördertopf. Referent_innen aus Wien, Zürich, Berlin, Amsterdam, Göttingen und weiteren Städten berichten von der aktuellen Situation, von Besetzungen und Protesten gegen Abschiebungen und den Folgen der Asylrechtsverschärfung. Im Folgenden ein kleiner Auszug aus dem Programm der Organisator_innen.

12 Uhr Abschiebungen und Proteste
Roma Thüringen und das Roma Center Göttingen berichten über die aktuelle Situation und Auswirkungen der Asylrechtsänderung

14 Uhr Selbstorganisierung und Vernetzung
Jugendliche ohne Grenzen, das Infomobil und Traces Back II berichten aus ihrer politischen Praxis.

16 Uhr Women in Exile
Geflüchtete Frauen stellen fest: Es gibt keine sicheren Herkunftsländer. Die neue Asylrechtsverschärfung bedeutet noch weniger Schutz.

18 Uhr Hausbesetzungen & Solidarität
Mit Aktivist_innen aus Hamburg, Berlin, Amsterdam, Wien und Zürich sprechen wir über deren Erfahrungen bei Besetzungen von Schulen mit Refugees und Unterstützer_innen, über Möglichkeiten der Solidaritätsarbeit, unterschiedliche Bedingungen und gemeinsame Bezugspunkte.

Mehr Informationen gibt es u.a. auf der folgenden Seite
Geschrieben in News von Café Libertad

Olivenöl aus Spanien

Donnerstag, 18. September 2014

Neu im Angebot ist ein traditionell angebautes Olivenöl in einer umweltfreundlichen weil ressourcenschonenden 5 l Großverpackung aus kleinbäuerlicher Produktion in der Sierra Calderona. Die hundertjährigen Oliven werden in einer natürlichen, traditionellen Anbauweise verarbeitet, um diese besondere Olive zu erhalten.
Geschrieben in News von Café Libertad

Importe, Kalkulation und Kaffeepreise 2014

Freitag, 12. September 2014

Café Libertad Kollektiv hat 2014 bisher 1430 Sack Bio-Rohkaffee und 430 Sack nicht zertifizierten Rohkaffee importiert. Aufgrund der in diesem Jahr gestiegenen Importkosten für Rohkaffee erhöhen wir nun auch unsere Röstkaffee- und Espressopreise.



Viele Regionen in Mittelamerika sind derzeit betroffen von Roya, einer Pilzerkrankung, die Blätter befällt und Kaffeepflanzen zerstört. Besonders stark betroffen sind die aufständischen indigenen Gemeinden in Chiapas. Zapatistische Kaffeekooperativen berichten von Ernteausfällen bis zu 50 Prozent, welche die ökonomische Situation von Kleinbäuerinnen und -bauern bedrohen. Um die Autonomie der zapatistischen Gemeinden zu unterstützen, hat Cafe Libertad Kollektiv den Einkaufspreis für deren Bio-Rohkaffee von 80 auf 84 mexikanische Peso pro Kg erhöht. Zusätzlich wurden Fördermittel in Höhe von 24 000.- Euro zur Roya-Bekämpfung für die Kooperativen zugesagt. Aufgrund dieser solidarischen Erhöhung des Roh-Kaffeepreises und aufgrund des aktuell stark sinkenden Euro-Kurses steigt auch der Preis von zapatistischem Bio-Kaffee und Espresso um 5 bis 25 Cent.

Von 1120 geplanten Säcken mit Bio-Rohkaffee aus Chiapas konnten aufgrund der Ernteausfälle lediglich 900 geliefert werden. Um dies auszugleichen, prüfen wir einen weiteren Import mit 250 Sack Bio-Rohkaffee von neuen Kooperativen, der in Qualität und Aroma dem Rohkaffee der zapatistischen Kooperativen entspricht. Durch diesen zusätzlichen Import sollen eine gleichbleibende Qualität und zukünftige Abnahmemengen für die zapatistischen Kooperativen bei Café Libertad sichergestellt werden. Ab Herbst wird es zudem eine Café-Libertad-Sonderröstung mit speziellen Caracolillo-Bohnen der zapatistischen Kooperative Yachil geben.

Der Rohkaffeepreis für nicht biozertifizierten Rohkaffee aus Costa Rica wurde bei einem weiteren zusätzlichen Import von 150 Sack auf 2,22 Dollar pro lb erhöht. Auch dies hat eine leichte Preiserhöhung der Sorten Sonador, Störtebeker und des Solidaritäts-Espresso Kiptik zur Folge, welche die meisten Fördermittel für die Selbstorganisierung von Refugees, linke Projekte und Bewegungen möglich machen.

