Datenschutzerklärung

Donnerstag, 24. Mai 2018

Unsere neue Datenschutzerklärung Datenschutzerklärung

1) Name und Kontaktdaten des für die Verarbeitung Verantwortlichen sowie des betrieblichen Datenschutzbeauftragten
Diese Datenschutz-Information gilt für die Datenverarbeitung durch:
Café Libertad Kollektiv eG, Stresemannstraße 268, 22769 Hamburg


E-Mail: info@cafe-libertad.de
Telefon: +49 40 20906892
Fax: +49 40 20906893


Die betriebliche Datenschutzbeauftragte ist Melanie Scheller und unter cafe-libertad@gmx.de und der folgenden Adresse erreichbar. Datenschutzbeauftragte, Café Libertad Kollektiv eG, Stresemannstraße 268, 22769 Hamburg Telefon: +49 40 20906891


2) Erhebung und Speicherung personenbezogener Daten sowie Art und Zweck von deren Verwendung a) Auf der Website
Beim Aufrufen unserer Website www.cafe-libertad.de werden durch den zum Einsatz kommenden Browser auf ihrem Rechner automatisch Informationen an den Server unserer Website gesendet. Diese Informationen werden temporär in einem sog. Logfile gespeichert. Folgende Informationen werden dabei ohne Ihr Zutun erfasst und bis zur Löschung gespeichert:
• Datum und Uhrzeit des Zugriffs,
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• Website, von der aus der Zugriff erfolgt (Referrer-URL),
• Verwendeter Browser und ggf. das Betriebssystem Ihres Rechners und der Name des Access-Providers
Die genannten Daten werden durch uns zu folgenden Zwecken verarbeitet:
• Gewährleistung einer komfortablen Nutzung unserer Website,
• Auswertung der Systemsicherheit und -stabilität sowie
• zu weiteren administrativen Zwecken.


Die Rechtsgrundlage für die Datenverarbeitung ist Art. 6 Abs. 1 S.1 lit. a. und b. DSGVO. Unser berechtigtes Interesse folgt aus oben aufgelisteten Zwecken zur Datenerhebung. In keinem Fall verwenden wir die erhobenen Daten zu dem Zweck, Rückschlüsse auf Ihre Person zu ziehen.
Darüber hinaus setzen wir beim Besuch unserer Website Cookies ein. Nähere Erläuterungen dazu erhalten Sie unter Ziff. 4 und 5 dieser Datenschutzerklärung.

b) Bei Anmeldung für unseren Newsletter
Sofern Sie nach Art. 6 Abs. 1 S. lit. a. DSGVO ausdrücklich eingewilligt haben, verwenden wir Ihre E-Mail-Adresse dafür, Ihnen regelmäßig unseren Newsletter zu übersenden. Für den Empfang des Newsletters ist die Angabe einer E-Mail-Adresse ausreichend. Die Abmeldung ist jederzeit möglich, zum Beispiel über einen Link am Ende des Newsletters. Sie können Ihren Abmeldewunsch gerne auch an info@cafe-libertad.de per E-Mail senden. c) Bei Nutzung unseres Kontaktformulars
Bei Fragen jeglicher Art bieten wir Ihnen die Möglichkeit, mit uns über ein auf der Website bereitgestelltes Formular Kontakt aufzunehmen. Dabei ist die Angabe einer gültigen E-Mail-Adresse erforderlich, damit wir wissen, von wem die Anfrage stammt und um diese beantworten zu können. Weitere Angaben können freiwillig getätigt werden. Die Datenverarbeitung zum Zwecke der Kontaktaufnahme mit uns erfolgt nach Art. 6 Abs. 1 S. 1 lit. a. DSGVO auf Grundlage Ihrer freiwillig erteilten Einwilligung. Die für die Benutzung des Kontaktformulars von uns erhobenen personenbezogenen Daten werden nach Erledigung der von Ihnen gestellten Anfrage gelöscht.

d) Bei Bestellungen

Über ihre Kontaktdaten treten wir mit Ihnen in Verbindung bei Nachfragen zur Bestellung oder Rechnungserinnerungen. Ihre Bestellanfrage wird in ein stationäres Buchhaltungsystem übertragen. Dort werden anhand ihrer Daten die Rechnungen und Liferscheine erstellt. Im Packbereich wird anhand von diesen ihre Bestellung versandfertig gemacht. Ihre Adresse und ggf. Telefonnummer wird dem jeweiligen Paketdienstleister (DHL, UPS) für die Zustellung übertragen. Bankdaten werden bei Bestellungen in Lexware übertragen. Alle Daten werden unterschiedlich aufbewahrt. Alle steuerrechtlich relevanten Informationen werden zehn Jahre aufbewahrt.

e) Bei Mitgliedern der Genossenschaft

Name und Anschrift werden für die Mitgliederliste benötigt um sie zu Versammlungen einzuladen und über die Genossenschaft zu informieren. Die Daten der Mitgliederliste werden nicht gelöscht (§30 Abs. 2 2 S. 1 Nr. § GenG).


3) Weitergabe von Daten

Personenbezogene Daten werden nicht an Dritte weitergeleitet, sofen keine gesetzliche Verpflichtung oder Notwendigkeit im Rahmen der Auftragsabwicklung und Zulieferung besteht. Wir geben Ihre persönlichen Daten nur an Dritte weiter, wenn: • Sie nach Art. 6 Abs. 1 S. 1 lit. a. und/oder b. DSGVO eingewilligt haben, zur Erfüllung von vertraglichen Beziehungen und/oder dieses zur Durchführung vorvertraglicher Maßnahmen erforderlich ist und kein Grund zur Annahme besteht, dass Sie ein überwiegendes schutzwürdiges Interesse an der Nichtweitergabe Ihrer Daten haben, • für den Fall, dass für die Weitergabe nach Art. 6 Abs. 1 S. 1 lit. c DSGVO eine gesetzliche Verpflichtung besteht, sowie • dies gesetzlich zulässig und nach Art. 6 Abs. 1 S. 1 lit. b DSGVO für die Abwicklung von Vertragsverhältnissen mit Ihnen erforderlich ist.

4) Cookies

Wir setzen auf unserer Seite Cookies ein. Hierbei handelt es sich um kleine Dateien, die Ihr Browser automatisch erstellt und die auf Ihrem Endgerät (Laptop, Tablet, Smartphone o.ä.) gespeichert werden, wenn Sie unsere Seite besuchen. Cookies richten auf Ihrem Endgerät keinen Schaden an, enthalten keine Viren, Trojaner oder sonstige Schadsoftware. In dem Cookie werden Informationen abgelegt, die sich jeweils im Zusammenhang mit dem spezifisch eingesetzten Endgerät ergeben. Dies bedeutet jedoch nicht, dass wir dadurch unmittelbar Kenntnis von Ihrer Identität erhalten. Der Einsatz von Cookies dient einerseits dazu, die Nutzung unseres Angebots für Sie angenehmer zu gestalten. So setzen wir sogenannte Session-Cookies ein, um zu erkennen, dass Sie einzelne Seiten unserer Website bereits besucht haben. Diese werden nach Verlassen unserer Seite automatisch gelöscht. Darüber hinaus setzen wir ebenfalls zur Optimierung der Benutzerfreundlichkeit temporäre Cookies ein, die für einen bestimmten festgelegten Zeitraum auf Ihrem Endgerät gespeichert werden. Besuchen Sie unsere Seite erneut, um unserer Dienste in Anspruch zu nehmen, wird automatisch erkannt, dass Sie bereits bei uns waren und welche Eingaben und Einstellungen sie getätigt haben, um diese nicht noch einmal eingeben zu müssen. Zum anderen setzen wir Cookies ein, um die Nutzung unserer Website statistisch zu erfassen und zum Zwecke der Optimierung unseres Angebotes für Sie auszuwerten (siehe Ziff. 5). Diese Cookies ermöglichen es uns, bei einem erneuten Besuch unserer Seite automatisch zu erkennen, dass Sie bereits bei uns waren. Diese Cookies werden nach einer jeweils definierten Zeit automatisch gelöscht. Die durch Cookies verarbeiteten Daten sind für die genannten Zwecke zur Wahrung unserer berechtigten Interessen sowie der Dritter nach Art. 6 Abs. 1 S. 1 lit. b. DSGVO erforderlich. Die meisten Browser akzeptieren Cookies automatisch. Sie können Ihren Browser jedoch so konfigurieren, dass keine Cookies auf Ihrem Computer gespeichert werden oder stets ein Hinweis erscheint, bevor ein neuer Cookie angelegt wird. Die vollständige Deaktivierung von Cookies kann jedoch dazu führen, dass Sie nicht alle Funktionen unserer Website nutzen können.

5) You Tube

Wir haben teilweise YouTube-Videos in unser Online-Angebot eingebunden, die auf http://www.YouTube.com gespeichert sind und von unserer Website aus direkt abspielbar sind. Diese sind alle im „erweiterten Datenschutz-Modus“ eingebunden, d. h. dass keine Daten über Sie als Nutzer an YouTube übertragen werden, wenn Sie die Videos nicht abspielen. Erst wenn Sie die Videos abspielen, werden die in Absatz 2 genannten Daten übertragen. Auf diese Datenübertragung haben wir keinen Einfluss.

Durch den Besuch auf der Website erhält YouTube die Information, dass Sie die entsprechende Unterseite unserer Website aufgerufen haben. Zudem werden die unter Ziffer 2 a) dieser Erklärung genannten Daten übermittelt. Dies erfolgt unabhängig davon, ob YouTube ein Nutzerkonto bereitstellt, über das Sie eingeloggt sind, oder ob kein Nutzerkonto besteht. Wenn Sie bei Google eingeloggt sind, werden Ihre Daten direkt Ihrem Konto zugeordnet. Wenn Sie die Zuordnung mit Ihrem Profil bei YouTube nicht wünschen, müssen Sie sich vor Aktivierung des Buttons ausloggen. YouTube speichert Ihre Daten als Nutzungsprofile und nutzt sie für Zwecke der Werbung, Marktforschung und/oder bedarfsgerechten Gestaltung seiner Website. Eine solche Auswertung erfolgt insbesondere (selbst für nicht eingeloggte Nutzer) zur Erbringung von bedarfsgerechter Werbung und um andere Nutzer des sozialen Netzwerks über Ihre Aktivitäten auf unserer Website zu informieren. Ihnen steht ein Widerspruchsrecht zu gegen die Bildung dieser Nutzerprofile, wobei Sie sich zur Ausübung dessen an YouTube richten müssen. Weitere Informationen zu Zwek und Umfang der Datenerhebung und ihrer Verarbeitung durch YouTube erhalten Sie in der Datenschutzerklärung. Dort erhalten Sie auch weitere Informationen zu Ihren Rechten und Einstellungsmöglichkeiten zum Schutze Ihrer Privatsphäre: https://www.google.de/intl/de/policies/privacy.

