Sieben Tote und viele Verletze bei Unruhen im ganzen Land aufgrund eines drohenden Putsch der Regierung. Nach den Präsidentschaftswahlen und inmitten der noch laufenden Stimmenauszählung hat der Ministerrat von Honduras den Ausnahmezustand im gesamten Land verhängt. Das schließt eine Ausgangssperre ein. Partnerkooperativen von Café Libertad berichten von Verzögerungen bei der Ernte aufgrund der Lage vor Ort. Lieferungen können sich daher verzögern.

In Sozialen Netzwerken und auf amerika21 wird über schwere Verletzungen der Menschenrechte berichtet. Im ganzen Land wird gegen die Verzögerung der Bekanntgabe des Wahlergebnisses und den befürchteten Wahlbetrug des amtierenden Präsidenten Juan Orlando Hernández demonstriert. Straßen und Brücken werden blockiert. Die Mautstationen im Norden des Landes, die seit 2016 in der Bevölkerung heftigen Widerstand provoziert haben, sind am Freitag in Flammen aufgegangen. In den großen Städten des Landes wurden Geschäfte geplündert und verwüstet.

Bei den ersten Veröffentlichungen der vorläufigen Wahlergebnisse hatte die Opposition einen Vorsprung von fünf Prozent. Die Wahlbehörde erklärte, dass die Tendenz des Vorsprungs nach Auszählung von 71 Prozent der Wahldokumente nicht mehr umkehrbar sei. In den Tagen danach verringerte sich der Vorsprung in Veröffentlichungen. Letztlich verzeichnete Hernández einen Vorsprung von etwas mehr als einem Prozent der Stimmen. Eine Bekanntgabe des endgültigen Wahlergebnisses hat bis heute nicht stattgefunden.

In den Tagen nach der Wahlen war mehrmals das Computersystem des TSE abgestürzt, Wahldokumente waren nicht in die Auszählung einbezogen worden. Schließlich mussten internationale Wahlbeobachter und Journalisten das Gebäude verlassen, in dem sich die Dokumente befinden. Daraufhin begann die Polizei mit Tränengas und Wasserwerfern den Platz vor dem Gebäude zu räumen, wo sich zahlreiche Menschen versammelt hatten.

Die Militärpolizei hat am 1.12. in den Morgenstunden in der Hauptstadt Tegucigalpa eine 19-Jährige erschossen. Damit ist die Zahl der Todesopfer bei den Protesten laut lokalen Medien auf sieben gestiegen. Viele Verletzte mussten in Krankenhäusern behandelt werden. Am 4.12. wurde bekannt, dass zwei Bataillone der Spezialpolizei COBRA in Tegucigalpa und in San Pedro Sula sich der Befehle verweigern. Es bleibt abzuwarten, wie sich die anderen bewaffneten Kräfte in den nächsten Tagen verhalten werden. Honduranische Medien berichteten über eine Übernahme der Befehlsgewalt von Teilen der Nationalpolizei durch das Militär.

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