Lampedusa in Hamburg wurde z.B. im August durch einen Solidaritätsstand auf dem Burg-Herzberg-Festival unterstützt, bei dem 1300.- Euro an Fördermitteln aus dem Störtebekerfond zusammen gekommen sind, weitere 200.- Euro gingen zudem an ein antirassistisches Camp an der französischen Kanalküste, ein Solidaritätsfest mit Geflüchteten in Rostock und eine Tombola für Refugees im Rahmen eines Festivals in Düsseldorf.

Durch eine neue Mischung von COMSA, mit Kaffee der Frauenkooperative Aprolma und zapatatistischem Rohkaffee wird auch der Soliespresso St. Pauli Roar um 5 Cent pro 250 g teuerer. Dafür ist der Espresso insgesamt runder und kräftiger geworden ohne seinen milden Charakter zu verlieren. Aus dem St. Pauli Roar Fördertopf und durch einen Espressostand wurde zuletzt das internationale antirassistische Fanturnier im Millerntorstadion mit 1500.- Euro gefördert, mit weiteren 2000.- Euro das antirassistische Fußballprojekt Glasgow United und mit 1000.- Euro der FC Lampedusa gesponsert.

Café Libertad wird auch in Zukunft einen Schwerpunkt auf die direkte Unterstützung von Refugees und antirassistischen Protesten legen und sich auch aktiv auf der Straße beteiligen. Wir freuen uns über Unterstützung und Support bei Solidaritätsständen auf Festivals und Veranstaltungen.

Unsere neuen Kaffee- und Espressopreise befinden sich im Shop.

Im Folgenden eine Kalkulation für 500g Röstkaffee Libertad
Rohkaffee Yachil Einkaufspreis 84 MXN pro Kg
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4,95 € Einstandspreis zapatistischer Rohkaffee pro kg (incl. Import)

0,77 € Röstverlust
0,24 € Rösten
0,08 € Mahlen
0,37 € Abfüllen
0,04 € Ettikett
0,21 € Verpackung
2,19 € Kaffeesteuer
0,01 € Transport
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8,86 € Einstandspreis Röstkaffee
4,43 € Kalkulatorischer Aufschlag (50%) für Löhne, Miete, Versand, Energiekosten etc.
0,40 € Aufschlag für Fördermittel
0,10 € Genossenschaftliche Rücklagen/Zinsen
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13,79 € Kosten pro kg
6,90 € Kosten a 500 g

0,48 € Umsatzsteuer a 500 g

7,38 € Gesamt
0,02 € Überschuß
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7,40 € Verkaufspreis
Geschrieben in News von Café Libertad

Lampedusa ist überall

Mittwoch, 30. Juli 2014

Seit Monaten kämpfen Refugees, die über die italienische Mittelmeerinsel Lampedusa nach Europa geflüchtet sind, in Hamburg, Berlin und vielen anderen Städten für Bleiberecht und die Möglichkeit, hier zu leben und zu arbeiten. Das Café Libertad Kollektiv hat solche Kämpfe in den vergangenen Monaten immer wieder auf verschiedene Weise unterstützt. Auf dem diesjährigen Burg-Herzberg-Festival nehmen wir deshalb mit einem Solidaritätsstand zur direkten Unterstützung illegalisierter Flüchtlinge teil.

Menschen, die illegalisiert hier leben, fehlt es häufig an allem: Wohnraum, Geld für Essen und zum Leben, medizinische Versorgung, Mittel und Möglichkeiten zur rechtlichen Beratung.

Antirassistische Gruppen und selbstorganisierte Gruppen von Geflüchteten wie “Lampedusa in Hamburg” oder “Jugend ohne Grenzen” organisieren Selbsthilfe im Alltag und kämpfen für ihren Aufenthalt und gleiche Rechte. In Berlin machten sie zuletzt durch eine Schulbesetzung auf sich aufmerksam. Auch in Hamburg wurde im Mai dieses Jahres eine Schule als Refugees Welcome Center besetzt und anschließend wieder geräumt.

Vor allem für die Lampedusa Gruppe, mehrere hundert Menschen, welche vor Bürgerkrieg, Nato-Intervention und Verfolgung aus Libyen geflohen sind, fehlen Unterkünfte und das Notwendigste. Nach der europäischen Regelung von Dublin II werden sie in Deutschland nicht anerkannt aufgrund ihrer Einreise über Italien. Sie waren gezwungen in Parks und auf öffentlichen Plätzen zu leben. Es entwickelte sich jedoch auch Solidarität und eine beindruckende Selbstorganisierung.