6) Betroffenenrechte

Sie haben das Recht:

• gemäß Art. 15 DSGVO Auskunft über Ihre von uns verarbeiteten personenbezogenen Daten zu verlangen. Insbesondere können Sie Auskunft über die Verarbeitungszwecke, die Kategorie der personenbezogenen Daten, die Kategorie von Empfängern, gegenüber denen Ihre Daten offengelegt wurden oder werden, die geplante Speicherdauer, das Bestehen eines Rechts auf Berichtigung; Löschung, Einschränkung der Verarbeitung oder Widerspruch, das Bestehen eines Beschwerderechts, die Herkunft ihrer Daten, sofern diese nicht bei uns erhoben wurden, sowie über das Bestehen einer automatisierten Entscheidungsfindung einschließlich Profiling und ggf. aussagekräftigen Informationen zu deren Einzelheiten verlangen; • nach Art. 16 DSGVO unverzüglich die Berichtigung unrichtiger oder Vervollständigung Ihrer bei uns gespeicherten personenbezogenen Daten zu verlangen; • nach Art. 17 DSGVO die Löschung Ihrer bei uns gespeicherten personenbezogenen Daten zu verlangen, soweit nicht die Verarbeitung zur Ausübung des Rechts auf freie Meinungsäußerung und Information, zur Erfüllung einer rechtlichen Verpflichtung, aus Gründen des öffentlichen Interesses oder zur Geltendmachung, Ausübung oder Verteidigung von Rechtsansprüchen erforderlich ist; • nach Art. 18 DSGVO die Einschränkung der Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten zu verlangen, soweit die Richtigkeit der Daten von Ihnen bestritten wird, die Verarbeitung unrechtmäßig ist, Sie aber deren Löschung ablehnen und wir die Daten nicht mehr benötigen, Sie jedoch diese zur Geltendmachung, Ausübung oder Verteidigung von Rechtsansprüchen benötigen oder Sie gemäß Art. 21 DSGVO Widerspruch gegen die Verarbeitung eingelegt haben; • nach Art. 20 DSGVO Ihre personenbezogenen Daten, die Sie uns bereitgestellt haben, in einem strukturierten, gängigen und maschinenlesebaren Format zu erhalten oder die Übermittlung an einen anderen Verantwortlichen zu verlangen; • nach Art. 7 Abs. 3 DSGVO Ihre einmal erteilte Einwilligung jederzeit gegenüber uns zu widerrufen. Dies hat zur Folge, dass wir die Datenverarbeitung, die auf dieser Einwilligung beruhte, für die Zukunft nicht mehr fortführen dürfen und • nach Art. 77 DSGVO sich bei einer Aufsichtsbehörde zu beschweren. In der Regel können Sie sich hierfür an die Aufsichtsbehörde des Aufenthaltsortes oder unseres Unternehmens wenden.

7) Widerspruchsrecht

Sofern Ihre personenbezogenen Daten auf Grundlage von berechtigten Interessen gemäß Art. 6 Abs. 1 S. 1 lt. F DSGVO verarbeitet werden, haben Sie das Recht, gemäß Art. 21 DSGVO Widerspruch gegen die Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten einzulegen, soweit dafür Gründe vorliegen, die sich aus Ihrer besonderen Situation ergeben oder sich der Widerspruch gegen Direktwerbung richtet. Im letzteren Fall haben Sie ein generelles Widerspruchsrecht, das ohne Angabe einer besonderen Situation von uns umgesetzt wird. Möchten Sie von Ihrem Widerrufs- oder Widerspruchsrecht Gebrauch machen, genügt eine E-Mail an info@cafe-libertad.de.

8) Datensicherheit

Wir verwenden auf unserer Website das SSL-Verfahren (Secure Socket Layer). Ob eine einzelne Seite unseres Internetauftrittes verschlüsselt übertragen wird, erkennen Sie an der geschlossenen Darstellung des Schüssel- beziehungsweise Schloss-Symbol in der Statusleiste am Fussende Ihres Browsers. Wir bedienen uns im Übrigen geeigneter technischer und organisatorischer Sicherheitsmaßnahmen, um Ihre Daten gegen zufällige oder vorsätzliche Manipulationen, teilweisen oder vollständigen Verlust, Zerstörung oder gegen den unbefugten Zugriff Dritter zu schützen. Unsere Sicherheitsmaßnahmen werden entsprechend der technologischen Entwicklung fortlaufend verbessert.

Diese Datenschutzerklärung ist aktuell gültig und hat den Stand Mai 2018.

Kontakt zur Aufsichtsbehörde Datenschutz:

Sie haben das Recht auf Auskunft über die Verwendung ihrer personenbezogenen Daten, wie auf Berichtigung, Löschung oder Einschränkungen der Verarbeitung (soweit dem nich eine gesetzliche Regelung entgegensteht). darüber hinaus haben sie das Recht auf Beschwerde bei einer Aufsichtsbehörde. Freie und Hansestadt Hamburg, Der Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit, Herr Professor Dr. Johannes Caspar, Klosterwall 6 (Block C), 20095 Hamburg, Telefon: 0049-(0)40-42854 4040, Telefax: 0049-(0)40-42854 4000, E-Mail: mailbox@datenschutz.hamburg.de
Geschrieben in News von Café Libertad
Im Oktober 2017 wurden mehr als 5.000 Menschen aus der Gemeinde Chalchihuitlán gewaltsam vertrieben; Bis heute leben diese Familien unter Plastikplanen im Busch; Kinder sind an Erkältung und mangelnder medizinischer Versorgung gestorben.

Zwischen dem 24. und 26. März 2018 wiederholten sich die Angriffe gegen die Bevölkerung der Gemeinde Aldama. Diesmal wurden 747 Menschen vertrieben. Es gab bereits drei Tote (2 Kinder und ein erwachsener Mann), die erschossen wurden wurden, als sie Mais anpflanzen wollten.

Diese beiden Fälle von Zwangsvertreibung wurden von den Paramilitärs der Region provoziert die unter dem Schutz der mexikanischen Regierung agieren. Wir fordern mit anderen Solidaritätsgruppen den sofortigen Stopp staatlicher Gewalt gegen indigene Bevölkerungsgruppen, zapatistische Unterstützungsbasen und soziale Bewegungen.
Geschrieben in News von Café Libertad
Wir weisen ab sofort die österreichische Umsatzsteuer aus. Dies bedeutet, dass die nach Österreich verkauften Waren nun eine Umsatzsteuer von 10% bzw. 20% enthalten.

Für alle privaten Kund*innen aus anderen EU-Ländern oder nicht Mitgliedsländern der EU, gilt weiterhin die deutsche Umsatz-und Kaffeesteuer.

Für gewerbliche Kund*innen mit Umsatzsteueridentifikationsnumer ändert sich nichts und bleiben innergemeinschaftliche Lieferung zu den bisherigen Konditionen bestehen.
Geschrieben in News von Café Libertad

Proteste und Ausnahmezustand in Honduras

Donnerstag, 7. Dezember 2017

Sieben Tote und viele Verletze bei Unruhen im ganzen Land aufgrund eines drohenden Putsch der Regierung. Nach den Präsidentschaftswahlen und inmitten der noch laufenden Stimmenauszählung hat der Ministerrat von Honduras den Ausnahmezustand im gesamten Land verhängt. Das schließt eine Ausgangssperre ein. Partnerkooperativen von Café Libertad berichten von Verzögerungen bei der Ernte aufgrund der Lage vor Ort. Lieferungen können sich daher verzögern.

In Sozialen Netzwerken und auf amerika21 wird über schwere Verletzungen der Menschenrechte berichtet. Im ganzen Land wird gegen die Verzögerung der Bekanntgabe des Wahlergebnisses und den befürchteten Wahlbetrug des amtierenden Präsidenten Juan Orlando Hernández demonstriert. Straßen und Brücken werden blockiert. Die Mautstationen im Norden des Landes, die seit 2016 in der Bevölkerung heftigen Widerstand provoziert haben, sind am Freitag in Flammen aufgegangen. In den großen Städten des Landes wurden Geschäfte geplündert und verwüstet.

Bei den ersten Veröffentlichungen der vorläufigen Wahlergebnisse hatte die Opposition einen Vorsprung von fünf Prozent. Die Wahlbehörde erklärte, dass die Tendenz des Vorsprungs nach Auszählung von 71 Prozent der Wahldokumente nicht mehr umkehrbar sei. In den Tagen danach verringerte sich der Vorsprung in Veröffentlichungen. Letztlich verzeichnete Hernández einen Vorsprung von etwas mehr als einem Prozent der Stimmen. Eine Bekanntgabe des endgültigen Wahlergebnisses hat bis heute nicht stattgefunden.

In den Tagen nach der Wahlen war mehrmals das Computersystem des TSE abgestürzt, Wahldokumente waren nicht in die Auszählung einbezogen worden. Schließlich mussten internationale Wahlbeobachter und Journalisten das Gebäude verlassen, in dem sich die Dokumente befinden. Daraufhin begann die Polizei mit Tränengas und Wasserwerfern den Platz vor dem Gebäude zu räumen, wo sich zahlreiche Menschen versammelt hatten.

Die Militärpolizei hat am 1.12. in den Morgenstunden in der Hauptstadt Tegucigalpa eine 19-Jährige erschossen. Damit ist die Zahl der Todesopfer bei den Protesten laut lokalen Medien auf sieben gestiegen. Viele Verletzte mussten in Krankenhäusern behandelt werden. Am 4.12. wurde bekannt, dass zwei Bataillone der Spezialpolizei COBRA in Tegucigalpa und in San Pedro Sula sich der Befehle verweigern. Es bleibt abzuwarten, wie sich die anderen bewaffneten Kräfte in den nächsten Tagen verhalten werden. Honduranische Medien berichteten über eine Übernahme der Befehlsgewalt von Teilen der Nationalpolizei durch das Militär.

Zusammengesfasst von und mehr Informationen auf amerika21: https://amerika21.de/geo/honduras
Geschrieben in News von Café Libertad

Solidaritäts-Espresso Kiptik

Dienstag, 28. November 2017




Neues Etikett, neue Mischung, aber doppelt solidarisch!

Alles dreht sich weiter und wir versuchen, als solidarisches Kaffee-Projekt ein Teil davon zu sein, dass sich die Dinge in eine bessere Richtung bewegen. Mit dem Solidaritäts-Espresso Kiptik – „Unsere Stärke“ in der indigenen Tetztal-Sprache – greifen wir die zapatistische Idee auf, dass Veränderung und die Stärkung sozialer Bewegung nicht nur im globalen Süden notwendig ist, sondern sich ebenso bei uns entwickeln muss. Wir können dabei voneinander lernen und die beste Unterstützung für die indigenen autonomen Gemeinden ist, hier vor Ort für ein ganz anderes Ganzes, Würde und gleiche Rechte zu kämpfen.

Bei der neuen Mischung geben wir dem milden Rohkaffee aus Costa Rica etwas mehr südmexikanischen Kaffee der pro-zapatistischen Kooperative Bosque aus Oaxaca hinzu. Im Ergebnis behält der Espresso seinen eher milden Charakter, entwickelt aber mehr Körper und Komplexität im Aroma. Für das neue Etikett des Kiptik haben wir ein Motiv des mexikanischen Künstlers Mescalito aufgegriffen und angepasst. Wir bedanken uns für die solidarische Unterstützung und hoffen, dass es euch gefällt.

Wir verdoppeln beim Solidaritätsespresso Kiptik wie beim Solidaritätskaffee Störtebeker den üblichen Soli-Aufschlag von 0,40 Euro pro kg. Die Fördermittel dienen der Unterstützung der Kaffee-Kooperativen, der widerständigen, indigenen Gemeinden und der sozialen Bewegungen weltweit. Wir verzichten dabei auf einen Teil der Aufschläge, die sonst der Finanzierung unserer Kosten beim Import und Vertrieb dienen. Wir gehen dabei an die unterste Grenze dessen, was für uns noch finanzier- und leistbar ist. Dies gelingt nur durch den „unkommerziellen“ Charakter des Kaffeeprojektes. Wir wollen und brauchen als Genossenschaft keine privatwirtschaftlichen Gewinne zu erwirtschaften, sondern können Kooperativen und Bewegungen möglichst direkt vor Ort unterstützen.

Mit dem Kiptik haben wir in der Vergangenheit nicht nur die Zapatistas im lakandonischen Urwald unterstützt, sondern auch antifaschistische Demonstrationen, die Streikbewegung und Fabrikbesetzer*innen in Griechenland, soziale Zentren und ökologische Projekte auf den Philippinen, die Selbstorganisation von Geflüchteten in Europa und der Türkei, medizinische Hilfe für Traumatisierte in Rojava und im Irak, internationale Gipfelproteste und vieles mehr.

Geschrieben in News von Café Libertad
Veranstaltung und Antirepressions-Solitresen

Einige Wochen sind vergangen, seitdem der G20 Gipfel in Hamburg stattgefunden hat. Die Proteste gegen diesen haben die Stadt belebt und zu einem Ort der globalen politischen Auseinandersetzung gemacht.

Während die Karawane der Gipfelpolitik weitergezogen ist basiert der Welthandel nach wie vor auf patriarchalen und postkolonialen Ausbeutungsverhältnissen. Aktivistinnen der Frauenkooperative Aprolma berichten am Freitag in den Fanräumen am Millerntor von ihren Erfahrungen und ihrem politischen Selbstverständnis im Widerstand gegen diese Verhältnisse. Der Rohkaffee der Frauenkooperative ist u.a. Teil des Solidaritätsespressoprojektes St. Pauli Roar für antirassistische Fanprojekte und Recht auf Stadt.

Die Aktivistinnen der Kooperative Aprolma zeichnen ein Bild ihrer praktischen Arbeit als Kaffeekooperative mit feministischem Selbstverständnis vor dem Hintergrund von Morden an Frauen und politischen Aktivist*innen in der politischen Gegenwart, von Selbstorganisierung, Widerständen und feministischer Medienarbeit, von Aufbrüchen und Momenten des Scheiterns, neuen Hoffnungen und Selbstorganisierungsansätzen.

In Honduras herrschen seit dem institutionellen Putsch der rechten Regierung massive Repressionen und Menschenrechtsverbrechen. Bekanntere Fälle sind die Ermordung von Berta Cáceres und die Gewalt und Morddrohungen gegen Mitglieder der LGBTI* Organisation Arcoiris. Gleichzeitig formieren sich immer wieder Proteste emanzipatorischer Gruppen. Kooperativen und lokale Vernetzungen bilden dabei eine wichtige Basis für soziale und widerständige Bewegungen.

Die Veranstaltung mit Video und Bildmaterial wird vom Spanischen ins Deutsche übersetzt. Im Anschluss und während der Veranstaltung gibt es Getränke, Kollektivbier, Laika Glitzermate und anarchistischen Rotwein gegen Spende für die Gefangen der G20 Proteste und die Kampagne UNITED WE STAND. Für globale Solidarität gegen patriarchale und kapitalistische Verhältnisse!

Café Libertad Kollektiv & St. Pauli Roar

Freitag 29.09.2017
20 Uhr Fanräume im Millerntor (Heiligengeistfeld)
Geschrieben in News von Café Libertad
(von amerika21.de) Über den möglichen Verbleib der seit September 2014 verschwundenen 43 Lehramtsstudenten aus Ayotzinapa im mexikanischen Bundesstaat Guerrero gibt es neue Hinweise. Mitglieder der Bürgerwehr "Bewegung für den Frieden" (Movimiento para la paz) in der Gemeinde San Miguel Totolapan Guerrero wollen zwischen Dezember 2016 und Mai 2017 mehrere Mitglieder der kriminellen Bande Los Tequileros festgenommen haben. Diese hätten berichtet, dass sie in der Nacht zum 27. September 2014 eine Gruppe von rund 20 jungen Männern festgehalten hätten. Diese seien später umgebracht und in Umgebung des Dorfes La Gavia begraben worden. Sogar die genaue Lage des Massengrabes könnten sie benennen.

Die Bürgerwehr hatte diese Hinweise an die Staatsanwaltschaft von Guerrero weitergeben. Ob die Behörde die Information geprüft hat, ist unklar. Der Gouverneur von Guerrero, Hector Astudillo Flores von der Partei der institutionalisierten Revolution (PRI), antwortete auf Nachfragen: "Ich habe gar keine Information darüber. Es ist das erste Mal, dass ich so etwas höre."

Laut Vertretern der Bürgerwehr sind die Schlüsselfiguren der kriminellen Gruppe Los Tequileros bislang noch nicht festgenommen. Die Bürgerwehr mutmaßt, dass bei einer Festnahme Verbindungen von Beamten und Politikern in die organisierte Kriminalität publik würden.

Aktivisten hatten immer wieder den Regionalpolitiker Saúl Beltrán Orozco als Mitverantwortlichen für das Verschwinden der 43 Lehramtsstudenten benannt. Auch Beltrán Orozco gehört der PRI an.

Das Dorf La Gavia ist stark von gewalttätigen Konflikten betroffen. Von den ursprünglichen 500 Einwohnern sind derzeit nur noch zwei vor Ort. In der nahen Umgebung des Dorfes wird Opium angebaut, die organisierte Kriminalität kämpft um die Kontrolle des Drogenhandels. Die Vertriebenen berichten von unzähligen Entführungen von Seiten der Banden mit Unterstützung der Behörden.

In der Nacht zum 27. September 2014 war eine Gruppe von Lehramtsstudenten in Iguala mehrfach von Bundespolizisten angegriffen worden. Drei starben noch vor Ort, weitere 43 sind seitdem Verschwunden.

Mehr Informationen auf amerika21.de
Geschrieben in News von Café Libertad
Im Rahmen der Proteste gegen den G20-Gipfel waren Aktivist*innen aus Mexiko in Hamburg. Omar Esparza und Trinidad Ramirez waren Redner*innen und Gäste der Auftaktkundgebung am 6. Juli mit 12.000 Menschen und der Grossdemonstration mit 80.000 Menschen am 8. Juli. Daneben gab es Workshops und Berichte zur Menschenrechtslage in Mexiko und dortigen Großprojekten.

Im Folgenden zwei Mitschnitte der Pressekonferenz im Medienzentrum:



Geschrieben in News von Café Libertad

Laika ist im Orbit

Donnerstag, 1. Juni 2017



Sekt-Mate? Kennt ihr! Aber Laika Glitzermate ist das erste fertige Mixgetränk mit Mate und Perlwein in einer 0,33 l Mehrweg-Flasche. Erfrischend und lecker für Partynächte, als Drink zuhause oder am Pflasterstrand.

Laika ist vegan und ein Solidaritätsgetränk mit 7,7 % Alkohol und Koffein, welches ähnlich wie Kaffee & Espresso von Café Libertad Kollektiv, Solidaritätsaufschläge enthält und die Idee eines solidarischen Handels verfolgt. In der Perspektive soll Laika komplett fair produziert werden, was aus produktionstechnischen Gründen auf dem Erstflug noch nicht möglich war. Mit den Fördergeldern der ersten Abfüllung sollen vor allem Anti-Repressionskosten im Rahmen des G20 Gipfels abgefedert, sowie antifaschistische Strukturen unterstützt werden. Mehr über die Idee, Produktion und Arbeit im Laika-Universum erfahrt ihr auf www.laika-mate.de.

Um das Projekt zu unterstützen hat Café Libertad Kollektiv das Getränk als Sixpack mit in den Versand genommen. Wir empfehlen ausprobieren und wünschen schwerelose Nächte!

Geschrieben in News von Café Libertad


Solidarisch gegen globale Ausbeutung!

Vom 7.- 8. Juli 2017 treffen sich in Hamburg die führenden Wirtschaftsnationen im Rahmen des G20 Treffens, um die Rahmenbedingungen des Welthandels neu zu justieren und kapitalistische Krisen und Interessenssphären zu verwalten. In der gesamtem Woche treffen sich aber auch zehntausende Aktivist*innen aus aller Welt, um gegen die globalen Ungerechtigkeiten auf die Straße zu gehen.

Café Libertad Kollektiv wird als politisches Projekt im solidarischen Handel die Proteste aktiv unterstützen. Wir rufen, wie viele andere Organisationen und Aktivist*innen, dazu auf, im Juli nach Hamburg zu kommen und sich an dem geplanten internationalen Protestcamp und den Demonstrationen zu beteiligen.

Solidaritätskaffee und -espresso gegen die Welt der G20

Café Libertad beteiligt sich neben sonstigen Fördermitteln, die zur Finanzierung der Proteste vergeben wurden, an einem Solidaritätskaffeeprojekt für Antirepressionsarbeit während und im Anschluss des Gipfels. Das spezielle Solidaritätskaffeeprojekt wurde mit dem Ende des Gipfels wie vorgesehen beendet.

Wenn im Zusammenhang mit billigem Supermarktkaffee oder industriellen Röstungen von Konzernen von „Blutkaffee“ gesprochen wird, dann ist dies heute wie früher eine reale Beschreibung der Lebensverhältnisse vieler Menschen weltweit. Die ausbeuterischen Verhältnisse im Kaffeehandel sind nur ein Beispiel von vielen für eine fortschreitende Ausbeutung von Ressourcen, die immer tiefer in gesellschaftliche Räume und abgelegenere Gebiete der Welt reichen soll. Der Aufstand der Zapatistas im südmexikanischen Chiapas/Mexiko hat gezeigt, dass der Aufbau von autonomen, indigenen Gemeinden und einer widerständigen Ökonomie eine wichtige Basis für lokale Proteste und Bewegungen sein kann.

Internationale Auftaktkundgebung mit Aktivist*innen aus Mexiko

Neben vielen anderen Protesten findet am Donnerstag den 6. Juli eine große, internationale Auftaktkundgebung und antikapitalistische Demonstration gegen den G20 Gipfel statt. Im Rahmen der Kundgebung mit Livebands ab 16 Uhr soll der Fokus von den lokalen Ereignissen in Hamburg auf die Kämpfe des globalen Südens gerichtet werden und wieder zurück.

Widerstand gegen die globale Ökonomie der Ausbeutung und Zerstörung findet überall auf der Welt statt, bleibt aber in der öffentlichen Wahrnehmung häufig unsichtbar. Zu der Kundgebung und weiteren Veranstaltungen lädt Café Libertad Kollektiv daher Aktivist*innen aus Mexiko und anderen Ländern ein, die von dortigem Widerstand, Repression und Polizeigewalt berichten.

Die anschließende antikapitalistische Demonstration mit einem stadtpolitischen und antirepressiven Schwerpunkt führt von der Hafenstraße zum Tagungsort des G20 an der Hamburger Messe.

Macht euch im Juli 2017 auf den Weg nach Hamburg und werdet Teil der vielfältigen Mobilisierungen. Für eine Welt, in der viele Welten möglich sind!


Geschrieben in News von Café Libertad
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Sa. 25.3. 20:30 Uhr Rote Flora
Salsa * Cumbia * Champeta * Merengue * Currulao * Porro * afrocolombeats * Tropicaldiscobas

Wir möchten mit dieser SOLIPARTY die Friedensgemeinde San José de Apartadó in Kolumbien vorstellen und zeigen dazu erstmalig mit deutschen Untertiteln den Film „Chocolate de Paz“ von Gwen Burnyeat und Pablo Mejía Trujillo.