Lampedusa in Hamburg forderte direkte Gespräche mit den politisch Verantwortlichen, die bis heute verweigert werden. Es wurde ein Protestzelt als ständige Vertretung und zur Kommunikation errichtet und Großdemonstrationen mit bis zu 20 000 Menschen organisiert. Mit dem FC Lampedusa haben sich Geflüchtete als Fussballteam gegründet, welches sich mit Fanzusammenhängen vernetzt und an antirassistischen Turnieren teilnimmt. Mehrere hundert Flüchtlinge leben immer wieder in WGs, Wohnprojekten und selbstverwalteten Zentren auf St. Pauli. Fast täglich fanden Demonstrationen von Nachbar_innen und politischen Aktivist_innen gegen rassistische Kontrollen der Polizei und gegen drohende Abschiebungen statt.

Die harte Linie des Hamburger SPD-Senates stieß auf internationalen Widerspruch und wurde zum Modelfall einer über Leichen gehenden unmenschlichen und zynischen Flüchtlingspolitik. Der Kampf von Lampedusa in Hamburg und Nachbar_innen ist aber auch zum Modellfall gemeinsamer Proteste gegen das europäische Grenzregime geworden.

Flucht aufgrund von Kriegen oder Armut ist ein globales Phänomen. An der US-amerikanisch/mexikanischen Grenze wird derzeit die Nationalgarde mobilisiert, um flüchtenden Kindern mit militärischen Mitteln die Einreise zu verweigern. Im Mittelmeer ertrinken beinahe täglich Menschen, die vor Krieg und europäischen Militärinterventionen flüchten. Auch die Zerstörung bestehender ökonomischer und ökologischer Ressourcen durch europäische Nahrungsmittelkonzerne zwingt immer mehr Menschen zur Flucht.

Der Anbau regionaler Produkte ist mitlerweile häufig teurer als der Billigimport von Abfallprodukten der westlichen Nahrungsindustrie. Mit den Resten aus der Produktion hochwertiger Lebensmittel für den europäischen Markt werden insbesondere ärmere Länder in Afrika überschwemmt um dort anschließend Land, auf dem sich kleinbäuerliche Bewirtschaftung nicht mehr lohnt, an Großgrundbesitzer_innen für Plantagenwirtschaft zum Export zu verkaufen. Zudem werden ganze Küstenstriche von internationalen Fangflotten unter Verletzung der Seerechte leergefischt. Die Folge sind Hunger, Krankheiten und oft Flucht als einzige Möglichkeit zum Überleben.

Seit 15 Jahren betreibt Cafe Libertad in wechselnden Zusammensetzungen solidarischen Handel mit widerständigen Kooperativen. Ziel war und ist die direkte Unterstützung der autonomen zapatistischen Gemeinden und anderer indigener Protestbewegungen. Die Praxis zeigt, dass überall dort wo sich Kleinbäuer_innen in Kooperativen zusammenschließen und eigene ökonomische Strukturen entwickeln, auch mehr Ressourcen für den Widerstand gegen staatliche Interessen und Großkonzerne vorhanden sind.

Solidarität und solidarischer Handel mit widerständigen Kooperativen ist für uns aber auch untrennbar damit verbunden hier vor Ort zu handeln: Café Libertad hat in den letzten Jahren antirassistische Mobilisierungen und Refugees direkt mit mehreren tausend Euro unterstützt. Wir fordern darüber hinaus alle auf, aktiv zu werden und sich für das Bleiberecht der Gruppe Lampedusa in Hamburg und aller anderen Refugees einzusetzen.

Die Forderung nach einer Öffnung der Grenzen und die Unterstützung von Geflüchteten ist keine rein humanitäre Frage. Sie stellt sich -wie solidarischer Handel- auch nicht als Mildtätigkeit oder irgendeine Form von Entwicklungshilfe dar.

Sie ist vielmehr untrennbar verbunden mit dem politischen und wirtschaftlichen Leben hier. Nationalstaatliche Politik verteidigt Wirtschaftsräume und Interessenssphären, die Freiheit von Waren und Finanzströmen, schottet aber sich aber gegen die Menschen ab. Es gibt für uns jedoch keine Außen- und Innenpolitik, sondern lediglich die Frage nach Gerechtigkeit. Diese endet ebenso wenig an der Haustür wie am Supermarktregal oder an Ländergrenzen.

Nur wenn wir Auseinandersetzungen um Recht auf Stadt, Land und soziale Teilhabe grenzüberschreitend verknüpfen, finden wir politische Antworten gegen einen globalisierten Kapitalismus, der wie vor hundert Jahren von postkolonialen Privilegien und Ausbeutung nach dem Prinzip “teile und herrsche” lebt.

Der Kampf für die Teilhabe von Menschen ohne sicheren Aufenthaltsstatus ist für uns deshalb auch ein Kampf für andere Lebensverhältnisse hier und im Ganzen. Oder wie die Zapatist_innen im lakandonischen Urwald es zu Beginn ihres Aufstandes für viele globalisierungskritische Bewegungen formuliert haben: Für eine Welt, in der viele Welten möglich sind.

Auf dem Herzberg und überall: Solidarität mit Geflüchteten!
Bleiberecht und Bewegungsfreiheit für alle!

Eure Crew vom Café Libertad Stand
Geschrieben in News von Café Libertad
Das Kooperationsprojekt St. Pauli Roar hat das internationale antirassistische Fanturnier am Millerntor mit 1000.- Euro an Fördermitteln unterstützt. Weitere 500.- Euro an Spenden wurden bei einem Kaffeestand mit Cafe Libertad Kollektiv vor den Fanräumen gesammelt. Bereits im Mai wurden die Reisekosten in Höhe von 250.- Euro von Antifaschist_innen von den Ultras Malmö übernommen, damit sie auf einer Veranstaltung im Fanladen St. Pauli über die dortige Situation nach einem Angriff von Neonazis mit Messern auf linke Aktivist_innen berichten konnten.

Im Juni hat sich St. Pauli Roar mit 500.- Euro an den Reisekosten für „KiezKick – Fußball der Kulturen“ beteiligt, die zur Straßenfußball-Weltmeisterschaft für soziale Fußball-Projekte nach São Paulo eingeladen wurden. KiezKick ist ein rein spendenfinanziertes Angebot, das sich mit seinem kostenlosen Fußballtraining insbesondere an Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen Familien aus St. Pauli richtet, wodurch die Reisekosten nicht allein getragen werden können. Die Straßenfußball-Weltmeisterschaft für soziale Fußball-Projekte wird unabhängig von der FIFA von einem Zusammenschluss südamerikanischer Organisationen durchgeführt, die sich in erster Linie für Projekte mit dem Schwerpunkt Straßenfußball einsetzen.

Am Mittwoch, den 11. Juni findet zudem um 19:30 Uhr im Vorfeld der Männer-Weltmeisterschaft eine Kooperationsveranstaltung im Rahmen des „Zeckensalon“ zum Thema „WM in Brasilien: Zwangsräumungen, das Recht auf Stadt und Proteste in Rio de Janeiro“ in den Fanräumen im Millerntorstadion statt, die St. Pauli Roar mit 175.- Euro unterstützt.

Die Info- und Diskussionsveranstaltung wird insbesondere einen Blick auf die Proteste um ein Recht auf Stadt gegen die in den Ausrichterstädten massive Immobilienspekulation und die damit einhergehenden Zwangsräumungen der ärmeren Bevölkerung aus aufgewerteten Gebieten werfen. Als Referentin wurde hierzu Phylliss Bußler vom Verein „Kooperation Brasilien“ aus Köln eingeladen.
Geschrieben in News von Café Libertad
Das Bio-Olivenöl von "Gemeinsam auf Kreta" und das Solidaritäts-Olivenöl für das Getriebe der Bewegung sind eingetroffen. Aufgrund aktueller Streiks hatte sich der Import etwas verzögert. Beide Öle sind sehr hochwertig, "Gemeinsam auf Kreta" ist Bio zertifiziert und das Solidaritätsolivenöl von becollective hat einen Aufschlag für soziale Bewegungen und selbstbestimmte Projekte in Griechenland. Einen Eindruck von der Ernte des Solidaritätsolivenöls erhaltet ihr hier:
Geschrieben in News von Café Libertad
Co­mu­ni­ca­do des Ejido San Se­bas­tián Bach­ajón über die Er­mor­dung des Compañero Juan Car­los Gómez Sil­va­no

Ejido San Se­bas­tián Bach­ajón
An­ge­hö­ri­ge der Sechs­ten De­kla­ra­ti­on des La­kan­don­si­chen Ur­wal­des
Ch­ia­pas, Me­xi­ko
23. März 2014

An die Compañer@​s & An­ge­hö­ri­gen der Sechs­ten De­kla­ra­ti­on des La­kan­do­ni­schen Ur­walds
An die Mas­sen-​ und al­ter­na­ti­ven Kom­mu­ni­ka­ti­ons­me­di­en
An die Räte der Guten Re­gie­rung
An die EZLN
An den Na­tio­na­len Indígena­kon­gress
An das Red con­tra la Re­pre­sión y por la So­li­da­ri­dad
An das Mo­v­imi­en­to de Jus­ti­cia por el Bar­rio de Nueva York
An die Ver­tei­di­ger*innen der Men­schen­rech­te na­tio­nal und in­ter­na­tio­nal
An das me­xi­ka­ni­sche Volk und die Welt

Compañeros und Compañeras im Kamp­fe, am Frei­tag den 21. März 2014, un­ge­fähr 9 Uhr mor­gens wurde unser Compañero Juan Car­los Gómez Sil­va­no in einen Hin­ter­halt mit mehr als 20 Schüs­sen aus einer groß­ka­lib­ri­gen Waffe grau­sam um­ge­bracht, wäh­rend er sei­nen Trans­por­ter auf Höhe der Kreu­zung von San José Cha­pa­puy­il in Rich­tung der au­to­no­men Ge­mein­de Vir­gen de Do­lo­res, wel­che Jahre 2010 von un­se­rer Or­ga­ni­sa­ti­on ge­grün­det wurde, steu­er­te.