Die Gemeinde weigert sich seit ihrer Gründung 1997 für eine der im bewaffneten Konflikt beteiligten Gruppen Partei zu ergreifen und kämpft mit gewaltfreien Mitteln für ihre Selbstorganisation und ein Leben in Frieden. Mehr als 250 Mitglieder und Zivilisten, die in der Gegend wohnten, sind seitdem getötet worden oder gewaltsam verschwunden.

Der FILM erzählt die Geschichte der Gemeinde und von deren Strategie, sich über den Anbau und Export von Kakaobohnen eine Lebensgrundlage aufzubauen. Die Koregisseurin Gwen Burnyeat wird anwesend sein und Fragen beantworten.

Im Anschluß findet eine Solifiesta mit der Tanzgruppe AWAWTAA statt. Im Anschluss legen die DJ’s ISA G und BOMBOMBUM auf.

Orga: Amnesty International Mexiko und Zentralamerika Koordinationsgruppe, Buko, Café Libertad Kollektiv, DJBombombum, Mujeres sin Fronteras, peace, brigades international
Geschrieben in News von Café Libertad


Bio-Rotwein, Ribera del Duero
Ernte 2015: 75% Tempranillo, 10% Garnacha, 10% White Albillo and 5% Pirules
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1936 organisierten sich die Menschen in Spanien gegen den Putsch des Militärs, um die Republik und die Perspektive der Revolution gegen den aufstrebenden Faschismus in Europa zu verteidigen. Der Ácrata Jubiläumsrotwein der CNT ist ein Tribut und Andenken an die Generation libertärer und anarchistischer Aktivist*innen im Sommer der Anarchie.

Der Jubiläumswein stammt aus biologischem und veganem Anbau in traditioneller Handwerkskunst. Der 2015 geerntete Wein wurde so gefiltert, dass der endgültige Geschmack den unverfälschten Charakter der Traube erhalten hat. Die Weinherstellung ohne Zusätze ermöglicht durch die natürliche Reifung einzigartige und unwiederholbare Noten. Der Ácrata Jubiläumswein verbindet die Erinnerung an politische Kämpfe und Formen der Selbstorganisation mit Engagement für die Erhaltung alter Rebsorten und Produktionsmethoden und der Entwicklung von neuen Direktvertriebsstrukturen für Aktivist*innen.

Wein wie vor 200 Jahren

Die Rebsorten, aus denen der Ácrata-Wein hergestellt wird, sind südlich der Provinz Burgos, im Umkreis von vier kleinen Ortschaften der berühmten Weingegend Ribera del Duero beheimatet. Das Anbaugebiet in 1.000 Metern Höhe auf Kalkstein und steinigen Boden ist geprägt von alten Reben wie Garnacha, Pirules, Albillo und Tempranillo, der vorherrschenden Sorte des Ribera del Duero.

In den Weinkellern von Kirios de Adrada produzieren Jesús Lázaro und Maite Perera seit mehr als 15 Jahren Biowein und versuchen alte Rebsorten zu retten, die aus kommerziellen Gründen an Bedeutung verloren haben und deswegen heutzutage fast verschwunden sind.

Sie bearbeiten auf traditionelle Weise sehr alte Weingärten von hohem historischem Wert, auf denen seltene 100 Jahre alte Reben wachsen. Der Anbau findet an Hängen und in kleinen Pflanzungen statt, auf denen eine Mechanisierung nicht möglich ist. Viele dieser Weingärten sind in der Vergangenheit daher aufgegeben worden.

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Für die Pflege der Weinstöcke werden pflanzliche Produkte, und für die Anreicherung des Bodens Gründüngung und Mist genutzt. Unkraut wird nicht mit Pestiziden bekämpft, sondern mit der Hacke und leichten Maschinen.

*Ácrata: spanisch Anarchist*in

Preis pro Flasche 075 l - 7,80 Euro
Entspricht einem Preis pro 1 l - 10,40 Euro
Geschrieben in News von Café Libertad
Die sozialen Bewegungen Mexikos rufen zu einem internationalen Aktionstag in Solidarität mit Nochixtlán, Oaxaca, auf. Dieser ist am Dienstag 19. Juli, einen Monat nach dem Massaker in Nochixtlán. Dem Aktionstag voran geht eine Karawane der sozialen Bewegungen Oaxacas nach Mexiko Stadt, die unterstützt wird von verschiedenen Gewerkschaften und von über 60 Gemeinden Oaxacas.

Kleinere und grössere Aktionen zu diesem Tag bitte mit Fotos an desinformemonos.org weiterleiten und twittern mit dem Hashtag #AcciónGlobalxNochixtlán

Plakat zum Aufruf: https://pbs.twimg.com/media/CnQdbcuVIAAmKr3.jpg

11 Tote bei einem Polizeieinsatz gegen Lehrer*innen in Nochixtlán, Oaxaca, Süd Mexiko, die gegen die neue Bildungsreform der mexikanischen Regierung protestieren.

Am 19. Mai haben ca. 800 Bundespolizisten die von den protestierenden Lehrern eingerichteten Straßenbarrikaden in der Gemeinde Nochixtlán im Bundestaat Oaxaca, Süd Mexiko, gewaltsam geräumt. Dabei sind 11 Personen, darunter 1 Lehrer, erschossen und weitere 22 Beteiligte durch Waffen verletzt worden. 7 Personen gelten als Verschwunden und 37 Protestierende wurden inhaftiert.

Die Lehrer*innen die in der unabhängigen Lehrergewerkschaft (CNTE) organisiert sind, traten am 15.Mai, aus Protest gegen die von dem mexikanischen Präsidenten Enrique Peña Nieto, initiierte Bildungsreform in den Streik. Diese Reform hat die Privatisierung des Bildungssystems zum Ziel, so dass sich Eltern in Zukunft auf die Ausgaben von Schulgeld und Lernmaterial einstellen müssen. Hinzu kommt eine standarisierte Evaluierung der Lehrer, die weder die Arbeitsbedingungen der Lehrer*innen, noch die speziellen oder regionalen Lehranforderungen berücksichtigt.
Die Lehrer fordern einen runden Tisch mit Bildungs- und Regierungsvertretern, um über die Bildungsreform mit zu entscheiden.

Die Vorkommnisse am 19. Mai im Bundesstaat Oaxaca, waren der Höhepunkt einer Reihe von repressiven Maßnahmen, wie willkürliche Festnahmen, unbegründete Haftbefehle, Entlassungen, Einschüchterungen und Drohungen gegen die protestierenden Lehrer.

Inzwischen gibt es in mehr als 20 mexikanischen Bundesstaaten Solidaritätsaktionen mit den Lehrern. Die EZLN (Zapatistische Nationale Befreiungsarmee) hat in einen Kommuniqué (Link siehe unten) einen Appell an die Zivilgesellschaft, enger zusammenzurücken um gemeinsam gegen die „schlechte Regierung“ von Peña Nieto zu kämpfen. „Wir verurteilen aufs Schärfste die Eskalation der Repression, mit der versucht wird, im ganzen Land die neoliberale, kapitalistische Reform durchzudrücken“.

Hamburg, Juli 2016

Mehr Infos:

enlacezapatista.ezln.org.mx

Weitere Texte und Artikel zum Konflikt:

Konflikt um die Bildungsreform in Mexiko weiterhin ohne Lösung
Das Massaker von Nochixtlán und die Bildungsreform
Gemeindepräsidenten in Mexiko wenden sich gegen Regierung
Schüsse in der Prärie, Flächenbrand in Mexiko
Runde Tische zwischen CNTE und Regierung
Geschrieben in News von Café Libertad
Herzberg Solistand

Honduras wird derzeit von einer Serie politischer Morde und staatlicher Repressionen erschüttert. Betroffen sind neben widerständigen indigenen Organisationen und Gewerkschaftsangehörigen insbesondere Transgender und queere Aktivist*innen. Allein in den letzten Monaten wurden zahlreiche Menschen aus dem Umfeld der LGBTI*-Organisation Arcoiris ermordet (LGBTI * - Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Intersex *). Vor wenigen Tagen, am 6. Juli 2016, wurde mit Lesbia Yaneth zudem eine weitere Aktivistin der indigenen Organisation COPINH erschossen.

2015 war das bisher blutigste Jahr für die LGBTI*-Community in Honduras mit 26 registrierten Morden. Die Straflosigkeit liegt bei 98% der Fälle. Insgesamt 171 registrierte Hassverbrechen wurden seit einem zivil-militärischen Putsch 2009 gezählt, wobei von einer hohen Dunkelziffer auszugehen ist. Die LGBTI*-Bewegung konstituierte sich in dieser Phase als öffentlich sichtbarer Teil des zivilgesellschaftlichen Widerstandes. Auch heute sind LGBTI*-Gruppen ein sehr aktiver und sichtbarer Teil der Protestbewegung gegen staatliche Korruption und politische Morde.

Hassverbrechen und staatliche Repression

Achtzig Prozent der transsexuellen Menschen Lateinamerikas sterben vor Erreichung des 35. Lebensjahres, in Honduras liegt die Lebenserwartung sogar bei unter 30 Jahren.
Über die Hälfte der Fälle werden Polizeiangehörigen oder sonstigen Sicherheitskräften zugerechnet. Anzeige zu erstatten bedeutet für Betroffene ein hohes Risiko. Die Behörden kennen anschließend die Daten, wodurch die Gefahr von Angriffen steigt. Der Aktivist Donna Reyes erklärt dazu: „Im Jahr 2009 haben wir den ersten Bericht über die „Hassverbrechen“ gemacht. Wir waren damals mitten im Staatsstreich. Wir haben festgestellt, dass 60 % der Verbrechen, die wir belegen konnten, von Angehörigen der Polizei oder der Streitkräfte verübt worden waren. Der Staat ist also direkter Komplize und wenn du das anprangerst, gehst du natürlich ein großes Risiko ein.“
Auch der Zugang zur Gesundheitsversorgung ist für Transgender in Honduras problematisch und weiterführende Schulen und Universitäten verweigern diesen die Aufnahme. Schätzungen zufolge flüchten aktuell bis zu 70% der Trans*Community in andere Länder.

Die Arcoiris Aktivistin Paola Barraza wurde im Sommer 2015 angeschossen. Die Kugel wurde vom Jochbein-Knochen abgelenkt und blieb in ihrem Hinterkopf stecken. Paola Barazza überlebte dieses Attentat durch diesen Umstand knapp, um anschließend am 24. Januar 2016 bei einem zweiten Attentat vor ihrer Haustür erschossen zu werden.

Kendry Hilton eine andere Aktivistin von Arcoiris sollte Anfang Mai an einer Rundreise und Veranstaltung in Hamburg teilnehmen, um über diese Situation für LGBTI* in Honduras zu berichten. Kurz vor Antritt der geplanten Reise musste Kendry Hilton nach Drohungen und einem versuchten Attentat flüchten und abtauchen. Frenessys Sahory Reyes ist schließlich eingesprungen, um im Rahmen der Rundreise über Morde, Drohungen, Vergewaltigungen und staatliche Gewalt in Honduras zu informieren.

Noch während Frenessys Sahory Reyes im Rahmen der Rundreise unterwegs war, wurde eine weitere Aktivistin von Arcoíris ermordet. Auf Elkin Enil Amador Castellanos wurden 22 Schüssen abgefeuert, die meisten davon in ihr  Gesicht, das völlig zerstört wurde. Sie war in einer alltäglichen Situation während der Arbeit an ihrem Verkaufsstand für Früchte und Gemüse umgebracht worden. Schon die grausame Ausführung der Tat spricht für ein Hassverbrechen. 

Fast zeitgleich wurde zudem Amilcar Hernandez ermordet. Ein schwuler junger Mann, der eine Bar betrieben hat, die häufig von Trans*Frauen aus dem Umfeld von Arcoiris besucht wurde.  Die Serie von Morden ist Ausdruck heterosexistischer Kampagnen von christlichen, fundamentalistischen Gruppen, die in Honduras eng mit Polizei und Regierung verflochten sind und häufig von reaktionären Freikirchen und anderen fundamentalistischen Organisationen aus Deutschland, Europa und den USA unterstützt werden.

Repression und Gewalt gegen indigene und politische Organisationen der sozialen Protestbewegungen

Staatliche Gewalt gegen politische und oppositionelle Organisationen ist in Honduras dabei an der Tagesordnung und hat sich in den letzten Monaten nochmals dramatisch zugespitzt.

Zuletzt wurde am 6. Juli Lesbia Yaneth, eine Companera der indigenen Organisation COPINH ermordet. Lesbia Yaneth war eine bekannte Aktivistin gegen den Militär-Putsch von 2009 und aktive Militante bei der Verteidigung der gemeinsamen Güter und indigenen Rechte.

Unter anderem war sie gegen den Bau des Staudammprojektes Agua Zarca in der Gemeinde San Jose, La Paz engagiert. In diesem Zusammenhang sind bereits mehrere Menschen vom Militär oder Killerkommandos erschossen worden, um die anhaltenden, indigenen Proteste zu brechen. Das Staudammgroßprojekt in Honduras ist ein korrupter Sumpf aus Verbrechen, Politik, Wirtschaft und internationalen Konzernen wie z.B. Siemens in Deutschland.

Vier Monate und vier Tage nach der Ermordung der COPINH Sprecherin Berta Cáceres ist dieser jüngste gezielte Mord ein weiterer Ausdruck einer in Mexiko, Honduras und anderen Ländern inzwischen als Femizid bezeichneten Welle der Gewalt gegen die Stimmen von widerständigen Frauen oder auch LGBTI*-Aktivist*innen, die ihre Rechte gegen die patriarchalen, rassistischen und kapitalistischen Verhältnisse in der Welt einfordern.

Solidarität gegen kapitalistische Realitäten

Es ist notwendig, der politischen Strategie, widerständige Organisationen und Aktivist*innen unsichtbar zu machen und verschwinden zu lassen, unseren Widerstand entgegensetzen. Alle sind aufgefordert zur Solidarität und direkten Unterstützung der Betroffenen.

Wenn Aktivist*innen gegen das Staudammprojekt Agua Zarca in Honduras ermordet werden, an dem neben dem honduranischen Regime auch eine Tochtergesellschaft der deutschen Firma Siemens beteiligt ist, dann zeigt dies die Verflechtungen von Gewalt und Repression im globalisierten Kapitalismus. Es zeigt aber auch die Notwendigkeiten und Möglichkeiten, politische Kämpfe für Gerechtigkeit und solidarische Verhältnisse zu vernetzen. Auch und im Rahmen der Proteste gegen den kommenden G20 Gipfel im Juli 2017 in Hamburg gilt es, sich solidarisch auf solche Kämpfe zu beziehen.

Streikende Lehrer*innen und Gewerkschafter*innen in Oaxaca, die sich dort im Juni mit Barrikaden gegen schießende Militärs und Polizei für bessere Lebensbedingungen gewehrt haben, und verschwundene Stundent*innen in Mexiko sind ebenso ein Teil dieser globalen Realitäten, wie Hassverbrechen gegen LGBT-Aktivist*innen oder indigene Organisationen in Honduras und anderen Ländern.

Die Illegalisierung von Geflüchteten stoppen

Während diese Formen von Verfolgung und heterosexistischer Gewalt gegen LGBTI* weltweit zunehmen, wird dies als Fluchtgrund nach wie vor nicht anerkannt und Betroffene in Deutschland werden illegalisiert. Sexismus und Hassverbrechen kennen keine Grenzen. Der Protest und Widerstand gegen diese Verhältnisse allerdings auch. Direkte Unterstützung durch Solidaritätsaktionen und Öffentlichkeit ist daher ebenso wichtig, wie der Kampf gegen die Illegalisierung von Geflüchteten und das europäische Grenzregime, und der Widerstand gegen die Ursachen, Zwänge und Normen eines globalisierten Kapitalismus.

Gegen patriarchale und kapitalistische Zustände!
Solidarität mit LGBTI*-Aktivist*innen weltweit!
Für Selbstorganisation und Autonomie: Politische Morde in Honduras und anderswo unmöglich machen!


www.cafe-libertad.de
Hamburg 07.07.2016
Geschrieben in News von Café Libertad


In der Nacht vom 2. auf den 3. März ist Berta Cáceres, Vorsitzende der indigenen Organisation COPINH, in ihrer Wohnung ermordet worden. Unbekannte Täter drangen gegen ein Uhr morgens gewaltsam in die Wohnung ein und erschossen Cáceres die sich aktuell u.a. gegen das Staudammprojekt Agua Zarca, Desarollos Energéticos S.A. (DESA), mit Siemens-Beteiligung engagiert hat.

Der Mord an Berta Cáceres reiht sich ein in weitere politische Repressionen und Morde in Honduras. Cáceres hatte bereits mehrfach darüber berichtet, dass sie Morddrohungen erhielt und ihr Name auf einer "Todesliste" geführt wurde.

Ihr Bruder, Gustavo Cáceres, wurde bei dem Mordanschlag ebenfalls schwer verletzt und der mexikanische Umweltaktivist Gustavo Castro Soto durch einen Streifschuss am Kopf verletzt und vermutlich für tot gehalten. Als er später eine Aussage als Zeuge bei der lokalen Polizei machen wollte, wurde er zunächst als Verdächtiger festgesetzt. Inzwischen ist er wieder frei. Lokale Menschenrechtsgruppen fürchten jedoch um sein Leben.

Die COPINH macht in einer Erklärung zum Tod von Berta Cáceres die Firma DESA und ihre internationalen Projektpartner und Geldgeber für den Mord verantwortlich: "Sie sind es, die hinter ihrem physischen Verschwinden stehen, sie alle haben ihre Hände mit Blut befleckt, mit dem Blut von Indigenen, von Lenca, von Kämpferinnen und Kämpfern."

Berta Cáceres vom Consejo Civico de Organizaciones Populares e Indigenas de Honduras - COPINH war eine Sprecherin der Widerstandsbewegungen und setzte sich für die Rechte der indigenen Bevölkerung, Frauenrechte und für die Erhaltung der Biodiversität ein. Sie war Gründerin und Koordinatorin verschiedener Netzwerke zum Schutz von Flüssen und gegen Staudammprojekte, von Kampagnen gegen internationale Finanzinstitutionen wie Weltbank, Interamerikanische Entwicklungsbank und internationalem Währungsfond. Solidaritätsgruppen in aller Welt protestierten in den letzten Tagen gegen die Ermordung von Berta Cáceres.

Café Libertad Kollektiv und das antirassistische Fanprojekt St. Pauli Roar haben ihre Arbeit in den vergangenen Jahren direkt unterstützt. Im Juni 2012 fand zudem eine Veranstaltung mit dem Titel "Recht auf... Stadt, Land, Fluss" in der GWA-St. Pauli statt.

Wir sind traurig und wütend über ihre Ermordung und werden in ihrem Sinne indigene Proteste und soziale Bewegungen gegen staatliche Gewalt und die Folgen kapitalistischer Globalisierung weiter unterstützen.

Berta Caceres Vive - La Lucha Sigue!

Mehr Informationen auf amerika21.de

https://amerika21.de/2016/03/146457/mord-caceres-honduras-siemens
Geschrieben in News von Café Libertad

Und in den zapatistischen Gemeinden?

Donnerstag, 3. März 2016

Compañeroas, Compañeros und Compañeras:

Nun werden wir Ihnen ein bisschen über die zapatistischen Gemeinden erzählen, dort, wo die Unterstützungsbasen Widerstand leisten und kämpfen.

Das, was wir Ihnen jetzt erzählen werden, stammt aus den Berichten der verantwortlichen zapatistischen Compañeras und Compañeros der Dörfer, Verantwortliche der Kommissionen (zum Beispiel der Gesundheit, Bildung, Jugendliche etc.), autonome Autoritäten und Organisationsverantwortliche. Aber wir haben das mit den Compas des Komitees geprüft um zu sehen, ob es gelogen ist, oder ob es geändert wurde um es gut aussehen zu lassen und das zu verstecken, was schlecht ist. Die Aufgabe dieser Schriften ist es nicht unseren Compas der Sexta Lügen zu erzählen, noch jenen die unterstützen und solidarisch sind. Weder Ihnen, noch euch oder sonst jemanden.

Wenn wir falsch liegen, sagen wir dies klar, nicht damit Sie sich noch trauriger fühlen wegen all dem, was dort in Ihren Geografien und Kalendern geschieht. Wir sagen es, weil es unsere Art ist Ihnen Kenntnis zu geben oder zu informieren, damit Sie wissen, ob wir auf den Weg gehen, den wir Ihnen sagten oder ob wir schon anders gehen, vielleicht die gleichen Fehler begehend, welche wir kritisieren.

Aber wenn wir richtig liegen, dann wollen wir auch, dass Sie es wissen, damit Sie sich mit dem kollektiven Herz, welches wir sind, freuen.

Wie wissen wir, ob wir richtig oder falsch liegen? Was uns Zapatistas betrifft, ist es sehr einfach: die Dörfer sprechen, die Dörfer befehlen, die Dörfer machen, die Dörfer machen rückgängig. Wenn jemand einen schlechten Weg einschlägt, gibt ihm das Kollektiv, wie man sagt, sofort die Sporen, und er oder sie korrigiert es oder muss gehen.

Dies ist unsere Autonomie: der Weg ist unserer, wir gehen ihn, wir liegen richtig, wir irren uns, wir korrigieren uns.

Kurz gesagt, sagen wir die Wahrheit, denn von Lügen sollten Sie schon genug haben und gelangweilt sein. Und die Wahrheit, auch wenn sie manchmal schmerzt, schafft immer Erleichterung.

Oder besser gesagt, wollen wir es nicht wie die Schlechten Regierungen machen, die sich in den vergangenen Tagen sehr herausgeputzt haben, um dem Besucher zu gefallen und damit nicht gesehen wird, was unten passiert. Aber dieses Make-up diente nur dazu, zu zeigen wie falsch die Regierungen sind. Glauben Sie, dass jemand mit durchschnittlicher Intelligenz die Realität nicht sehen würde? Wie man sich zu dieser Wirklichkeit äußert oder nicht, und die Art und Weise wie man es tut, ist etwas anderes und liegt in der eigenen Verantwortung.

Also, ohne viel Gerede. Was wir euch nun erzählen, geht über das, was in den Büchern zur Kleinen Zapatistischen Schule erklärt wurde, hinaus. Wenn sie nicht an der Kleinen Zapatistischen Schule in einer Gemeinde oder außerhalb teilgenommen haben, oder nicht wissen was in den Lehrbücher steht, so empfehlen wir Ihnen sie zu lesen. Darin werden Sie erfahren wie der Prozess der Errichtung der Autonomie war.

Das was passiert, ist etwas neues, es sind neue Dinge die zu Tage getreten sind, oder die es vor 1-2 Jahren nicht gab:

  • Das zapatistische Wachstum wird aufrechterhalten. Es beteiligen sich mehr Jugendliche.