Im Mo­ment sei­ner Er­mor­dung, war Juan Car­los 22 Jahre alt, hatte das Amt des Re­gio­nal­ko­or­di­na­tors der Sechs­ten De­kla­ra­ti­on des La­kan­do­ni­schen Ur­walds im Ejido San Se­bas­tián Bach­ajón inne und war Vater eines sechs Mo­na­te alten Babys.

Als die Po­li­zei des Land­krei­ses Chilón und des Bun­des­staa­tes den Ort des Ge­sche­hens er­reich­ten be­gan­nen sie Fotos und Vi­de­os des Kör­pers un­se­res Compañeros zu ma­chen ohne Re­spekt für den Ver­stor­be­nen und seine Fa­mi­lie. Die Staats­an­walt­schaft in Chilón sagte, dass sie den Leich­nahm un­se­res Compañeros mit­nimmt um eine Aut­op­sie durch­zu­füh­ren, aber das lie­ßen wir nicht zu, weil es unser Brauch ist, nah­men wir ihn mit in die Ge­mein­de Vir­gen de Do­lo­res um ein Gebet für ihn ab­zu­hal­ten.

Seit­dem wir die Ge­mein­den Nah Choj und Vir­gen de Do­lo­res 2010 ge­grün­det haben, wurde un­se­re Or­ga­ni­sa­ti­on mehr­mals durch die Armee und die Lan­des­po­li­zei an­ge­grif­fen, mit Ver­trei­bung durch Pre­pres­si­on der­je­ni­gen be­droht, die sich Ein­gen­tü­mer nen­nen, dar­un­ter ein ehe­ma­li­ger Prä­si­dent des Land­krei­ses Chilón, die die Spal­tung und den Kauf des Be­wusst­seins ei­ni­ger ehe­ma­li­ger Compañeros mit ihren Bro­sa­men för­dern, wie sie es mit Car­men Agui­lar Gómez Pri­me­ro und sei­nem Sohn Car­men Agui­lar Gómez Se­gun­do ge­macht haben. Als sie sich an den Ge­ne­ral­se­kre­tär der Re­gie­rung Juan Sa­bi­nes Gu­er­re­ro, Noé Castañón León, ver­kauf­ten, or­ga­ni­sier­ten sie sich für die Räu­mung un­se­res Kas­sen­häus­chens am 2. Fe­bru­ar 2011 und ver­trie­ben uns von un­se­ren Län­de­rei­en in Kom­pli­zen­schaft mit dem ehe­ma­li­gen Eji­do­kom­mis­sar von San Se­bas­tián Bach­ajón, Fran­cis­co Guzmán Jiménez (alias El Go­y­ito).

Die schlech­te Re­gie­rung will uns völ­lig fer­tig ma­chen indem sie un­se­re Compañeros um­bringt, wie sie es mit Juan Vázquez Guzmán am 24. April 2013 ge­macht hat, mit ihren pa­ra­mi­li­tä­ri­schen Auf­trags­kil­lern die in völ­li­ger Straf­frei­heit, sei es bei Nacht oder bei Ta­ges­licht, in der Lage sind nie­der­träch­tig un­se­re Compañeros um­zu­brin­gen, wel­che dafür ar­bei­ten und kämp­fen eine Welt in die viele Wel­ten pas­sen zu kon­stru­ie­ren, und die tag­täg­lich den At­ta­cken des ka­pi­ta­lis­ti­schen Sys­tems Wi­der­stand leis­ten, das will, dass wir ver­schwin­den um un­se­re Mut­ter­er­de, das Was­ser, die Flüs­se, die Was­ser­fäl­le zu be­kom­men und alles was ihm nutzt um mehr Geld zu ma­chen, auf Kos­ten un­se­res Le­bens und Lei­dens.

Die wah­ren Ver­bre­cher, Mör­der und Kor­rup­te sind die Po­li­ti­ker die in ihren Re­gie­rungs­tüh­len sit­zen. Ob­wohl sie durch Be­trug und Stim­men­kauf auf ihre Pos­ten ge­kom­men sind, mei­nen sie die Be­sit­zer und Her­ren von dem, was in un­se­ren Län­de­rei­en exis­tiert, zu sein und wol­len sich jeden Tag rei­cher ma­chen, egal wie viele Indígenas sie töten müs­sen, um das zu er­rei­chen. Wie der Land­kreis­prä­si­dent von Chilón, Leonar­do Gui­rao Agui­lar, Par­tei­an­ge­hö­ri­ger der PVEM (Grüne Öko­lo­gi­sche Par­tei Me­xi­kos) und Autor der Ent­eig­nung un­se­rer Län­de­rei­en, da er die Waf­fen der be­waff­ne­ten Grup­pen, an­ge­führt durch Car­men Agui­lar Gómez Pri­me­ro, Juan Al­va­ro Gómez, Ma­nu­el Jiménez, fi­nan­ziert hat, die un­se­re Compañeros im Fe­bru­ar 2011 aus dem Kas­sen­häus­chen ver­tie­ben haben.