  • Die zapatistischen Compañeras und Compañeros sind bei guter Gesundheit. Was man sieht, ist, dass weniger in die autonomen Kliniken kommen, weil die Präventionsarbeit und die Betreuung, welche die Gesundheitspromotoren leisten, gestiegen sind. Anders gesagt, werden weniger krank. Diejenigen, die immer häufiger in die zapatistischen autonomen Kliniken kommen, sind die Parteianhänger*innen.

  • In der Bildung ist die Grundschulbildung genauso. Aber nun gibt es eine neue Forderung der Gemeinden: die Sekundar- und Oberstufe. In einigen Zonen gibt es bereits Sekundarschulen, aber nicht in allen. Nun gibt es Jugendliche die eine höhere Schulbildung fordern. Sie wollen keine Lehrgänge, sondern ein Studium der Wissenschaften und Künste. Jedoch kein Studium gemäß der kapitalistischen Art der institutionellen Universitäten, sondern gemäß unserer Art. Dafür fehlt uns noch viel.

  • In der Wirtschaft, ohne zu erwähnen, was es schon gibt, werden die kollektiven und individuellen Arbeiten (Feld, Bohnen, Kaffee, Hühner, Bananen, Schafe, Rinder, Bienenhonig, Gemüse, Kauf und Verkauf von Vieh, und andere Produkte) aufrechterhalten, und man hat gesehen, dass sie ihre Produktion gesteigert haben, was die Ernährung und Gesundheit verbessert hat, v.a. der Jugendlichen und Kinder.

  • In einigen Zonen werden die Gesundheitspromotoren bereits in Ulltraschall, Labor, allgemeine Konsultation, Zahnmedizin und Gynäkologie geschult. Darüber hinaus werden Präventionskampagnen in den Regionen durchgeführt. In einer Zone wurden mit den Gewinnen aus der kollektiven Viehwirtschaft Laborgeräte und ein Ultraschallgerät angeschafft. Es gibt auch schon für Handhabung dieser Geräte ausgebildete Compañeras und Compañeros, ein Resultat der Lehrbildung zwischen den Gesundheitspromotoren eines Caracols zum anderen, oder besser gesagt sie unterrichten sich untereinander. Auch ist ein weiteres Krankhaus im Bau begriffen, in dem sie in Zukunft kleinere Operationen durchführen können, wie sie es bereits in La Realidad und Oventik machen.

  • Im Bereich der Bearbeitung der Erde, sind die Maisfeldkollektive und die der Viehzucht deutlich angestiegen. Mit dem Gewinn, zusätzlich zum Erwerb von Apparaten und Medizin für die Kliniken, wurde ein Traktor gekauft.

  • Im Handel haben die Kooperativen der Lebensmittelgeschäfte ihre ökonomische Unabhängigkeit erlangt und niedrige Preise für die zapatistischen Familien beibehalten. Dies ist möglich da es niemanden gibt, der sich durch eine Verteuerung der Konsumgrundgüter berreichert.

  • In den autonomen Läden gibt es keine exklusive Markenkleidung, noch die neuesten Moden, dennoch fehlt es nicht an Unterröcken, Kleidern, Blusen, Hosen, Hemden, Schuhen (die meisten in den autonomen Schuhwerkstätten produziert) und das, was jede*r nutzt, um die Scham zu bedecken.

  • Diejenigen, die am meisten in den Kollektiven der Produktion und des Handels vorangekommen sind, sind die Compañeras. Seit einigen Jahren, als Ergebnis der kollektiven Arbeit der Kommandantur, des Komitees und der Insurgenten (ja, auch wir arbeiten um zu produzieren und Einkommen zu erzielen), werden jedem autonomen Munizip ein Pensum zugeteilt, damit die Compañeras der Unterstützungsbasen dieses im Kollektiv, welches sie betreiben, erarbeiten.

    Und es stellte sich heraus, dass sie bessere Manager als die Männer sind, denn in einem Munizip erschufen die Compañeras nicht nur ein erfolgreiches Viehzuchtkollektiv, jetzt sind sie bereits so fortgeschritten, dass sie ihre Kühe mit Frauenkollektiven anderer Dörfer “teilen” (“teilen” sagen die Zapatistas, wenn der Gewinn duch die Hälfte geteilt wird und man diesen Teil einem anderen Teil gibt).

  • Das gleiche geschah mit den Lebensmittelkooperativen: sie geben anderen Kollektiven der Region, Dörfern und sogar einzelnen Compañeras bereits Kredit.

  • Alle autonomen Munizipe haben kollektive Feldarbeit und andere haben Viehzucht. Alle Regionen haben kollektive Arbeit, die Gewinn bringt. Zum Beispiel haben zur letzten Feier die Regionen zusammengelegt für die Kuh, die sie zur Feier gegessen haben und für die Musiker.

  • Die überwiegende Mehrheit der Dörfer hat kollektive Arbeit, in ein paar Dörfern arbeiten die Compañeros nicht im Kollektiv, aber die Compañeras schon, und es gibt Dörfer, die 2 Kollektive sind, eines der Compañeros und eines der Compañeras. Individuell kämpfen alle damit es ihnen gut geht und sie haben Fortschritte erreicht. Sowohl Milizen, als auch Insurgenten arbeiten in Produktionskollektiven um sich zu unterstützen und um die Dörfer zu unterstützen.

  • Im Caracol Oventik gibt es bereits eine autonome Tortillería. Wir wissen nicht, wieviel ein Kilo Tortillas in ihrer Geografie gerade kostet, aber in Oventik kostet es 10 Pesos. Und es ist aus Mais, nicht aus Maseca [Anmk.: bei Maseca handelt es sich um eine Marke minderwertigen Maismehls]. Sogar die öffentlichen Verkehrsmittel machen Sonderfahrten, um ihre Tortillas dort zu kaufen. Im Hochlandgebiet von Chiapas, wo sich das Caracol Oventik befindet, wird kein Mais produziert. Dieser wird im Regenwaldgebiet (Zona Selva) erzeugt und wird zwischen den Kollektiven des Gebietes gehandelt, damit die zapatistischen Familien Mais zu einem guten Preis und ohne Zwischenhändler haben. Dafür benutzten sie Lastwagen, die den Räten der Guten Regierung von guten Personen gespendet wurden, deren Namen wir nicht nennen werden, aber sie und wir wissen wer sie sind.

  • In vielen zapatistischen Dörfern arbeiten etwa 50% kollektiv und der Rest individuell. In anderen arbeitet die Mehrheit individuell. Auch wenn die kollektive Arbeit gefördern wird, wird individuelle Arbeit, die keine anderen Individuen ausbeutet, respektiert. Sowohl die kollektive, als auch die individuelle Arbeit wird nicht nur beibehalten, sondern es werden Fortschritte gemacht.

  • So wird überall die kollektive Arbeit organisiert. Es gibt Kollektive in Dörfern und in einigen gibt es Kollektive von Männern, von Frauen und von Jugendlichen. Es gibt Regional- oder Munizipalkollektive. Es gibt Kollektive der Zone oder des Rates der Guten Regierung. Wenn ein Kollektiv weiter wächst, unterstützt es andere Kollektive, die noch nicht so weit entwickelt sind. Oder, wie in einigen Regionen, ist die kollektive Lebensmittelproduktion für die Unterkünfte für autonome Sekundarschulen bestimmt.



All diese Berichte über die Fortschritte, kommen nicht von der zapatistischen Kommandantur, sie ensprangen also nicht den Köpfen einiger weniger, sondern dem Austausch zwischen den Dörfern selbst.

In einem solchen Austausch berichten sie über ihre Arbeiten, ihre Fortschritte und ihre Probleme und Fehler. Daraus ergeben sich viele und neue Ideen, welche sie unter sich austauschen. Anders gesagt, lernen die Compañeros und Compañeras untereinander.

Und natürlich sagen wir, dass wir, als Befehlshaber, auch eine Menge von unseren zapatistischen Compañeras und Compañeros lernen.

Es ist schrecklich und wunderbar, was wir sehen und hören, während wir nicht wissen, was aus diesen Fortschritten resultieren wird.

Wir erzählen Ihnen jetzt nichts von der Aufrüstung der Paramilitärs, der Zunahme der militärischen Luft- und Bodenpatrouillen und all dem, was die schlechten Regierungen unternehmen, um zu versuchen uns zu zerstören. Wir geben Ihnen keine Einzelheiten, denn wir wissen sehr gut, dass Sie es auch nicht leicht haben, dass Ihre Widerstände und Rebellionen täglich Aggressionen ausgesetzt sind, zu jeder Stunde und in allen Teilen. Und dass Sie, wie auch immer, weiterhin rebellieren und Widerstand leisten.

Aber wir wissen, das Sie wissen, dass alles was wir Ihnen erzählen inmitten von Aggressionen, Angriffen, Belästigungen und komplizenhafter Stille geschieht. Inmitten eines Krieges also.

Auch wenn in dunklen Zeiten, wie diese, die wir gerade durchleben, “Kaufleute der Hoffnung” erscheinen, lassen wir Zapatistas uns nicht von den kirchlichen, säkularen oder weltlichen Dummheiten der angeblichen “neuen Verfassungsgeber” mitreißen, die uns “retten” wollen und die auf die gleichen alten Methoden des Zwangs zurückgreifen die sie kritisieren nennen, und die hinsichtlich angeblicher Unterstützungen der EZLN lügen, während sie versuchen die Geschichte zu redigieren mit der Hilfe überholter “Avantgarden”, die längst ihr eigenes Erbe verraten haben.

Die EZLN unterstütz keinerlei Verkauf von Spiegelchen. Wir befinden uns im Jahre 2016, nicht in 1521, wacht doch endlich auf.

-*-

Compas der Sexta, Schwestern und Brüder des Nationalen Indigenen Kongresses:

Mit alldem und inmitten all dieser Fallen, bereiten wir uns Zapatistas auf das schlimmste vor, was auf uns zukommt.

Wir fürchten nicht. Nicht, weil wir tollkühn sind, sondern weil wir unseren Compas vertrauen.

Es scheint als ob, angesichts des Sturms der schon die Himmel und Böden der Welt erschüttert, die zapatistischen Unterstützungsbasen gewachsen wären. Als glänzten jetzt ihre Fähigkeit, Weisheit, Phantasie und Kreativität am meisten.

Was diese Worte tatsächlich wollen, mehr denn zu informieren und zu berichten, ist Sie zu umarmen und daran zu erinnern, dass Sie hier, in dieser Ecke der Welt, Compas haben, die Sie, trotz der Distanzen in den Kalendern und Geografien, nicht vergessen.

Aber nicht alles läuft gut. Wir sagen Ihnen klar, dass wir einen Fehler sehen: die zapatistischen Frauen schreiten mehr voran als die Männer. Anders gesagt, machen sie nicht im gleichen Maße Fortschritte.

Jedes Mal bleibt weniger von jener Zeit, als der Mann der einzige war, der das Einkommen für den Haushalt beschaffen hat. In einigen Zonen geben die Frauenkollektive den Männern Arbeit. Und es sind nicht wenige zapatistische Haushalte, in denen die Frau diejenige ist, die dem Mann Geld gibt, damit er sich ein Hemd, eine Hose, ein Halstuch und einen Kamm kauft, damit er ein guter Galan in den bevorstehenden Aktivitäten ist, die wir bald bekannt geben werden.