Un­se­re Or­ga­ni­sa­ti­on hat die Würde wei­ter­hin auf­recht zu kämp­fen und sein Volk zu ver­tei­di­gen und trotz­dem wir viele in­haf­tier­te und er­mor­de­te Compañeros hat­ten, haben wir keine Angst, denn wir sind auf dem Weg den un­se­re Groß­el­tern ver­folg­ten. Un­se­re Vor­fah­ren haben uns die Weis­heit ge­ge­ben, die Zei­chen des Le­bens und der Zeit zu lesen, die schlech­ten Re­gie­run­gen kom­men und gehen, aber die Völ­ker, die wir Wi­der­stand ge­leis­tet haben, sind hier und wer­den wei­ter kämp­fen, koste es was es wolle.

Eines Tages sagte unser Compañero Juan Vázquez Guzmán, dass unser Kampf für das Leben un­se­res Volkes ist weil wir blei­ben wol­len wer wir sind. Kurz vor dem Jah­res­tag der Er­mor­dung von Juan Vázquez Guzmán, schick­te die schlech­te Re­gie­rung ihre Mör­der um un­se­re Ge­mein­de Vir­gen de Do­lo­res zu stö­ren, die mit viel Ar­beit und Op­fern ge­bo­ren wurde, aber nun ge­dei­hen die Mais­fel­der und Früch­te der guten Mut­ter­er­de um un­se­re Kin­der zu er­näh­ren. Der Compañero Juan Car­los Gómez Sil­va­no ist Teil der Grün­dung und des Auf­baus der Au­to­no­mie in der Ge­mein­de Vir­gen de Do­lo­res, seine Teil­ha­be und Ar­beit für die Or­ga­ni­sa­ti­on und die Ge­mein­de wird nie ver­ges­sen wer­den, denn wir tra­gen sie in un­se­ren Her­zen.

Ma­nu­el Ve­las­co Co­el­lo und En­ri­que Peña Nieto irren sich, wenn sie den­ken, dass sie uns mit Ge­walt und Re­pres­si­on fer­tig ma­chen kön­nen. Un­se­re Or­ga­ni­sa­ti­on ist be­reit Wi­der­stand zu leis­ten und den Auf­bau der Au­to­no­mie fort­zu­füh­ren, das, was im Ge­setz und den Taten für die in­di­ge­nen Ge­mein­den ver­wei­gert wor­den ist.

Wir be­grü­ßen alle Ges­ten der So­li­da­ri­tät und Un­ter­stüt­zung un­se­res Kamp­fes, von na­tio­na­len und in­ter­na­tio­na­len Or­ga­ni­sa­tio­nen. Wir, die Män­ner und Frau­en von San Se­bas­tián Bach­ajón, wol­len euch sagen, dass wir auch auf­merk­sam sind gegnüber euren Wort und Kampf. Von un­se­rer Geo­gra­fie aus, haben wir, in So­li­da­ri­tät mit euch, un­se­re Faust er­ho­ben.

Emp­fangt eine kämp­fe­ri­sche Um­ar­mung aus der Nörd­li­chen Zone von Ch­ia­pas.
Nie wie­der ein Me­xi­ko ohne uns.

Hoch­ach­tungs­voll

!Land und Frei­heit!
!Es lebe Za­pa­ta!
!Bis zum Sieg, immer!
!Frei­heit den po­li­ti­schen Ge­fan­ge­nen!
!Es lebe Juan Vázquez Guzmán, der Kampf in Bach­ajón geht wei­ter!
!Es lebe Juan Car­los Gómez Sil­va­no, der Kampf in Bach­ajón geht wei­ter!
!Nein zum Raub der in­di­ge­nen Ter­ri­to­ri­en!


De­n­un­cia im Ori­gi­nal: http://​enlacezapatista.​ezln.​org.​mx/​2014/​03/​25/​en-ejido-san-sebastian-bachajon-aderentes-a-la-sexta-declaracion-de-la-selva-lacandona-chiapas-mexico-a-23-de-marzo-de-2014/​
Geschrieben in News von Café Libertad
Café Libertad Kollektiv existiert ab diesem Jahr nicht nur seit mittlerweile 15 Jahren in wechselnder Beteiligung, sondern arbeitet seit Februar 2014 erneut in einer neuen Zusammensetzung mit neuen Mitgliedern.Vorausgegangen war ein Konflikt innerhalb des Kollektivs um die Perspektive und Ausrichtung solidarischen Handels und der Genossenschaft. Café Libertad versteht sich auch in Zukunft als politisches Kollektiv.