Denn vielleicht werden wir schmutzig, hässlich und schlecht sein, aber eines ja: gut gekämmt.

Aus den Bergen des mexikanischen Südostens.

Subcomandante Insurgente Moíses. Subcomandante Insurgente Galeano.

Mexiko, Februar 2016

Aus dem Notizbuch des Katze-Hund:

Fragmente der Konversation zwischen eine*r/m Parteianhänger*in und einigen Zapatistas:

Parteianhänger*in: Wie, die EZLN erhält keine Regierungsprogramme wie Procampo, Prospera, Nuevo Amanecer de los Ancianos? [Anmk.: die Rede ist von verschieden Hilfsprogrammen der Regierung die Abhängigkeitsverhätlnisse schaffen, als Strategie die Bevölkerung an sich zu binden]

Zapatistas: Nein.

Parteianhänger*in: Wer subventioniert sie als Organisation?

Zapatistas: Wir sind organisiert und haben Unterstützungsbasen, in denen wir zusammen arbeiten und uns regieren und wir haben kollektive Arbeiten wodurch wir ökonomische Resourcen erzielen um unseren Widerstand aufrecht zu erhalten.

Parteianhänger*in: Und wie können wir uns als Zivilgesellschaft organisieren und wie könnt ihr uns beraten, leiten und lehren?

Zapatistas: Sehen sie sich die Situation der freien Medien oder des Nationalen Indigenen Kongresses an. Wir sind nicht da, um zu sagen und zu entscheiden wie sie sich organisieren werden und um ihrer Organisation einen Namen zu geben. Sonder es sind die Leute des Volkes, die denken und entscheiden, was zu tun ist und wie man sich organisiert.

Parteianhänger*in: Was sollen wir tun?

Zapatistas: Unsere Idee ist es das kapitalistische System zu stürtzen.

-*- Bericht über die Unterhaltung an einem Morgengrauen im Monat Februar, zwischen dem, den sie Subcomandante Insurgente Moisés nennen und dem SupGaleano:

SupMoy: Der Bericht sagt, dass es Todesdrohungen gibt und dass die Regierung die Caracole angreifen will um nun den Zapatismus zu erledigen, weil er die Regierungen schlecht dastehen lässt.

Sup Gal: …

SupMoy: Sie suchen mich und dich, um uns zu töten.

SupGal: Uns “töten”? Nicht uns “fest zunehmen”, uns “zu fassen”?

SupMoy: Nein, der Bericht sagt “um uns zu töten”.

SupGal: Verdammt, und warum ich? Das ist kolonialistisch-hetero-patriarchalischer-eurozentrischer Rassismus. Du bist der Wortführer, du bist dran. Ich bin nur die letzte Bastion des zapatistischen Machismus und du siehst schon, dass wir im vollen Rückzug sind. Außerdem, warum die Gewalt? Früher pflegten sie nur zu sagen “verhaften”, “Vorführungsbefehl”, “Arrest”, und nun “töten”. Und ich bin schon mehrere Male gestorben, nehmen die mich nicht ernst? Sollen sie es als zur Kenntnis genommen betrachten und vermerken “Mission erfüllt”. Aber wechsele mir nicht das Thema: ich bin gerade dabei dir zu sagen, dass man das mit den Frauenkollektiven nicht in das Kommunique aufnehmen sollte.

SupMoy: Und warum nicht?

SupGal: Also, weil wenn wir das sagen, werden wir das maskuline Geschlecht schlecht dastehen lassen. Die ganze Tradition der Filme von Pedro Infante und Liedern von José Alfredo Jiménez läuft Gefahr zu verschwinden. Bist du damit einverstanden, dass uralte Kulturen verschwinden? Nein, richtig?

SupMoy: Nun, wie der Verstorbene zu sagen pflegte: das Kind ist bereits in den Brunnen gefallen, denn ich habe es schon reingenommen.

DupGal: Wie?!! Und die Solidarität des Geschlechts?

SupMoy: Überlege dir lieber, wie man es schafft, dass die Männer mehr Bereitschaft zeigen und ihre Kollektive vorantreiben.

SupGal: Ok, ok, ok. Wir müssen zu unseren Wurzeln zurückkehren, wie man so schön sagt. Ich werde ein Spezialprogramm für Radio Insurgente machen. Weder Games of Thrones, noch sonst etwas; nur Lieder des großen Kameraden und Führers, Erster seines Namens, Vater der Drachen und Herr der sieben Ligen: Pedro Infante.

SupMoy: Jajajajajaja. Das werden sie dich nicht ausstrahlen lassen. Für das Programm ist eine Compañera zuständig.

SupGal: Verflixt und zugenäht. Verdammtes revolutionäres Frauengesetz! Und von José Alfredo Jiménez?

SupMoy: Uui! Noch weniger.

SupGal: Mmh … von den Bukis also? … Los Temerarios? … Brindis? … Los Tigres del Norte? Piporro?

Die Diskussion dauerte an bis das Katze-Hund, sich die Krallen schniegelnd, urteilte: guau-miau.

Es war im Morgengrauen, es war sehr kalt, und obwohl sich ein Schatten über das Antlitz der Erde erhob, kühlte ein Lichtlein das Wort “Widerstand” ab.

Ich beglaubige unter Protest des Geschlechts.

http://enlacezapatista.ezln.org.mx

ZAPATISTISCHE ARMEE DER NATIONALEN BEFREIUNG. Mexiko. Februar 2016.
Geschrieben in News von Café Libertad

Zapatista Solidarity Kalender 2016

Freitag, 6. November 2015

Herzberg Solistand

Zapata lives - the struggle continues! Solidarität mit den Zapatistas leistet nicht nur Café Libertad Kollektiv, sondern auch viele andere Gruppen in Europa und der ganzen Welt. Wir freuen uns daher den Kiptik Wandkalender der Chiapas Solidarity Group für die aufständischen, zapatistischen Gemeinden in Chiapas/Südmexiko anbieten zu können. Das Projekt unterstützt Wasser- und Gesundheitsprojekte und Infrastrukturmaßnahmen der indigenen Gemeinden.
Geschrieben in News von Café Libertad
Café Libertad considers paying the best possible prices for small-scale farmers and co-operatives' work a given. At the same time, reasonable consumer prices are of importance: We don't want solidarily-traded coffee and espresso to be luxury goods for the better-off, but to be affordable for as many people as possible.

Nevertheless, sales prices are increasing by 3% on average this year to compensate for increased costs of import and financing due to the euro exchange rate kept artificially low by the European Central Bank, and in order to realise better raw coffee prices for small-scale farmers and co-operatives.

Consequently, new sales prices vary according to brand between 3,70 and 4,25 euro for 250g espresso and 7,20 and 7,75 euro for 500g roasted coffee.

To realise these moderate price increases (compared to exchange rate development), we are anticipating an increased demand for solidarily-traded coffee and your support in explaining the reasons for the costs of solidarily-traded coffee being what they are, as well as our political ideas and practices.

The euro's depreciation as a consequence of post-colonial economic policy
In this year, the euro depreciated compared to the dollar by temporarily 25%. The ECB's depreciation and inflation strategy is based on post-colonial logic: exports are to be supported, and governments' debts are expected to vanish into thin air due to increased inflation. This results in a violent bottom-up redistribution.

Increased customer prices are affecting poorer population strata most severely, who are additionally affected by increased costs for housing. Decreasing interest rates on the other hand are benefitting persons who already own money and are buying real estate, which in turn further aggravates the state of the housing market. A race to the bottom affecting everybody, whereas the population is to be amused by bread and circuses, application for the Olympic Games and by other mega-events.

Government debts resulting from bank saving programmes and financial speculations gone awry are being settled by the majority of the population, costs of everyday life are increasing, whereas stock prices and profits at stock exchanges are exploding and new speculation bubbles are being subsidised by the state. The actions taken are true to the motto “the wealthy are becoming wealthier, the poor poorer” - not merely within Europe, but on a global scale.

Thus, the idea of Café Libertad Collective is getting more and more important: support of oppositional political movements and construction of solidary trade relations as an oppositional base against austerity programmes and exploitative relationships.

Better prices for Zapatista and resistant co-operatives

Despite increased costs due to depreciation of the euro and temporary decrease of the world market price for raw coffee, Café Libertad Collective didn't cut the cost prices to compensate for currency fluctuations, but has increased e.g. the cost price for Zapatista raw coffee by 5% to 88 Mexican peso per kg. Additionally, sponsoring has been provided to support the co-operatives' work.

Recently, many co-operatives in Mexico suffer from roya, a fungal infection which is at first infecting the leaves of coffee plants and is finally resulting in a total loss of harvest yields. Consequently, two out of three Zapatista coffee co-operatives weren't able to export raw coffee this year. This situation is aggravated by the Mexican government's new repressive laws which are bolstering the market power of big coffee companies and obstructing self-marketing by independent co-operatives.

General conditions in world trade are created primarily by and for big companies and trusts – like one hundred years ago. Authoritarian regimes as well as big companies are concerned if there are developing self-organised production and distribution structures in resistant regions. It is less easy for the companies to dictate prices and also local resistance against the government's policy is frequently the more intensive the more basis-democratic structures are embedded locally.

Co-operatives and self-organised small-scale farmers are struggling against harvest losses and repressive government policies, but as well with harmful consequences of the trade of food as a “paper” at stock exchanges and low-price policy of supermarket chains and companies. We cannot and don't want to compete with supermarket and so-called blood coffee. Good prices for small-scale farmers, sponsoring and break-even marketing without commercial gains are as important to us as high coffee quality and sustainable production.

Rising quality via networking and new co-operatives

For Café Libertad and other groups of the European solidarity network, this year's harvest losses have resulted in an expected reduction of imports by 70-85 percent. Therefore, Café Libertad Collective is co-operating with several oppositional co-operatives from Mexico and Columbia to roast filter coffee Libertad and organic espressos Durito and Rebeldia as resistive Arabica mixtures.

To maintain the classical earthy taste of Zapatista coffee, we – like other groups of the solidarity network - are importing additional coffee from the pro-Zapatista coffee co-operative Michiza in the Oaxaca region next to Chiapas.

Additionally, we have imported 560 sacks of raw coffee of the Columbian co-operative Juan Tama for the first time. Columbian highlands are among the world's finest coffee-producing regions. Co-operative Juan Tama's aromatic raw coffee in combination with the well-known earthy taste of southern Mexican highland has created a phantastic coffee which we find really delicious.

We are glad to ensure solidary trade with Zapatista co-operatives by long-term co-operation with these co-operatives in spite of temporarily decreasing harvest yields as well as refining our products' quality. Along with our enhanced drum roast procedure, a slower and more gentle roast curve and slight adjustments of the degree of roasting, we get very positive feedback.

Furthermore, Costa Rican former refugees’ Finca Sonador's harvest boasts an unusually high quality this year. Raw coffee of women's co-operative Aprolma in Honduras creates the foundation for our queer-feminist organic coffee and espresso Las Chonas, a chocolate-fruity taste which is rather prevalent even with dark roasting.

Solidarity has to be practical

We appreciate further feedback in order to solidarily enhance our coffee for daily uprising. Since in the future as well as today, solidary trade and the idea of Café Libertad Collective can work only as a common network and interface of production, distribution and consumers.

Without solidarity work and voluntary commitment, without making ourselves part of the whole, neither direct marketing enterprises as an alternative to capitalist world market trade nor direct support of uprising indigenous communities and resistant basis movements are viable. Therefore, we hope for your continued support and participation in distribution, solidarity coffee stalls or by just spreading the word of Café Libertad's idea.