Der Konflikt entstand für alle überraschend im November 2013, als ein langjähriges Mitglied im Rahmen eines Kollektivtreffens seine mündliche Kündigung zum 31. Januar 2014 aussprach. Gleichzeitig wurde von diesem angekündigt, zukünftig an keinen Arbeitsbesprechungen und Plena mehr teilzunehmen, sowie eigene Genossenschaftsanteile und auch Darlehen von anderen Personen an die Genossenschaft Café Libertad von mehr als 100 000.- Euro zum 30.6.2014 kündigen zu lassen. Bereits zwei Wochen später wurde auf eigenen Wunsch und ohne geregelte Arbeitsübergabe der Resturlaub angetreten.

Für das Café Libertad Kollektiv entstand durch die Art und Weise der Kündigung und den aus unserer Sicht unsolidarischen Umgang gegenüber den Kolleg_innen und der Genossenschaft, eine schwierige Situation. Verschärft wurde die Situation durch einen kurzfristigen Liquiditätsengpass aufgrund anstehender Vorauszahlungen für Kooperativen. Zudem wurde das notwendige gegenseitige Vertrauen, welches die Basis und Grundlage der Zusammenarbeit in einem Kollektiv bildet, erschüttert. Darüber hinaus wurde offenbar, dass verschiedene Arbeitsprozesse in der Vergangenheit leider intransparent geblieben sind und sich darüber Hierarchien im Betrieb entwickelt hatten.

Um dieser Situation zu begegnen wurde eine externe Buchhaltung beauftragt und nach neuen Darlehen gesucht. Außerdem wurde eine Diskussion über die Perspektive vom Café Libertad Kollektiv im solidarischen Handel begonnen. Hierbei offenbarten sich unterschiedliche Zielsetzungen im verbleibenden Kollektiv. Während vier der Kollektivmitglieder Café Libertad als politisches, bewegungsnahes Projekt erhalten wollten, sprachen sich zwei der Mitglieder für eine ökonomischere Orientierung aus.

In der Folge entwickelten sich zwei Gruppen, die mit jeweils eigenem Konzept den Betrieb weiterführen wollten. In mehreren Kollektivtreffen wurde daraufhin im Diskussionsprozess festgestellt, dass sich keine Seite mit der jeweils anderen eine weitere Zusammenarbeit und die Aufnahme von neuen Darlehen zur Finanzierung der anstehenden Importe vorstellen konnte. Das Kollektiv-Mitglied, welches bereits gekündigt hatte, erklärte in diesem Verlauf seine vorherige mündliche Kündigung als juristisch nicht bindend und zog diese zurück.

Zur Klärung der inzwischen völlig verfahrenen Situation wurde schließlich eine außerordentliche Vollversammlung der Genossenschaft zum 23.12.2013 einberufen. Dies beinhaltete in der Konsequenz sowohl die Aufnahme neuer Kollektivmitglieder, um den Fortbestand vom Café Libertad Kollektiv zu gewährleisten, als auch die Kündigung einer der Gruppen zur Beilegung des unauflösbaren Konfliktes. Auf der Vollversammlung wurde durch die Mehrheit der Mitglieder die Fortführung von Café Libertad als bewegungsnahes, politisches Kollektiv im solidarischen Handel beschlossen.

Wir halten diesen Umgang für sinnvoll und den einzig richtigen, basisdemokratischen Umgang in einer solchen Konfliktsituation. Das Gegenteil würde bedeuten, das nicht die Mehrheit der Beschäftigten und Genossenschaftsmitglieder, sondern die Mehrheit der aktuellen Kapitalanteile über die Zukunft von kollektiven Betrieben und Genossenschaften entscheiden. Wir bedanken uns bei allen die uns in dieser schwierigen Situation unterstützt und ihre Hilfe zugesagt haben.

Café Libertad ist als Kollektivbetrieb und Genossenschaft nicht an einzelne Personen oder Privatbesitz gebunden und braucht auch kein Führungspersonal. Im Vordergrund steht für uns die politische Idee des solidarischen Handels als Alternative zum kapitalistischen Weltmarkt und die Unterstützung aufständischer, zapatistischer Gemeinden und widerständiger Kooperativen. Die direkte Solidarität mit sozialen Bewegungen und die Entwicklung widerständiger Netzwerke.
Café Libertad Kollektiv ist darüber hinaus kein Unternehmen zugunsten privatwirtschaftlicher Interessen, sondern ein Projekt, das Bestandteil und Ort politischer und sozialer Bewegungen ist.

Mit dieser Perspektive, neuen Mitgliedern und Darlehen, importieren wir in diesem Jahr bisher 7 Container Rohkaffee für ca. 600 000.- Euro aus Chiapas, Costa Rica und Honduras. Außerdem Olivenöl von griechischen Kollektiven zur Förderung selbstbestimmter Arbeit in Zeiten der Krise. Über den Solidaritätsfond Störtebeker unterstützen wir zudem Antifaschist_innen, Protestbewegungen und anarchistische Projekte in vielen Ländern und über den Fördertopf der Frauenkooperativen, feministische und queere Projekte.

Der Konflikt innerhalb des Kollektives war nicht der erste in der 15 jährigen Geschichte von Café Libertad und wird möglicherweise auch nicht der Letzte gewesen sein. Selbstorganisierte Arbeit, insbesondere im Kollektiv, ist innerhalb kapitalistischer Verhältnisse und Zwänge kein widerspruchsfreier oder befreiter Raum, sondern bildet immer auch Herrschaftsverhältnisse ab. Umso wichtiger ist uns Transparenz, ein gemeinsames Bedürfnis nach gleichberechtigten Strukturen, ein selbstkritischer Blick auf sich selbst und ein solidarischer Umgang untereinander, als Basis und Klammer der gemeinsamen Arbeit.

Diese Arbeit führen wir nun in neuer Zusammensetzung weiter und hoffen dabei auf eure Solidarität und Unterstützung im Sinne der beteiligten Kooperativen und widerständigen Gemeinden in Chiapas, der Frauenkooperative Aprolma und weiterer Projekte, die Kaffee für den täglichen Aufstand gegen die vermeintlichen Sachzwänge des Kapitalismus produzieren.

Meldet euch wenn, ihr weitere Fragen oder Anregungen habt. Wir halten euch über die weitere Entwicklung gerne auf dem Laufenden.

Café Libertad Kollektiv

Geschrieben in News von Café Libertad
Nachdem Cafe Libertad Kollektiv in den letzten zwei Jahren die Preise senken konnte, ist der kalkulatorische Aufschlag beim Bio-Kaffee und Espresso nun wieder etwas gestiegen.

Dies soll die Liquidität der Genossenschaft absichern und Rücklagen bilden um langfristig mehr Unabhängigkeit für die Vorauszahlungen auf die Kaffeeernten der beteiligten Kooperativen in Chiapas, Costa Rica und Honduras zu entwickeln.

Der Preis von gemahlenen Bio-Espresso im 250 g Vakuumpack ist deshalb um 5 Cent von 3,75 auf 3,80 Euro gestiegen. Die ganze Bohne im 500g Beutel mit Lüftungsventil um 15 Cent von 7,10 Euro auf 7,25 Euro.

Der gemahlene Bio-Kaffee im 500g Vakuumpack steigt um 25 Cent von 6,95 auf 7,20 Euro. Die Großpackung der zapatistischen 1kg Bohne mit Lüftungsventil steigt von 13,50 auf 14.- Euro.

Cafe Libertad Kollektiv kalkuliert dabei weiterhin bewusst knapp um einerseits hohe Preise für Kooperativen zu ermöglichen, andererseits solidarisch gehandelten Bio-Kaffee für Menschen mit weniger Geld erschwinglich zu halten.

Mit konventionell angebautem Supermarktkaffee wollen und können wir dabei nicht konkurrieren. Gleichzeitig wollen wir nicht, dass solidarischer Handel ein Luxussegment wird oder Partnerkooperativen durch eine von den Realitäten abgekoppelte linke „Entwicklungshilfe“ in Abhängigkeiten geraten, sondern nachhaltige Alternativen zum kapitalistischen Handel entwickeln um die Autonomie widerständiger Kooperativen zu unterstützen.

In diesem Jahr werden bisher 7 Container Rohkaffee importiert, davon vier zapatistische der Kooperativen Yochin und Yachil aus Chiapas, einer aus Costa Rica und zwei von der neugegründeten Frauenkooperative Aprolma aus Honduras. Nach Abschluss der Importe, voraussichtlich im Juni 2014, werden wir die endgültigen Kosten und unsere Kalkulation für 2015 veröffentlichen.

Falls ihr weitere Fragen zur Kalkulation, Aufschlägen und Fördermitteln habt meldet euch gerne. Zur Vergabe von Fördermitteln und der Entwicklung von Cafe Libertad Kollektiv werden wir in den nächsten Wochen weitere Informationen veröffentlichen.
Geschrieben in News von Café Libertad


Solidaritätstransparent aus Chiapas zu den Kämpfen von Refugees für Bleiberecht, Bewegungsfreiheit und gegen Gefahrengebiete.
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