Raw coffee price und calculation
for 500g roasted coffee Libertad


g
co-operative Yachil Yeni Navan JuanTama
origin Chiapas/ Mexico Oaxaca/ Mexico Columbia
raw coffee price* 88 MXN/kg 84 MXN/k2,75 USD/lb
Cost price** 5,24 Euro/kg 5,00 Euro/kg 5,55 Euro/kg


Euro Roasted coffee calculation

5,22 cost price
0,81 loss due to roasting
0,24 roasting
0,08 grinding
0,37 filling
0,04 label
0,21 packing
2,19 coffee tax
0,06 transport
0,13 storage, insurance
4,47 operating costs***
0,40 sponsoring
0,20 surplus for reserves

14,30 price per kg
7,15 unit price 500g

0,50 VAT 7,00%
7,65 retail price


* Café Libertad's raw coffee price, including various surcharges for biological production and the co-operatives' social and political work.

** Cost price after import and customs depending on port of origin, storage time and US dollar and Mexican peso exchange rates at the time of pre-payment (60%) and final payment (40%) on arrival and after quality check of the raw coffee.

*** Operating costs are a calculatory premium of 48,5% to cover external services, wages including wage tax, costs of transport, administration, financing and required means of production.
Geschrieben in News von Café Libertad
Herzberg Solistand

Aufgrund von Kriegen und einer postkolonialen Weltwirtschaftsordnung, sehen sich derzeit immer mehr Menschen zur Flucht gezwungen. Deutschland ist als führende Wirtschaftsmacht in Europa für diese Zustände sowie die europäische Abschottung der Außengrenzen mitverantwortlich. Staatliche Willkommensbekundungen haben sich dabei spätestens mit der Schließung der Grenzen nach Österreich als Heuchelei offenbart.

Die Organisation Pro-Asyl hat bereits am 7.9. eine „Abschreckungspolitik wie in den Neunziger Jahren “ kritisiert: „Um angebliche „Fehlanreize“ zu vermeiden, sollen Asylsuchende künftig nicht mehr drei, sondern sechs Monate lang in den Erstaufnahmelagern verbleiben müssen. Die Maßnahme wird flankiert vom Beschluss, die in den Erstaufnahmelagern zusammengepferchten Menschen künftig wieder der Residenzpflicht zu unterwerfen, die ihnen verbietet, sich frei im Bundesgebiet zu bewegen. Dazu sollen die Betroffenen künftig wieder mit Sachleistungen abgespeist werden – nach dem Motto: Gegessen wird, was vom Amt kommt.“ Umso wichtiger ist und bleibt die direkte Solidarität mit Geflüchteten. Nicht nur in Deutschland, sondern auch an den Außengrenzen und den Fluchtrouten Europas.

Mit Unterstützung des Burg-Herzberg Festivals 2015 konnten im Rahmen eines Solidaritätsstandes von Café Libertad Kollektiv insgesamt 3000.- Euro an Spenden gesammelt werden. Alle Unkosten wurden aus Fördermitteln von Café Libertad übernommen, so dass alle Spenden in die direkte Solidarität mit Geflüchteten geflossen sind. Wir bedanken uns bei allen Herzberger*innen für ihr Engagement und ihre Hilfe. Von St. Pauli Fans und dem Solidaritätsespresso St. Pauli Roar wurden daraufhin weitere 2000.- Euro an Fördermitteln bereitgestellt. Die insgesamt 5000.- Euro gehen an Refugees und Unterstützer*innen auf der griechischen Insel Lesbos.

Die Folgen des europäischen Grenzregimes auf Lesbos

Täglich stranden dort hunderte Menschen ohne Unterkunft, Nahrung und medizinische Versorgung. Die Situation ist dort weiterhin dramatisch. Obwohl viele Bewohner*innen der Insel Spenden sammeln und helfen, sind die Spenden vor Ort kaum ausreichend und schnell auch wieder aufgezehrt. Viele Geflüchtete müssen auf offener Straße oder am Strand schlafen. Ein Geflüchteter wurde leblos und dehydriert am Strand aufgefunden. In der Nacht zum 1.9. starb nach Berichten von Unterstützer*innen vor Ort eine somalische Mutter, die auf der Flucht war und mit ihren zwei Kindern und deren Großmutter im "offenen Teil" des Flüchtlingsinternierungslagers Moria mehrere Tage unter Bäumen lebte, um auf ihre Registrierung zu warten.

Die Aktivist*innen berichten weiter: „Der Hafen ist überfüllt, der Weg aufs Festland für viele versperrt. Mehrere tausend Menschen sind dort und täglich kommen mehr an. Der Busverkehr von NGO-Hilfsorganisationen wurde zwei Tage auf Anweisung der Polizei eingestellt. Dies bedeutet, dass die Menschen 70 km laufen müssen, wenn lokale Aktivist*innen diese nicht mitnehmen können. Eine Athener Vokü ist nach 10 Tagen Dauereinsatz weitergezogen nach Eidomeni an der Grenze zu Mazedonien mit dem Wunsch: Organisiert euch! Eine lokale Vokü-Gruppe führt deren Arbeit fort an Orten, wo Geflüchtete sich aufhalten. Am Hafen (einige tausend bei Tag und Nacht), bei Karatepe (ein ehemaliger Verkehrsübungsplatz voll mit Zelten jetzt) und bei Moria dem Internierungslager das inzwischen zum Teil offen ist, hungern die Menschen.“

Aus den Mitteln vom Burg-Herzberg-Solistand und St. Pauli Roar Fördertopf wurden Trinkwasser, Babynahrung und sonstige Lebensmittel, gemeinsame Kochstellen, SIM-Karten für minderjährige, unbegleitete Flüchtlinge, Zelte und Fahrgelegenheiten für Geflüchtete auf Lesbos finanziert.

Café Libertad Kollektiv wird auch weiterhin, wie viele andere Aktivist*innen, direkte Solidaritätsarbeit und Unterstützung leisten. Angesichts geschlossener Grenzen schließen wir uns aber auch antirassistischen Gruppen und der Organisation Pro-Asyl an, die festgestellt haben: "Die Solidarität mit Flüchtlingen wird sich daher nicht länger auf Kleiderspenden und Willkommensgesten beschränken können, sondern sich dringend gegen die aktuellen Pläne der Bundesregierung richten müssen.“ Deshalb rufen wir alle auf, den Protest gemeinsam mit Geflüchteten auf die Straßen zu tragen: Grenzen öffnen, Residenzpflicht abschaffen, Bewegungsfreiheit für alle!

Mehr Infos
Blog: http://lesvos.w2eu.net
Twitter: https://twitter.com/LesvosW2eu
Geschrieben in News von Café Libertad
Zapatistas Ernteverluste

Erst ist auf dem grünen Blatt nur ein kleiner gelber Punkt. Schließlich sind überhaupt keine Blätter mehr zu sehen und die Äste ragen wie nackte Arme in die Luft. Die Roja ist eine Pilzerkrankung, welche Kaffeepflanzen befällt und derzeit für dramatische Ernteverluste verantwortlich ist. Denn in der Folge verliert die Pflanze nicht nur ihre Blätter, sondern auch ihre Kirschen. Rote Früchte, jede enthält nur zwei Kerne, die im zubereiteten Kaffee oder Espresso eine lange Reise hinter sich haben. Sie werden geschält, vom Honigwasser gereinigt, getrocknet, von der Pergaminhaut befreit, sortiert, gelagert und schließlich geröstet und gemahlen, bis sie als Röstkaffee oder Espresso ihr Aroma verbreiten und bei uns in der Wohnung duften.

So eine Tasse Kaffee hätte viel zu erzählen

Auch über soziale Ungerechtigkeiten als Folge der Industrialisierung und des Welthandels. Denn die Ursachen der beschriebenen Pilzerkrankung sind sicher vielfältig, ein wesentlicher Grund für das jetzige Ausmaß der Krankheit ist jedoch auch das wärmere Klima aufgrund des steigenden C02-Ausstoßes der Industrieländer.

Überall in Mittelamerika gibt es Regionen mit massiven Ernteausfällen und katastrophalen Folgen. In der mexikanischen Region Chiapas beklagen die aufständischen zapatistischen Gemeinden in einigen Regionen Ernteausfälle bis zu 75 Prozent. Diese bedrohen nicht nur die ökonomische Autonomie der zapatistischen Kaffee-Kooperativen, sondern stellen auch eine existenzielle Bedrohung für die Kleinbäuer_innen dar. Begünstigt wird die Verbreitung von Pflanzenkrankheiten zudem durch Plantagenwirtschaft und Monokulturen in der Agrarindustrie.

Ist eine Pflanze erst einmal betroffen, ist ohne Einsatz von Pestiziden oft nur nur noch eine Radikalkur sinnvoll. Entfernung oder ein vollständiger Rückschnitt in der Hoffnung, wenigstens angrenzende Kaffeebäume zu erhalten. Erfolge wurden in jüngerer Zeit auch mit dem organischen Besprühen der Pflanzen mit einem Pilz erreicht. Dieser behindert die Verbreitung und das Wachstum der die Pflanze zerstörenden Roja-Pilzerkrankung.

Am Beispiel des Kaffees lässt sich etwas erkennen. Klimaerwärmung und ihre Folgen verschärfen die globalisierte Ungerechtigkeit. In der Geschichte hatten Klimaveränderungen immer auch weitreichende soziale Folgen. Missernten, Hunger, Krankheiten, aber auch Konflikte und Kriege in Folge von Verteilungskämpfen waren mit frühgeschichtlichen Migrationsbewegungen verbunden oder Konsequenzen von Klimaveränderungen wie etwa der kleinen Eiszeit im Mittelalter. Solche Entwicklungen sind auch im Rahmen der aktuellen Klimaerwärmung zu beobachten.

Unwetter und Missernten gab es immer, aber extreme Wetterphänomene und ihre Folgen nehmen zu. Auch Konflikte um den Zugang zu Wasser bergen ein immer größeres Krisen- und Kriegspotential. Hinzu kommt in vielen Regionen der Welt eine zunehmende Austrocknung und Verwüstung, welche den Menschen vor Ort die Lebensgrundlagen raubt und viele zur Migration zwingt. Die Ursachen und Gründe für Fluchtbewegungen sind exportiert, wie Hunger, Krankheit und viele Kriege.

Umso wichtiger ist es, Proteste gegen den Klimawandel nicht nur als Ressourcen- und Umweltschutz zu begreifen, sondern als eine der zentralen politischen Fragen nach Teilhabe und Gerechtigkeit.

Zapatistische und andere indigene Gemeinden haben dies in ihren Kämpfen bereits aufgegriffen. Beim Widerstand gegen die Folgen der Globalisierung und der Forderung nach Bewegungsfreiheit für Refugees lösen sich alte Bilder von Peripherie und Zentrum, „Dritter“ und „Erster“ Welt zunehmend auf.

Während im Norden jedoch nach wie vor das ganz große Geld verdient wird, trägt der Süden immer noch nach wie vor die Lasten dieser Form der Globalisierung. Umso wichtiger ist die Unterstützung von Kooperativen vor Ort und der gemeinsame Einsatz für globale Bewegungsfreiheit. Eine Welt in der Globalisierung die Grenzen auflöst für Menschen, deren Hoffnungen, Träume und Utopien und nicht lediglich für postkoloniale Waren und Kapitalanlagen.
Geschrieben in News von Café Libertad